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Das Geheimnis des Beirats "Jungenpolitik"

Michael Klein ⌂, United Kingdom, Mittwoch, 06. Juli 2011, 13:04 (vor 2967 Tagen)

Am 12. November einberufen, am 26. Mai zur Konstitution gesessen und dennoch unbekannt: Der Beirat "Jungenpolitik" glänzt vornehmlich dadurch, dass niemand weiß, was er macht, wer in ihn warum berufen wurde und zu welchem Zweck es ihn überhaupt gibt. Der Beirat "Jungenpolitik" ist ein perfektes Beispiel für die nicht vorhandene Transparenz öffentlicher Institutionen. Meine bisherigen Versuche, dokumentiert in einem Schriftwechsel mit Vertretern des Ministeriums, Licht in das Dunkel zu bringen, das den Beirat umgibt, hat bislang auch zu keinem Ergebnis geführt, so dass ich fürchte, es ist wieder einmal an der Zeit, dass sich die so gerne von Politikern bemühten interessierten Bürger an das Ministerium wenden, um nachzufragen, was es mit dem Beirat auf sich hat.

Alles weitere gibt es unter:
http://sciencefiles.org/2011/07/06/das-geheimnis-des-jugenbeirats-transparenz-made-in-g...

Das Geheimnis des Beirats "Jungenpolitik"

Thomas G., Mittwoch, 06. Juli 2011, 13:38 (vor 2967 Tagen) @ Michael Klein

Am 12. November einberufen, am 26. Mai zur Konstitution gesessen und dennoch unbekannt: Der Beirat "Jungenpolitik" glänzt vornehmlich dadurch, dass niemand weiß, was er macht, wer in ihn warum berufen wurde und zu welchem Zweck es ihn überhaupt gibt.

Hallo, Herr Klein,

Zu einer Teilfrage wenigstens FYI

http://bildungsklick.de/pm/75871/mitglieder-fuer-neuen-beirat-jungenpolitik-ernannt/

Freundl. Gruss

Das Geheimnis des Beirats "Jungenpolitik"

Michael Klein ⌂, United Kingdom, Mittwoch, 06. Juli 2011, 15:10 (vor 2967 Tagen) @ Thomas G.

Danke für den Hinweis. Wenn man weiß, wonach man suchen muss, findet man die Mitglieder sogar auf der homepage des FSFJ, was die Frage aufwirft, warum es nicht möglich war, mir zumindest die Namen per email zu nennen...

Das Geheimnis des Beirats "Jungenpolitik"

Eugen, Mittwoch, 06. Juli 2011, 15:15 (vor 2967 Tagen) @ Thomas G.
bearbeitet von Eugen, Mittwoch, 06. Juli 2011, 15:32

Zu einer Teilfrage wenigstens FYI

http://bildungsklick.de/pm/75871/mitglieder-fuer-neuen-beirat-jungenpolitik-ernannt/


Danke für den Hinweis. Viel erhellender ist das freilich auch nicht.

Sechs Jugendliche "als Experten in eigener Sache" in so einen Beirat zu holen, das ist eine dümmliche, populistische Volksverarschung. Und ob es mit der Bestellung der akademischen Experten besser aussieht, darf bezweifelt werden.

Die wichtigere Frage ist doch: was soll das überhaupt für eine Jungenpolitik werden? Wenigstens darauf gibt es einen zarten Hinweis: Marc Melcher - Projektkoordinator Transferagentur "Sozialer Freiwilligendienst für Jungen" beim Paritätischen Bildungswerk (Bundesverband)

Ich will meinen Hut essen, wenn diese Jungenpolitik wirklich dazu dient, Jungen gesellschaftspolitisch besser aufzustellen. Eher wohl geht es um nichts anderes, als das Vakuum rasch wieder zu füllen, das die Aussetzung der Wehrpflicht erzeugt hat.

Gruß, Eugen

Das Geheimnis des Beirats "Jungenpolitik"

Michael Klein ⌂, United Kingdom, Mittwoch, 06. Juli 2011, 15:18 (vor 2967 Tagen) @ Eugen

Hallo Egon,
Du nimmst mir das Wort aus dem Mund... Ich wollte mich auch gerade darüber wundern, dass ein Projektkoordinator mit der Zielstellung Jungen zur freiwilligen Arbeit zu motivieren, in einem Jungenbeirat macht. Aber ansonsten ist wirklich nichts vergessen worden:
Meucher für die Männlichkeitsnormen,
Toprak für die Migranten,
Calmbach für die Daten,
Schultheis für die Grundschule und
Kösters für die Öffentlichkeitsarbeit...
Bin schon auf den Abschlussbericht gespannt!

Das Geheimnis des Beirats "Jungenpolitik"

Peter @, St.Gallen, Mittwoch, 06. Juli 2011, 15:46 (vor 2967 Tagen) @ Michael Klein

In den Beirat berufen werden aus der Wissenschaft:
Prof. Dr. Michael Meuser - Vorsitzender der Fakultät Erziehungswissenschaft und Soziologie an der TU Dortmund
Dr. Marc Calmbach Direktor - Sozialforschung am Sinus Institut Heidelberg/ Berlin
Prof. Dr. Ahmed Toprak - FH Dortmund, Fachbereich Angewandte Sozialwissenschaften
Prof. Dr. Klaudia Schultheis - Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt, Lehrstuhl für Grundschulpädagogik und -didaktik


Dann mach ich mal einen Anfang, und zwar mit Prof. Michael Meuser.

Prof. Michael Meuser

Um zu einer Einschätzung von Prof. Dr. Michael Meuser zu gelangen sind die folgenden Links hilfreich:
http://www.genderkompetenz.info/veranstaltungen/genderlectures/050523glhu

Nach unten scrollen; dort steht sein Vortrag im Gender Kompetenz Zentrum als PDF zur Verfügung.

Auszug:

Gravierende Veränderungen sind im Bildungsbereich zu verzeichnen. Die besseren
schulischen Leistungen der Mädchen sind in jüngster Zeit ein Dauerthema der
Presseberichterstattung. Jungen geraten in diesem Bereich ins Hintertreffen. Das erzeugt bei vielen Verunsicherungen und Ressentiments. Auch wenn die männliche Herrschaft fraglich geworden ist, bestimmt das Leitbild einer hegemonialen Männlichkeit weiterhin die männliche Geschlechtsidentität. Schlechter als Mädchen abzuschneiden wird vor diesem Hintergrund als Entwertung der eigenen Person erfahren. Vermutlich werden die jungen Männer, die heute mit schlechteren Noten die Schule verlassen, in zehn bis 15 Jahren in ihrer beruflichen Karriere weiter vorangekommen sein als ihre Mitschülerinnen. Aber das kann sich
ändern, sollte sich der Trend der letzten Jahre fortsetzen; und dann wäre eine zentrale Säule männlicher Herrschaft – Beruf und Karriere – ernsthaft einsturzgefährdet.

Die Einschätzung, ob Herr Meuser im Sinne von MannDat operieren wird, das überlasse ich dem Leser.

Gruss Peter

Das Geheimnis des Beirats "Jungenpolitik"

Thomas G., Mittwoch, 06. Juli 2011, 16:04 (vor 2967 Tagen) @ Michael Klein

Was der Sozialforscher Marc Calmbach - ebenfalls Mitglied des Beirats - zur Jungenpolitik sagt, können Sie auf taz.de lesen.

http://www.taz.de/1/leben/alltag/artikel/1/mit-jungs-reden/

Quelle:

http://www.neue-wege-fuer-jungs.de/Aktuelles/Beirat-Jungenpolitik

Neues vom Bundesforum Männer

AndreasKs., Mittwoch, 06. Juli 2011, 18:11 (vor 2967 Tagen) @ Michael Klein
bearbeitet von AndreasKs., Mittwoch, 06. Juli 2011, 20:06

Derweil schleicht das Bundesforum Männer um das Thema "neue Zwangsdienste" herum wie ein Kater um den heißen Brei. Der ehemalige Wehr- u. Zivildienst wird nun als wertvolle Sozialisationsinstanz, die leider weggefallen sei, dargestellt:


Ende der Wehrpflicht

Aus dem Wikipedia-Beitrag zu Neuruppin: „Zeitweilig lag der Anteil der Soldaten und zivilen Truppenangehörigen bei 1500 von 3500 Einwohnern. Erst mit dem Abzug der Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland verlor Neuruppin diesen Status.“

Wehrdienst und Zivildienst wird es künftig nicht mehr geben, die letzten Dienstleistenden scheiden in wenigen Tagen aus. Damit fallen zwei entscheidende, wenn auch sicher nicht ganz unproblematische, Sozialisationsinstanzen für Jungen und junge Männer weg. Zum 1. Juli wird die Wehrpflicht ausgesetzt und die Zahl der Soldaten von 220.000 auf rund 185.000 verringert. Im Oktober soll entschieden werden, welche der 400 Bundeswehrstandorte geschlossen werden sollen – mit noch unabsehbaren Konsequenzen für die regionalen Arbeitsmärkte.

Aber auch der Wegfall des Zivildienstes dürfte hier sicher auch für einen der größten Arbeitgeber, die Ruppiner Kliniken von einiger Relevanz sein. Hier entsteht ein Vakuum, das speziell von Jungenarbeit zu füllen sein wird, um auch berufliche Alternativen aufzuzeigen oder um Wertschätzung für personennahe Dienstleistungen zu vermitteln, wie es der Zivildienst getan hat.

Die Konsequenzen für Jugendliche allgemein und junge Männer reichen aber weiter: Innenminister Dietmar Woidke (SPD) geht davon aus, dass Brandenburg von der Bundeswehrreform insgesamt erheblich betroffen sein werde. Eine „zügige und ressortübergreifende Analyse“ kündigte der Innenminister Anfang diesen Monats an. Schwerpunktthemen sind Schutz der Bevölkerung, Strukturpolitik und Landesplanung, die Umgestaltung früher militärisch genutzter Flächen für die zivile Nutzung sowie eine Absicherung des Brand- und Katastrophenschutzes. „Hier sind mit den Veränderungen bei der Bundeswehr für Brandenburg zum Teil erhebliche Effekte zu erwarten.“

Elefant, ick hör dir stampfen.

Gruß

Andreas

Vakuum, speziell von Jungenarbeit zu füllen - na also

Eugen, Mittwoch, 06. Juli 2011, 19:46 (vor 2967 Tagen) @ AndreasKs.

"Hier entsteht ein Vakuum, das speziell von Jungenarbeit zu füllen sein wird"

Na endlich mal Klartext. Nicht dies süßliche Gesäusel aus dem Frauenministerium...

Danke für die Info!
Gruß, Eugen

Neues vom Bundesforum Männer

Peter @, St.Gallen, Mittwoch, 06. Juli 2011, 20:52 (vor 2967 Tagen) @ AndreasKs.

Wehrdienst und Zivildienst wird es künftig nicht mehr geben, die letzten Dienstleistenden scheiden in wenigen Tagen aus. Damit fallen zwei entscheidende, wenn auch sicher nicht ganz unproblematische, Sozialisationsinstanzen für Jungen und junge Männer weg.

Also das schlägt dem Fass den Boden raus. Da wird der Wehrdienst, ein Zwangsdienst als "Sozialisationsinstanz" ("nicht ganz unproblematisch") bezeichnet, von einer Organisation, die sich als Interessenvertretung für Jungs ausgibt. Na das nenn ich mal progressiv: Den Militärdioenst als wichtige Sozialisationsinstanz für junge Männer verstehen. Kaiser Wilhelm sah das auch so (nebst einigen anderen).

Bei der MannDat - Analyse "Ehrenamtlicher Zwangsdienst für Männer?" darf das Fragezeichen schon bald durch ein Ausrufezeichen ersetzt werden. Ist es Zynismus, Dummheit, Arroganz? Unverschämt ist es auf alle Fälle.


Bundesforum Blockflöten

Neues vom Bundesforum Männer: Vrerlogenheit

Roslin, Donnerstag, 07. Juli 2011, 00:20 (vor 2967 Tagen) @ Peter

@ Peter

* Ist es Zynismus, Dummheit, Arroganz? Unverschämt ist es auf alle Fälle.*

Ich finde das nur konsequent.

Man sollte sich von der Vorstellung verabschieden, dem Feminismus gehe es um Gerechigkeit/Gleichberechtigung.

Es geht ihm um weibliche Suprematie, er ist femizentrisch durch und durch.

Wehrdienst nur für Männer nützt Frauen, also ist er Schule der Nation, der Männer nutzbar macht für Frauen, der sie lehrt, dass sie nur eine Existenzberechtigung haben, wenn sie Frauen nützen, denn solange man Männer in die Schützengräben zwingen kann, müssen Frauen da nicht rein.

Zwangsdienste nützen Frauen, denn Jungen/Männer sollen lernen, Frauen zu entlasten und nicht lernen, nach Selbstverwirklichung zu streben.

Selbstverwirklichung steht nur Frauen zu.

Selbtverwirklichen sollen sich Frauen, dazu müssen Jungen/Männer sie entlasten.

Dann kann es nur nützen, wenn man sie zwangsweise in die Arbeiten hineinsozialisiert, die Frauen nach feministischer Auffassung nicht mehr machen wollen sollen.

Frauen berechtigen - Männer verpflichten, so läuft das Spiel der feministischen "Gleichberechtigung".

Frauen werden zur Freiheit befreit, Männer zur Unterstützung dieser weiblichen Freiheit verpflichtet.

Man will sich der Dienste der Männer versichern, ohne ihnen zu irgendeiner Gegenleistung verpflichtet zu sein.

Eine eigene Freiheit, eine eigene Selbstverwirklichung aus eigenem Recht, aus eigener Definition, ist für Männer nicht vorgesehen.

Sie sollen frauendienlich sein, nicht sich selbt verwirklichen.

Eine Selbstverwirklichung von Männern, die Fruen nicht dient, ist BÖÖÖSE.

Eine Selbstverwirklichung von Frauen, die Männern nicht dient, ist stark, ist Ausweis ihrer Emanzipation.

Benachteiligungen von Jungen gäbe es nicht

Bruno K., Mittwoch, 06. Juli 2011, 21:31 (vor 2967 Tagen) @ Michael Klein

...meint zumindest ein Beiratsmitglied:

Das Beiratsmitglied Marc Calmbach nimmt das Ergebnis des Beirats schon vorweg, wenn es nach seiner Mutmaßung keine „pauschalen“ Benachteiligungen von Jungen gäbe.

Quelle: „Mit Jungs reden“, Interview in der taz, 28.11.2010; http://www.taz.de/1/leben/alltag/artikel/1/mit-jungs-reden/ Abruf 20.12.2010


Gruß

Bruno

Das Geheimnis des Beirats "Jungenpolitik"

Thomas G., Mittwoch, 06. Juli 2011, 16:25 (vor 2967 Tagen) @ Eugen

Danke für den Hinweis. Viel erhellender ist das freilich auch nicht.

Sechs Jugendliche "als Experten in eigener Sache" in so einen Beirat zu holen, das ist eine dümmliche, populistische Volksverarschung. Und ob es mit der Bestellung der akademischen Experten besser aussieht, darf bezweifelt werden.

Die wichtigere Frage ist doch: was soll das überhaupt für eine Jungenpolitik werden? Wenigstens darauf gibt es einen zarten Hinweis:

Marc Melcher - Projektkoordinator Transferagentur "Sozialer Freiwilligendienst für Jungen" beim Paritätischen Bildungswerk (Bundesverband)

Hallo Eugen,

hierzu war schnell was zu finden:

Paritätisches Bildungswerk - Entwicklung auf Bundesebene

http://www.bildungswerk.paritaet.org/fachtagungen/dokumente2011/melcher_FT.pdf

Quelle:

http://www.bildungswerk.paritaet.org/fachtagungen/ft_bd_hessen.htm

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