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US-Männer: Aus Stolz (Ablehnung des Opferbonus) wird Weißglut

Viktor @, Dienstag, 13. Dezember 2016, 14:36 (vor 165 Tagen)

Der Politikwissenschaftler Till Hilmar in einer Rezension des Buches "Strangers in Their Own Land" von Arlie Russell Hochschild (im Wiener "Falter" 49/2016):

... Hochschild hat für dieses Selbstbild (der weißen, älteren Bevölkerung in Lousiana) eine aussagekräftige Metapher gefunden. Die "aufrichtigen" Menschen stellen sich seit Jahren in einer Schlange an, die ihren Weg zum amerikanischen Traum symbolisiert.
Nun aber drängeln sich andere vor. Es sind Schwarze, Frauen, Homosexuelle oder Flüchtlinge; Gruppen, so die Überzeugung, die einen Opferstatus für sich reklamieren und mit diesem Argument schnell nach vorne rücken.
Dem "aufrichtig" Wartenden platzt der Kragen, weil die "Regierung" dieses Vorgehen begünstigt. Der Stolz, niemals selbst einen gesellschaftlichen Opferstatus für sich eingefordert zu haben - obwohl man heimlich im Besitz des wichtigsten moralischen Kapitals ist, nämlich sich selbst treu geblieben zu sein -, verwandelt sich in Weißglut.
Das ist die von Hochschild so genannte "deep story" der konservativen Revolution. ...
Der Verratsvorwurf äußert sich als zutiefst gekränkter Stolz, weil er suggeriert, dass die Fähigkeit zur authentischen Empfindung auf dem Spiel steht. Die "Regierung" zwinge die "Aufrichtigen" dazu, Mitleid und Sympathie mit jenen Gruppen zu empfinden, die die Regeln des geordneten Anstehens missachten. ...
Eine von Donald Trumps Lieblingsphrasen lautet schlicht: It's not fair! Fast ganz Lousiana und halb Amerika darf sich endlich als Opfer fühlen, ohne dabei "poor me" zu sein. ...

Die Sehnsucht nach Respekt

Viktor @, Donnerstag, 15. Dezember 2016, 12:13 (vor 163 Tagen) @ Viktor

Harald Martenstein schreibt im "Zeit"-Magazin (15. Dezember) "Über die Sehnsucht nach Respekt":


>>Aber im Kern ist das, was zurzeit in sehr vielen Ländern auf ähnliche Weise geschieht, eine Kulturrevolte ... Reden wir ruhig über die kleinen Leute, die sind ja tatsächlich ein wichtiger Teil dieser Bewegung ... Inzwischen habe ich kapiert, dass der sogenannte Populismus etwas im Angebot hat, was unser Establishment den kleinen Leuten nicht mehr bieten kann. Das, worum es vielen Leuten geht, heißt "Stolz". ... Wie wäre es, wenn wir es stattdessen "Respekt" nennen? ... Die Leute sind es anfangs nur satt, dass ihre Lebensweise ... im Fernsehen, in den Zeitungen, in den Reden der Politiker, in den Romanen und im Kabarett fast nur noch als rückständiges Auslaufmodell vorkommt. ... Moment mal, sagen sich diese Leute, wir sind es doch, die den Karren ziehen. ... Wo, fragen sich diese Leute, kommen eigentlich wir vor in der diversity? ... Die Eliten, die in den Jahrzehnten nach 1968 entstanden sind, haben ein wachsendes Akzeptanzproblem, und solange ihnen dazu nur arrogante Wörter wie "dumm" einfallen, wird es für sie immer ungemütlicher.<<

Die erste Forderung des Grazer Vereins Freimann lautet übrigens: Männer verdienen mehr Respekt.

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