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Beschneidung (m): Nischendebatte bei den Grünen

adler @, Kurpfalz, Mittwoch, 03. August 2016, 15:17 (vor 265 Tagen)

Beim Humanistischen Pressedienst steht ein Artikel zu einer Podiumsdiskkussion einer AG der Grünen Bayern in München. Die war wenig besucht, bemerkt die Autorin. Die Argument sind es aber wert, breit gestreut zu werden, weswegen ich hier eine Zusammenfassung einstelle.

Der Artikel ist durchweg in der Möglichkeitsform geschrieben, was den Argumenten die Kraft nimmt. Ich habe ihn in der Zusammenfassung transformiert, um ihnen ihren Wert wieder zurückzugeben.


Grüne diskutieren über Beschneidung
"In 10 Jahren sollten Kinder dieselben Rechte haben wie Hunde"
Von Eva Matthes - 2. Aug 2016 - Humanistischen Pressedienst

Eva Matthes hatte sich wohl von einer Veranstaltung der GRÜNEN anderes erwartet, weshalb sie sich durch die Konjunktivform distanzieren muss. Jungs versteckt sie dann auch gleich in der Überschrift hinter Kindern.

Podiumsdiskussion im Stadtbüro der Münchner Grünen am 7. Juni 2016 (LAG (Landesarbeitsgemeinschaft) Säkulare Grüne) Bayern unter dem Titel "Beschneidung von Jungen – Eine Frage der Selbstbestimmung?".


Walter Otte (Vorstand des BAK Säkulare Grüne) im Grußwort.
Otte fasste die Geschichte des § 1631d BGB ("Beschneidungsgesetz") zusammen und merkte an, dass die damalige Debatte 2012 einen erheblichen Anstoß zur Gründung des BAK Säkulare Grüne gegeben hatte.
Nachdem das Thema der Jungenbeschneidung auch bei den Grünen lange von der Tagesordnung war, ist es nicht zuletzt dem Abschlussbericht der Kommission "Weltanschauungen, Religionsgemeinschaften und Staat" zu verdanken, dass die Grüne Partei das Thema wieder aufgreift.


Diplom-Psychologin Melitta Sluka,
Hat sich auf die Beratung von Jungen und heranwachsenden Männern spezialisiert. Schildert die Unterschiede der Geschlechter im Umgang mit Problemen.
• Probleme zu verbalisieren ist für Männer eine größere Herausforderung als für Frauen.
• Beratungsangebote für Jungs gibt es in Deutschland erst seit wenigen Jahren
• Die Verletzungsoffenheit von Jungen und Männern wird bis heute nicht wirklich wahrgenommen.
Ein Hindernis, das bezüglich der Beschneidung bei der Beratung von Jungen und Männern im Weg steht, ist das neue Gesetz, das sich negativ auf die Beratungssituation auswirkt: Für etwas Legales braucht es keine Beratungsstelle.


Drei Männern, die mit auf dem Podium saßen
stammen alle aus Kulturkreisen, die die Jungenbeschneidung bis heute rituell praktizieren.

Alexander Bachl: Muslim. Positiv an der Beschneidungsdebatte von 2012 ist, dass die Betroffenen endlich wissen, dass sie nicht alleine sind, das ist erleichternd. Es wäre wichtig, noch mehr Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben. Das Beschneidungsgesetz empfindet er als Schlag ins Gesicht.

Dr. Jérôme Segal: Mitglied der Israelitischen Kultusgemeinde in Österreich. Berichtete von negativen Reaktionen aus der jüdischen Community auf seine offiziellen Stellungnahmen pro Kinderrechte. Statt Antisemitismus bekommt er als Jude immer wieder Selbsthass vorgeworfen seit er sich für ein Beschneidungsverbot stark machte.

Wo sollten wir in 10 Jahren stehen?

Einig sind sich alle, dass der § 1631d BGB weg muss.

Die Psychologin erhofft sich dadurch mehr Chancen für Beratungsangebote, die betroffenen Männer ein Bewusstsein für das Unrecht schafft, das ihnen widerfahren ist.

Dr. Ségal empfiehlt den Grünen, sich in Bezug auf die Beschneidungsdebatte bei der Linken etwas abzuschauen, die 2012 zu großen Teilen gegen das Beschneidungsgesetz gestimmt hatte. Hofft auf gleiche Rechte für Kinder wie für Hunde (Das Kupieren von Hunden ist in Deutschland und Österreich verboten).

Wermutstropfen: Trotz des positiven Tenors war der Abend nicht gut besucht. Die Autorin schiebt dies auf "das sommerliche Wetter".

Könnte aber auch an der grünen Peergroup liegen.

Danke für die interessante Info!

Matt Alder @, Freitag, 05. August 2016, 08:12 (vor 263 Tagen) @ adler

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