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Wenn Jungen betroffen sind, sind es nur „Kinder“

gewege, Donnerstag, 05. Mai 2016, 14:53 (vor 987 Tagen)
bearbeitet von gewege, Donnerstag, 05. Mai 2016, 15:14

Bei Feministinnen ist ja oft Thema, wie Frauen diskriminiert würden, weil sie in der Sprache nicht "vorkommen" würden, nur "mitgemeint" seien. Wie sich diese Beschwerden im Deutschen durchgesetzt haben, ist ja hinlänglich bekannt.

Am 2. Mai war in den Tagesthemen wieder ein Beispiel dafür zu sehen, wie das Wort „Jungen“ gemieden wird, wenn Jungen Opfer sind. Es wurde der Beitrag „Jesidische Kindersoldaten“ gebracht, in dem darüber berichtet wurde, dass der IS jesidische „Kinder“ entführt und als Soldaten missbraucht.

Kinder? Von Mädchen war jedenfalls keine Rede; von Jungen auch nicht, sobald allgemein formuliert wurde, sondern dann nur von „Kindern“. So wie z.B. auch hier: http://www.heise.de/tp/artikel/44/44913/1.html

Meint irgend jemand, dass hier mit „Kindern“ auch Mädchen gemeint sind?

Ähnlich war es auch 2014 bei der Entführung und Tötung dreier Jungen durch die Hamas in Israel, woraus der Ghaza-Krieg entstand. Da wurde in den Tagesthemen tagelang nur von den drei „Jugendlichen“, „Siedlungskindern“ usw. gesprochen.

Auszug aus dem Tagesthemenbeitrag vom 2. Mai (Hervorhebungen in fett von mir):

[Caren Miosga in der Moderation:] […] Zehntausende Jesiden aus dem Nordirak, das sind Mitglieder einer eigenständigen Religionsgemeinschaft, wurden verfolgt, viele von ihnen ermordet, und die hilflosesten von ihnen, die Kinder, haben sie entführt und als Soldaten missbraucht. Nun kamen einige dieser Kinder aus der Gewalt des IS frei und erzählten unserem Korrespondenten Volker Schwenck von ihren traumatischen Erfahrungen.

[Volker Schwenck im Bericht:] […] Salam ist gar nicht so viel älter als die anderen Flüchtlingskinder, die gerade von der Schule zurückkommen [es werden zwei Mädchen gezeigt], doch für Schule hat er keine Zeit. […] Ich bin der einzige Mann, ich muss die Mutter und die Geschwister ernähren, meint er - was für eine Last. Wie viele Jesidenkinder von der Terrormiliz verschleppt wurden, ist nicht bekannt, es müssen *sehr* viele sein. [Adam wird dann gezeigt, als 9-jähriger entführt] Sport, Schießübungen mit der Kalaschnikow, Koranunterricht, Zwangsbekehrung und Gehirnwäsche. […] Jesidische Kindersoldaten, die für die Terrormiliz kämpfen sollten. […] Kinder zu Killern machen, durch Aufhetzen und Abstumpfen. […] Etliche ihrer Leidensgenossen mussten an die Front – sie haben nie wieder etwas von ihnen gehört.

Der Beitrag ist heruntergeladen, Beschwerdeschreiben geschickt.

Grüße
Gerhard

Wenn Jungen betroffen sind, sind es nur „Kinder“

Friedhardt, Freitag, 06. Mai 2016, 18:35 (vor 986 Tagen) @ gewege

Der Beitrag ist heruntergeladen, Beschwerdeschreiben geschickt.

Könntest Du Inhalt u. Adresse Deines Beschwerdeschreibens hier veröffentlichen oder per email zusenden?

Ich würde mich da gern anschließen.

Mit beteiligten Grüßen
Friedhardt

Mein Schreiben, Tagesthemenbeitrag auf YouTube

gewege, Freitag, 06. Mai 2016, 23:46 (vor 986 Tagen) @ Friedhardt
bearbeitet von gewege, Samstag, 07. Mai 2016, 00:14

Hallo Friedhardt,

finde dein Engagement gut.

Habe den Tagesthemenbeitrag hier hochgeladen (3:42).

Mein Schreiben an redaktion@tagesschau.de (Adresse gilt offenbar auch für Tagesthemen):

Sehr geehrte Redaktion,

am 14. April berichteten Sie in den Tagesthemen über den Jahrestag der
Verschleppung der weit über 100 Mädchen durch Boko Haram in Nigeria.

Wie wäre es, wenn Sie Ihren Beitrag „Jahrestag der verschleppten Kinder
in Nigeria“ oder „Jahrestag der verschleppten Jugendlichen in Nigeria“
genannt hätten? Nicht gut? Weil es ja Mädchen waren, was dann nicht so
deutlich geworden wäre?

Aber wenn Jungen im Irak vom IS entführt werden, um als Soldaten
missbraucht zu werden (Tagesthemenbeitrag am 2. Mai), soll das
Geschlecht nicht offensichtlich sein. Da meiden Sie das Wort „Jungen“
wie der Teufel das Weihwasser, Sie verwenden ausschließlich das
geschlechtsneutrale Wort „Kinder“ („die hilflosesten von ihnen, die
Kinder, haben sie entführt und als Soldaten missbraucht“, „Nun kamen
einige dieser Kinder aus der Gewalt des IS frei“, „Kinder zu Killern
machen“, usw.), sowohl in der Moderation als auch im Bericht.

Ähnlich verfuhren Sie zum Beispiel schon, als im Juni 2014 drei junge
Männer von der Hamas entführt und getötet wurden, was den jüngsten
Ghaza-Krieg auslöste. Da waren es auch ausschließlich „Jugendliche“,
„Siedlerkinder“ u.ä. Die Information, dass es drei Jungen waren, wurde
von Ihnen unterschlagen. Man musste es sich aus den Bildern erschließen.

Das sind nur zwei Beispiele. Sie behandeln Jungen und Mädchen, Männer
und Frauen sprachlich unterschiedlich. Offenbar soll es nicht deutlich
werden, wenn Jungen Opfer werden.

Frauenrechtlerinnen verurteilen so etwas, etwa als „Diskriminierung
durch Unsichtbarmachen“, bezeichnen es als „sexistischen
Sprachgebrauch“, allerdings lediglich, wenn es um ihr eigenes Geschlecht
geht. Diesem Anspruch von Frauenrechtlerinnen kommen Sie
selbstverständlich eifrig nach, nicht selten stellen Sie es extra
heraus, wenn etwa unter Getöteten Frauen sind.

Sie zeigten am Folgetag, am 3. Mai, dem „Tag der Pressefreiheit“, von
Passanten geäußerte negative Urteile gegenüber den Nachrichtenmedien und
damit Ihnen, und Sie brachten dafür nicht viel Verständnis auf. Diese
Einseitigkeit, mit der Diskriminierungen von Männern bewusst in Kauf
genommen wird, hat damit zu tun.

Ich erbitte dringend eine in diesem Sinne geschlechtergerechte
Formulierung der Nachrichten, wie es Ihnen für Frauen schon lange kein
Problem ist.

Es kam folgende automatische Antwort. Wäre interessant zu wissen, wieviel Resonanz tatsächlich entsteht. Im schlechtesten Fall bearbeitet eine Frauenbewegte die Eingangspost und löscht die E-Mail gleich. Davon gehe ich aber nicht aus, sondern ich denke immer noch: Steter Tropfen höhlt den Stein, oder macht ihn wenigstens nass. Nichts tun geht auch nicht.

Liebe Zuschauerin, lieber Zuschauer,
liebe Userin, lieber User,

vielen Dank für Ihr Interesse an den Beiträgen von ARD-aktuell. Es ist
schön, dass Sie sich die Mühe gemacht haben, uns Ihre Frage, Meinung oder
einen Themenvorschlag per E-Mail zu schicken.
Sie erhalten diese automatische Antwort, da es der Redaktion angesichts der
Fülle an Zuschriften leider nicht möglich ist, jede E-Mail persönlich zu
beantworten. Wir versichern Ihnen aber, dass alle Mitteilungen von uns
gelesen, ausgewertet, weitergeleitet oder auch in Redaktionssitzungen
diskutiert werden.

Nochmals herzlichen Dank für Ihre Zuschrift. Wir würden uns freuen, wenn
Sie die Angebote von ARD-aktuell als Zuschauer und User weiter begleiten.


Mit freundlichen Grüßen

Zuschauerservice
ARD-aktuell / tagesschau.de

Grüße
Gerhard

Abgeschickt! Danke an gewege.

Friedhardt, Sonntag, 08. Mai 2016, 01:45 (vor 984 Tagen) @ gewege

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