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AfD: Schub für Männerrechte?

Viktor @, Montag, 14. März 2016, 11:14 (vor 1039 Tagen)

Die AfD wird (mit Bezug auf einen Bundesprogrammentwurf, der Ende April verabschiedet werden soll) in den Medien unter anderem für ein "veraltetes Frauenbild" gescholten, das 40 Jahre zurückreiche. Die Partei sei beispielsweise gegen Kinderbetreuungsplätze für unter Dreijährige und wolle, daß Frauen drei Kinder bekämen. Der "Spiegel" (12. März) beschreibt allerdings den aktuellen Trend, daß auch gut ausgebildete Mütter vermehrt ihre Kinder betreuen wollen, anstatt so rasch wie möglich wieder in den Beruf einzusteigen (auch in diesen Beitrag verirrte sich übrigens die häufige Falschbehauptung von 22% weniger Gehalt für Frauen trotz gleicher Position). Zwar wurde die AfD als Partei frustrierter Männer mittleren Alters gesehen, doch lag beispielsweise in Sachsen-Anhalt das Verhältnis bei ihren Wählern Männer:Frauen bei immerhin 3:2.

Mit dem Eintritt für ein Beschneidungsverbot hat die Partei eine Forderung aufgenommen, die auch von feministischer Seite unterstützungsfähig wäre. So hat die Journalistin und Filmemacherin Renate Bernhard ein ausführliches "Plädoyer für das Hinschauen" verfaßt (leider kein Link verfügbar), in dem argumentiert wird, daß ein Beschneidungsverbot für Männer auch dem Kampf gegen weibliche Genitalverstümmelung dienen würde. Auch in anderen Punkten nimmt die AfD männerrechtliche Forderungen auf, tritt allerdings auch für eine Wiedereinführung der Wehrpflicht ein. Generell wird der Partei bei ihrer Arbeit in den Landtagen, in denen sie bisher vertreten ist, wenig Engagement nachgesagt (vgl. auch "Focus" 12. März).

Sollte sich die AfD die bei Wahlen erfolgreiche FPÖ als Vorbild nehmen, würden Fortschritte/Engagement in Richtung Geschlechtergerechtigkeit/gegen Männerbenachteiligungen kaum zu erwarten sein. Für die in der FPÖ tonangebenden Burschenschafter um H.-C. Strache müssen Männer mit ihren Problemen offenbar selber klarkommen, Schwäche ist daher kein Thema. Der Psychiater Reinhard Haller weist in einem "Profil"-Interview (im Rahmen der Titelgeschichte vom 14. März über Kränkungen) darauf hin, daß Buben von klein auf konditioniert werden, (psychische) Verletzungen zu verdrängen, statt sich ihnen zu stellen.

Im "Spiegel" (12. März) wird das Problem der zunehmenden Schere zwischen Arm und Reich in einer Titelgeschichte behandelt (ohne ins feministische Fahrwasser abzugleiten). Dieses Thema erhält ansonsten in den Medien bei weitem nicht die Aufmerksamkeit, die ihm gebührt.

AfD: Schub für Männerrechte?

HansG, Montag, 14. März 2016, 13:24 (vor 1039 Tagen) @ Viktor

Mit dem Eintritt für ein Beschneidungsverbot hat die Partei eine Forderung aufgenommen, die auch von feministischer Seite unterstützungsfähig wäre. So hat die Journalistin und Filmemacherin Renate Bernhard ein ausführliches "Plädoyer für das Hinschauen" verfaßt (leider kein Link verfügbar), in dem argumentiert wird, daß ein Beschneidungsverbot für Männer auch dem Kampf gegen weibliche Genitalverstümmelung dienen würde.

Eine Unterstützung von feministischer Seite ist eigentlich zwingend. Streng genommen stellt § 1631d BGB eine rechtliche Ungleichbehandlung von Mädchen dar und verstößt damit gegen Art. 3 GG. Entsprechende Forderungen zur Legalisierung der FGM wurden bereits von muslimischen Interessenverbänden erhoben.

Auch in anderen Punkten nimmt die AfD männerrechtliche Forderungen auf, tritt allerdings auch für eine Wiedereinführung der Wehrpflicht ein.

Richtig. Allerdings wird parallel auch eine (Zivil-)Dienstpflicht für gefordert. Kriegsdienstverweigerung aus Gewissensgründen sowie freiwilliger Wehrdienst für Frauen inklusive.

Seit kurzem geistert ja der mutmaßliche Entwurf für des Parteiprogramms der AfD durchs Netz: http://web.archive.org/web/20160314122004/https://correctiv.org/media/public/a6/8e/a68ed5e4-32a8-4184-8ade-5c19c37ff524/2016_02_23-grundsatzprogrammentwurf.pdf

Ich habe es bislang noch nicht vollständig gelesen.

AfD: Schub für Männerrechte?

Winrich, Montag, 14. März 2016, 13:34 (vor 1039 Tagen) @ Viktor

Jedenfalls positionieren sie sich wohl recht klar gegen Gender-Ideologie zu Lasten des Steuerzahlers.

Wenn man sich beispielsweise die Friedrich-Ebert-Stiftung anschaut, so nimmt dort GM im Sinne einer einseitigen Bevorzugung von Frauen und Umerziehung von Männern einen breiten Raum ein.

Insofern ist das Parteiprogram der AFD in der Hinsicht ein begrüßenswertes programmatisches Gegengewicht.

Mit Männerpolitischen Themen hat die AfD nicht diese Erfolge erzielt

Matt Alder @, Montag, 14. März 2016, 16:12 (vor 1039 Tagen) @ Viktor

Es ist mehr ein allgemeiner Zorn auf Dirigismus, Gesinnungsterror und Indoktrination politisch korrekter Ansichten, die in den letzten Jahren beträchtliche Ausmaße angenommen haben und um sich greifen wie Krebsgeschwüre. Die Diffamierung anders als vom Mainstream vorgegeben Denkender und die Ignoranz gegenüber quer durch die Parteienlandschaft vorhandenen kritischen Meinungsäußerungen hat das Ganze noch befeuert.

Jetzt muss die AfD zeigen, was sie drauf hat. Nach außen erscheint sie zweigeteilt in eine Gruppe von vernünftigen und klugen Köpfen und einer weiteren, der sie eine riesige Projektionsfläche für den Frust über die zurückliegenden politisch verkorksten Jahre ist. So haben die Grünen angefangen und nach Phasen heftigster Flügelkämpfe es doch noch geschafft; die Piraten haben genauso angefangen, und wenigstens die sind glücklicherweise inzwischen da wo sie hingehören.

Die AfD-Anhänger speisen sich aus einer anderen Quelle, die wollen mit Unbilden und Auswüchsen aufräumen, zumindest ihren Wahlplakaten nach. Männer-Themen? Na, schauen wir mal. Ich würde mich schon freuen, wenn sie wirksam und mit Fakten bewaffnet z.B. den Bildungsplänen in Baden-Württemberg in die Suppe spucken würden. Aber so richtig.

Gruß,

Matt

Mit Männerpolitischen Themen hat die AfD nicht diese Erfolge erzielt

Winrich, Montag, 14. März 2016, 16:53 (vor 1039 Tagen) @ Matt Alder

"Na, schauen wir mal. Ich würde mich schon freuen, wenn sie wirksam und mit Fakten bewaffnet z.B. den Bildungsplänen in Baden-Württemberg in die Suppe spucken würden. Aber so richtig."

Ja, das ist wirklich ein Thema. Was treibt die Frühsexualisierer da an? Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass 11-jährige Girlies den schwulen Analverkehr besonders spannend finden und was ist denn zum Beispiel mit SM-Beziehungen, in denen körperliche Züchtigung einvernehmlich gelebt wird. Will man den Kiddies das auch schon vermitteln?

Typische unausgegorener, rein ideologiebetriebener rotgrüner Vielfaltsmist.

Mit Männerpolitischen Themen hat die AfD nicht diese Erfolge erzielt

Matt Alder @, Montag, 14. März 2016, 17:05 (vor 1039 Tagen) @ Winrich

Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass 11-jährige Girlies den schwulen Analverkehr besonders spannend finden

Na das natürlich nicht! Wo denkst Du denn da auch nur hin? Solches läuft nach den üblichen Doppelstandards, wie z.B. bei der Beschneidung: Bei Mädels der Welt allerschlimmstes Leid, bei Jungs völlig okay.

Typische unausgegorener, rein ideologiebetriebener rotgrüner Vielfaltsmist.

Ja, wobei ich mir nicht sicher bin, ob Trieb in dem Fall noch Ideologie vor dem Karren braucht. Ich glaube, hinsichtlich Quellenrecherche müssen wir da einige Schubladen tiefer suchen, gleich neben dem Zeugs, das aus diesen komischen grünen Pflanzen gepresst und geraucht wird.

Gruß,

Matt

Mit Männerpolitischen Themen hat die AfD nicht diese Erfolge erzielt

Hans3, Montag, 14. März 2016, 19:04 (vor 1039 Tagen) @ Matt Alder

Natürlich nicht, das wäre auch Zuviel verlangt, aber immerhin steht in ihrem Wahlprogramm in BaWü einiges, was mich hoffen lässt.

Ich würde mich schon freuen, wenn sie wirksam und mit Fakten bewaffnet z.B. den Bildungsplänen in Baden-Württemberg in die Suppe spucken würden. Aber so richtig.

Lt. BaWü-Wahlprogramm wollen sie das - schauen wir mal.

Gruß,
Hans3

Männerrechte sind Unfug!

Scharlih, Montag, 14. März 2016, 21:25 (vor 1039 Tagen) @ Viktor

Männerrechte wird es mit der AfD sicher nicht geben, aber dafür ein Herunterbrechen der Frauenprivilegierung. Und nur DARUM geht es. Männerrechte sind ebenso wie Frauenrechte verfassungewidrig; denn sie wären ja Sonderrechte qua Geschlecht. Allgemeine Menschenrechte, die für beide Geschlechter im gleichen Sinne gelten, reichen völlig.

Politisch ist es daher nötig, den Staat und seinen wachsenden Einfluß auf Gesellschaft und Privatsphäre zu beschränken und ihn zunächst massiv zurückzufahren. Die liberale Agenda also, und das heißt: Schluß mit Gender, Frauengedöns und staatlich induzierte Frauenbevorzugung sowie Geschlechtervielfalt. Die AfD ist sicher keine durchweg liberale Partei, aber sie hat inzwischen weit mehr freiheitliche Themen auf der Agenda als alle anderen.

Scharlih

Männerrechte sind Unfug!

Robin Hood, Dienstag, 05. April 2016, 20:38 (vor 1017 Tagen) @ Scharlih

Männerrechte wird es mit der AfD sicher nicht geben, aber dafür ein Herunterbrechen der Frauenprivilegierung. Und nur DARUM geht es. Männerrechte sind ebenso wie Frauenrechte verfassungewidrig; denn sie wären ja Sonderrechte qua Geschlecht. Allgemeine Menschenrechte, die für beide Geschlechter im gleichen Sinne gelten, reichen völlig.

Politisch ist es daher nötig, den Staat und seinen wachsenden Einfluß auf Gesellschaft und Privatsphäre zu beschränken und ihn zunächst massiv zurückzufahren. Die liberale Agenda also, und das heißt: Schluß mit Gender, Frauengedöns und staatlich induzierte Frauenbevorzugung sowie Geschlechtervielfalt.

Zustimmung. Die Frauenprivilegierung und die Vorteile für Frauen müssen abgeschafft werden. Es ist keinesfalls eine Lösung, für Männer nun auch Vorteile und Privilegien zu fordern, wie es leider zahlreiche Männerrechtler tun. Das ist ist genauso falsch und unmoralisch wie bei den Frauen und vergrößert nur die Kluft zwischen den Geschlechtern.

Die AfD ist sicher keine durchweg liberale Partei, aber sie hat inzwischen weit mehr freiheitliche Themen auf der Agenda als alle anderen.

Nun, mit Sicherheit nicht so wie beispielsweise die PdV.

Männerrechte sind Unfug!

Radfahrer @, Dienstag, 05. April 2016, 21:32 (vor 1017 Tagen) @ Robin Hood

Es ist keinesfalls eine Lösung, für Männer nun auch Vorteile und Privilegien zu fordern, wie es leider zahlreiche Männerrechtler tun.

Beispiele?

Grüßle, Radfahrer

Männerrechte sind Unfug!

Robin Hood, Freitag, 08. April 2016, 00:21 (vor 1014 Tagen) @ Radfahrer

Es ist keinesfalls eine Lösung, für Männer nun auch Vorteile und Privilegien zu fordern, wie es leider zahlreiche Männerrechtler tun.


Beispiele?


Vermutlich ist es genau das Problem, dass die meisten Menschen so etwas nicht einmal erkennen und gar nicht merken, wenn Vorteile gefordert werden. Dann heißt es lapidar: "Wenn die Frauen das so und so machen, warum sollten wir das nicht auch tun".
Das ist dann aber eben genau das gleiche in grün.

Für Beispiele reicht im übrigen ein kurzer Blick bei MANNdat.de unter "Was wir wollen".
Das finden sich auch einige solcher Punkte. An vielen anderen Stellen genauso.

Männerrechte sind Unfug! - warum?

Hans3, Freitag, 08. April 2016, 09:01 (vor 1014 Tagen) @ Robin Hood


Für Beispiele reicht im übrigen ein kurzer Blick bei MANNdat.de unter "Was wir wollen".
Das finden sich auch einige solcher Punkte. An vielen anderen Stellen genauso.

Jetzt bin ich aber neugierig. Was meinst du konkret? Ich finde keine solchen Beispiele, was aber natürlich an mir liegen kann.

Gruß,
Hans3

Link Jungenbeschneidung

Viktor @, Dienstag, 15. März 2016, 13:50 (vor 1038 Tagen) @ Viktor

Mittlerweile gibt es einen Link zum Plädoyer von Renate Bernhard zur Genitalverstümmelung:
http://blog.monika-ebeling.de/wp-content/uploads/2016/03/Beschneidung-von-Jungen.pdf

"AfD sorgt für Entsetzen bei jüdischen und muslimischen Verbänden"

Scharlih, Freitag, 18. März 2016, 14:38 (vor 1035 Tagen) @ Viktor

"In einem Entwurf für das neue Parteiprogramm spricht sich die AfD für ein Verbot von religiösen Beschneidungen von Jungen aus. Muslimische und jüdische Verbände reagieren empört auf die Forderung."

http://www.focus.de/politik/deutschland/forderung-nach-beschneidungs-verbot-afd-sorgt-fuer-entsetzen-bei-juedischen-und-muslimischen-verbaenden_id_5353751.html

Dafür werden sie jetz gesteinigt! MANNdat mag die Feder spitzen und schon mal an einer Erklärung dazu arbeiten.

Scharlih

Jüdisches Leben erblüht wieder in Deutschland - weil die körperliche Unversehrtheit junger Juden geschützt wird!

James T. Kirk ⌂, Freitag, 18. März 2016, 19:30 (vor 1035 Tagen) @ Scharlih

Wer hätte gedacht, daß eine konservative Partei Opposition gegen Religion betreibt bzw. gegen fragwürdige religiöse Traditionen? Meines Wissens hatten gerade CDU/CSU und FDP mit überwältigender Mehrheit für das Beschneidungsgesetz gestimmt, bei SPD und Grünen gab es immerhin eine gewisse Zahl von Verweigerern.

Deutschland will nicht erwachsen werden, sondern auf ewig Epiphänomen des Holocaust sein, was für die Juden natürlich genauso gilt. Gerade bei diesem Thema kann man schön sehen, was es mit dem Gutmenschentum auf sich hat und wohin es führt. Ich plädiere hiermit dafür, daß Arne Hoffmann diesen Begriff rehabilitiert und offensiv verwendet.

Finde ich jedenfalls merkwürdig, wie man diesem Begriff seine Berechtigung und Konsistenz absprechen kann.

Ein bißchen OT, aber vielleicht interessiert ja jemanden dieser Blogartikel, wo die Sache mit der Beschneidung und der AfD zur Sprache kommt, der Holocaustmasochismus, und wo man mal sehen kann, welche Kommentare bei "Spiegel Online" unerwünscht sind.

http://lügen-presse.de/afd-sieg-bei-den-landtagswahlen/

Die AfD zeigt sich bemerkenswert unabhängig vom politkorrekten öffentlichen Diskurs, auch wenn ich ihren konservativ-leistungsethischen Habitus nicht so toll finde. Die AfD ist ja trotzdem fast schon dazu verdammt, alles richtig zu machen, weil sie "sui generis" eine Nicht-Systempartei ist und daher geradezu dazu getrieben wird, nicht politisch korrekt zu agieren.

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