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Wikipedia: Same procedure as every year

Thorsten @, Mittwoch, 08. Juli 2015, 16:08 (vor 1504 Tagen)
bearbeitet von Thorsten, Mittwoch, 08. Juli 2015, 16:56

Es ist Sommer und damit wieder einmal Zeit für einen Wikipedia Thread. Denn während Fiona Baine und ihre Freunde ganzjährig über ein bemerkenswertes Maß an Tagesfreizeit verfügen, finden Vertreter anderer Meinungen hauptsächlich im Sommer die Muße (und den Optimismus), sich an Artikel heranzuwagen, die von Fiona & Co unter Beschlag genommen wurden. Wie schon im letzten Jahr geht es auch dieses Jahr wieder, bzw. immer noch um den Artikel von Gerhard Amendt. Der ist zwar bei Leibe nicht der einzige, der von Fiona Baine in grotesker Weise manipuliert wurde, aber in seiner Art ist er doch immerhin exemplarisch.

Wikipedia meint dazu unter der Rubrik Meinungen von Kritikern und Gegnern:

Viele Personen, über die es einen Wikipedia-Artikel gibt, haben Kritiker. Deren Ansichten können dargestellt werden, solange sie für die Bedeutung der Hauptperson relevant sind, aus verlässlicher Quelle stammen und weder den Artikel dominieren noch parteiisch beschrieben sind. Achte darauf, der Kritik nicht überproportional viel Raum einzuräumen. Sofern die Kritik lediglich aus dem Lager von unbedeutenden Minderheiten stammt, ist sie für den Artikel ungeeignet.

Artikel über Ideologien, Glaubensfragen oder Richtlinien bedürfen in vielen Fällen kritischer Absätze – Personenartikel jedoch selten. Zum Beispiel ist ein kritischer Abschnitt im Artikel Kommunismus enzyklopädisch, derselbe Abschnitt in den Artikeln über jeden einzelnen Kommunisten nicht. Schwerpunkt eines biografischen Artikels sollte die Person sein, nicht ihre Kritiker.

Nico B. erläutert die Manipulation von Fiona & Co an einem konkreten Beispiel:

Für mich ist dieser Artikel ein Lehrstück für selektive Wahrnehmung und selektiven Gebrauch von Literatur, um nicht zu sagen Manipulation. Nehmen wir nur einmal die Rezension von Roellecke zu "Scheidungsväter". Wer den Artikel [liest] könnte meinen, Roellecke hätte sich im Wesentlichen kritisch geäussert, was aber keineswegs den Tatsachen entspricht. Ich zitiere mal ein paar Sätze aus dem Original: "Den Rezensenten störten zunächst der Väterblick und die häufige undifferenzierte Bezugnahme auf "die Gesellschaft". Aber nach eingehender Lektüre hat er sich zu einem eindeutigen Urteil durchgerungen: Das Buch ist gut. (...) Diese Scheidungsgeschichten, die etwa die Hälfte des Buches umfassen, sind ausgezeichnet erzählte, anschauliche Berichte, die nicht durch ihre Masse, sondern dadurch wirken, dass sie typische Situationen treffen, in denen sich jeder wiederfinden kann (...) Diesen Grad an Komplexität können Statistiken nicht darstellen (...) Die andere Hälfte des Buches ist Einzelfragen gewidmet, deren Auswahl und Gewichtung die tiefe Vertrautheit des Verfassers mit den Problemen belegen (...) Ein besonderes Glanzlicht ist der Abschnitt 'Handgreiflichkeiten'. (...) Insgesamt ist das Bild, das Amendt zeichnet, traurig, aber wohl realistisch (...) Davon weiß in diesem empfehlenswerten Buch jeder geschiedene Mann ein Lied zu singen." Also zusammengefasst: ein gutes Buch mit Glanzlichtern, empfehlenswert, ein Autor der mit der Thematik tief vertraut ist, hohe Komplexität, realistisch. Nun vergleiche bitte noch einmal mit dem Eindruck, der im Artikel vermittelt wird. Nein, dieser Artikel ist nicht aufgrund von Literatur erstellt worden, sondern aufgrund von Vorurteilen. Literatur dient hier nur dazu, die eigene Voreingenommenheit zu kaschieren, was stört wird ignoriert, verbogen oder gar nicht erst zur Kenntnis genommen.

Dass Fiona Baine, die gemeinsam mit SanFran Farmer und dem Benutzer "Genderforschung" zu den Hauptautoren des Artikels zählt, den Artikel dennoch für neutral und objektiv hält, ist wenig überraschend. Dementsprechend duldet sie kein Infragestellen von dessen Neutralität: [1],[2],[3],[4]. Wenn ihre Kritik überwiegt, dann ist das selbstverständlich die Schuld derer, die nicht genug positives über Gerhard Amendt zu schreiben wussten, also ist der Artikel für sie bestenfalls "lückenhaft". Nicht nur MatthiasGutfeldt ist da jedoch anderer Meinung:

@Fiona: Du hast letztes Jahr die Überschrift "Kritik" geändert in "Kontroversen", der Inhalt ist aber nach wie vor im Wesentlichen derselbe: Wiederholung einiger weniger Kritikpunkte mit jeweils unterschiedlichen Belegen. Diese Kritik dominiert den Artikel, was ich sachlich begründet habe. Dass Du und SanFran_Farmer als "Hauptautorinnen" der Ansicht seid, eure Arbeit sei neutral, kann ich schon verstehen. Die Neutralität des Artikels wurde aber bereits letztes Jahr bezweifelt. Du warst schon damals der Ansicht, dass der Artikel neutral sei und hast die Bausteine schon damals mit unsachlichen Bearbeitungskommentaren gelöscht und verschoben. Jetzt hast du den Baustein wieder mit unsachlichen Begründungen entfernt: [1],[2]. Solche Spekulationen über andere Benutzer unterlässt du in Zukunft. Dass sich bisher nur wenige Personen hier beteiligen liegt wohl einfach daran, dass ich den Neutralitäts-Baustein erst vor rund 23 Stunden gesetzt habe und Du ihn noch am gleichen Tag entfernt hast, und heute morgen gleich nochmal. In dieser kurzen Zeit und bei diesen häufigen Entfernungen ist es nicht weiter überraschend, dass sich niemand einfindet. Man muss auch den Mitarbeitenden im Projekt Wartungsbausteine genügend Zeit lassen. Ein paar Wochen sollten es schon sein. Wenn Du jetzt, nach einem Jahr der Inaktivität in diesem Artikel, doch der Meinung bist, dass die Neutralität des Artikels durch Ausbau verbessert werden kann, dann bleibt der Baustein trotzdem drin, bis das zur Zufriedenheit aller erledigt ist: Wikipedia ist nicht Speakers’ Corner. Wikipedia hat nicht die Aufgabe, die Moral, den Glauben oder die Orientierung von Personen zu bewerten. Sie ist kein Forum für oder gegen politische und religiös-spirituelle Standpunkte. Schreibe einen NPOV-Artikel, mit dem bestenfalls alle aktiv und passiv Beteiligten leben können. Bei nochmaliger Entfernung mache ich eine VM. Du kannst gerne den Lückenhaft-Baustein drin lassen wenn Du der Ansicht bist, dass Artikel lückenhaft ist. Das beisst sich nicht, sondern unterstreicht die von verschiedenen Benutzern erwähnten Qualitätsprobleme.

Fiona geniesst allerdings nach wie vor Narrenfreiheit. Ihr Vandalismus bleibt auch nach ihrer vierten Unterdrückung des Neutralitätsbausteins folgenlos, und dank ihrem Einsatz steht derzeit die Neutralität des Gerhard Amendt Artikels für den unbedarften Besucher der Seite auch weiterhin außer Zweifel. Alldieweil bringt Athanasian eine kurze Übersicht über Gerhard Amendts Entwicklung, die wir so garantiert nicht so schnell in Wikipedia wiederfinden werden:

Amendt hat sich abgesehen von seinen Rassismus-Büchern sein ganzes Leben lang mit Familienkonflikten und ihren politischen Folgen beschäftigt, und zwar stets focussiert auf deren Opfer. Zu Beginn standen Frauen als Opfer u.a. von häuslicher Gewalt im Mittelpunkt der Forschung und daraus ergab sich als politische Konsequenz die Einrichtung der Frauenhäuser. In der Mittleren Phase untersuchte er die Opferpersktive von Kindern hinsichtlich der (im Konfliktfall kompensatorischen) Rollen- und Identitätszuschreibungen seitens der Mütter und hinsichtlich dem Phänomen von Unerwünschtheit. Letzteres hielt er für eine Biographie für so inkompensabel, dass er die Vermeidung von Unerwünschtheit durch die Liberalisierung der Abtreibungspraxis für das Beste hielt (diesem Gedanken stehe ich persönlich in etwa so ablehnend gegenüber wie Du seinem Männerbuch :-) ). In seiner dritten Phase nahm er dann in Gestalt der "Scheidungsväter" auch die Männer in Familienkonflikten unter der Opferperspektive in den Blick - von seinem Schaffenszyklus her verständlich und konsequent, gesellschaftspolitisch jedoch ein derartiger Tabubruch, dass ihm der Salat jetzt plötzlich komplett um die Ohren geflogen ist. Männer unter einer Opferperspektive wahrzunehmen und ebenfalls politisch zu ihren Gunsten zu agieren ist nämlich nicht politisch korrekt, das ist meines Erachtens das ganze Problem, um das es geht, alles andere ist Beiwerk. Ich frage mich allerdings, ob man durch konsequente Anwendung des Gender-Mainstraming-Gedankens nicht langsam an genau dieser Stelle zu einer differenzierteren (und faireren) Betrachtung kommen könnte. Das würde denke ich viel Dampf aus der Sache nehmen. Hier im Artikel können wir denke ich so viel leisten, dass wir für die angemessene Darstellung seiner drei Schaffensphasen sorgen und den Konflikt, der sich mit seiner dritten verband, reflektiert darstellen. Deshalb würde ich den Ausbau als entscheidene Methode für die Neutralitätsverbesserung anssehen.

Wikipedia: Frauenhäuser (endlich) frei von Kritik und Kontroversen

Thorsten @, Sonntag, 12. Juli 2015, 19:54 (vor 1499 Tagen) @ Thorsten
bearbeitet von Thorsten, Sonntag, 12. Juli 2015, 20:52

Letzten Mittwoch haben wir gesehen, wie man einen Personenartikel entgegen der Wikipedia Regeln mit Kritik zupflastern kann. Heute schauen wir uns zur Abwechslung mal an, wie man einen Artikel über eine Institution von jeglicher Kritik reinwaschen kann. Und da es sich bei der kritisierten Person um Professor Gerhard Amendt gehandelt hat, was würde besser passen als der Artikel über die Institution Frauenhäuser, die von Gerhard Amendt in seinem Zeitungsartikel "Warum das Frauenhaus abgeschafft werden muss" kritisiert worden waren. Diese Kritik konnte man (natürlich zusammen mit deren Zurückweisung) bis gestern im Artikel Frauenhaus nachlesen, wo sie Fiona Baine allerdings ein Dorn im Auge war. Nachdem Fiona mit Ihrem Ansinnen auf Löschung der Kritik zunächst auf Widerstand gestoßen war, leistete Ihre Gefolgschaft, deren Haltung sowohl zum Konfliktthema als auch zu den beteiligten Benutzern selbstverständlich wie von Wikipedia gefordert "neutral" ist, ihrem Aufruf zur Abgabe einer dritten Meinungen bereitwillig und umgehend Folge, wie z.B. JosFritz, dessen "Neutralität" über alle Zweifel erhaben ist:

Nicht jeder Mist jedes abgehalfterten Bremer SDS-Dissidenten genießt Bestandsschutz auf Ewigkeit. Ganz raus mit dem Mist. --JosFritz 19:46, 9. Jul. 2015 (CEST)

Matthias Gutfeldt meint dazu:

Zunächst einmal danke für die bisherigen 3M-Beiträge, die z.T. bereits ''sieben Minuten'' nach meiner VM-Meldung hier eingetroffen sind. Es ist wahrlich erstaunlich, dass es manchen Benutzern gelingt, in so kurzer Zeit die gesamte Diskussion zum Thema und die Argumente der Beteiligten durchzulesen, wie das bei der Abgabe einer Dritten Meinung gefordert wird. Ich bin auch beeindruckt von der neutralen Haltung ("Spinner" etc) zum Konfliktthema, die auch Voraussetzung für eine 3M ist. OK, Spass beiseite. Man erlaube mir zunächst den Hinweis auf die Versionsgeschichte dieses Artikels. Sie belegt, dass Fiona B. den fraglichen Abschnitt über die Kontroverse in Deutschland bisher nicht nur für relevant hielt, sondern sogar für so relevant, dass sie ihn von 2012 bis 2014 massgeblich ausgebaut hat. Das habe ich bereits weiter oben mit Einzelnachweisen belegt. Anschliessend hat sie den Artikel fast ein ganzes Jahr lang nicht angefasst, d.h. bis gestern hielt sie den Abschnitt noch für relevant. Erst nachdem ich vorgestern gemäss der Richtlinien über den neutralen Standpunkt ergänzt hatte, wer welche Meinung vertritt, hielt sie den Abschnitt plötzlich für irrelevant und versuchte ihn sowohl häppchenweise als auch radikal zu löschen. Dieser urplötzliche Sinneswandel ist nicht logisch zu begründen. --MatthiasGutfeldt 09:04, 10. Jul. 2015 (CEST)

[Fiona,] mit deiner Argumentation könnte man auch den Abschnitt über Grossbritannien löschen; das forderst Du aber nicht (weshalb eigentlich nicht?). Oder, nur so als Beispiel, man entferne im Artikel Männerrechtsbewegung sämtliche Meinungen von Rosenbrock et al, die haben ja auch keine praktische Relevanz für die Männerrechtler, sie machen weiter wie bisher. Oder um die Kreise weiter zu ziehen, kann man im Artikel Scientology getrost die Information entfernen, dass viele Leute das nicht für eine Religion halten; diese Meinungen hatten für Scientology ja bisher auch keinerlei praktischen Konsequenzen, sie machen Kohle ohne Ende. Du siehst, worauf ich hinaus will? --MatthiasGutfeldt 09:31, 10. Jul. 2015 (CEST)

Fiona Baine könnte sich mit diesen Argumenten auseinandersetzen, aber wozu, wenn sie sie auch einfach als "ad personam und off-topic" löschen kann. Fiona Baine darf das, sie ist eben eine empfindsame Seele die sich schnell persönlich angegriffen fühlt, vor allem dann, wenn Ihr die Argumente ausgehen. Und nicht nur das, selbst ein Verweis eines anderen Benutzers auf den von ihr gelöschten Text wird zunächst von ihr und dann von JosFritz insgesamt sieben mal gelöscht [1], [2], [3], [4], [5], [6], [7]. Das war vielleicht doch ein bisschen viel, so dass sich ein Administrator genötigt sieht, darauf hinzuweisen, dass das Löschen fremder Beiträge zu unterbleiben habe. Aber selbst als der selbe Administrator Fiona am nächsten Tag in flagranti erwischt, bleibt das natürlich ohne Konsequenzen. Mehr als stetige Ermahnungen hat Fiona Baine nicht zu befürchten.

Nachdem der Widerspruch gegen das Löschen von Amendts Kritik erfolgreich neutralisiert wurde, macht sich Fiona nun ans Löschen. Zuerst verschwindet dieser (bequellte) Hinweis aus dem Artikel:

Laut John Hamel und Tonia Nicholls habe die Frauenhausbewegung in Großbritannien in den 1970/1980er Jahren den Fokus von geschlechtsunabhängigen Ansätzen der Familientherapie zu einem geschlechterspezifischen Modell verschoben, das auf feministischen Theorien von männlicher Gewalt gegen Frauen basiere.

Als nächstes entfernt sie den letzten Hinweis auf Amendts Kritik aus dem Artikel Frauenhaus, während der Abschnitt dann statt dessen in voller Länge (d.h. mit ausführlichster Zurückweisung) in den Artikel Männerrechtsbewegung gekleistert wird. Der Jubel, den diese Aktion auslöst, liefert ein weiteres Zeugnis für die "Neutralität" des anwesenden Publikums. So läuft das in der "freien Enzyklopädie".

Wikipedia: Frauenhäuser (endlich) frei von Kritik und Kontroversen

everhard, Montag, 13. Juli 2015, 10:38 (vor 1499 Tagen) @ Thorsten

Thorsten, das ist lobenswert. Aber warum tust Du Dir das an? Diese ganze Arbeit? Wiki ist ganz offenbar kein Lexikon, sondern ein Laienforum, das auf dem jeweiligen Stand festgehalten wird. Auf dem Stand, den diejenigen mit der meisten Zeit, Energie und Kenntnis der internen Klüngelei festlegen.

Daran ist nichts zu ändern, bzw. allenfalls durch komplette Sperre der Leute, die zu neutraler, wissenschaftlicher Sicht gar nicht fähig oder willens sind. Also ungefähr 90% aller Wikipedianer.

Wikipedia: "I like to watch"

Thorsten @, Montag, 13. Juli 2015, 11:30 (vor 1499 Tagen) @ everhard
bearbeitet von Thorsten, Montag, 13. Juli 2015, 11:57

Hallo Everhard,

Aber warum tust Du Dir das an? Diese ganze Arbeit?

Mein Aufwand ist eher gering verglichen mit den Wikipedia Benutzern, die sich durch ellenlange Diskussionen und Verleumdungen kämpfen müssen, um sich dann ihre Beiträge von Fiona Baine löschen zu lassen und am Ende außer einer kleinen Verzögerung absolut nichts erreichen. Und indem ich die Umtriebe in Wikipedia hier von Zeit zu Zeit einer Öffentlichkeit präsentiere, war deren Arbeit wenigstens nicht ganz für die Katz.

Wiki ist ganz offenbar kein Lexikon, sondern ein Laienforum, das auf dem jeweiligen Stand festgehalten wird. Auf dem Stand, den diejenigen mit der meisten Zeit, Energie und Kenntnis der internen Klüngelei festlegen.

Zudem ist es nützlich, die obige Hypothese ab und zu zu überprüfen und mit handfesten Belegen zu untermauern.

Und ich gebe zu, es hat auch einen gewissen Unterhaltungswert Fiona Baine dabei zu beobachten, wie sie Aleister Crowley mit einem 666 Zeichen langen Beitrag Misogynie vorwirft. Sieht so aus, als hätte sie einen neuen Artikel zum umschreiben gefunden. :-)

Wikipedia: Fakten löschen bis der Arzt kommt

Thorsten @, Sonntag, 19. Juli 2015, 16:07 (vor 1493 Tagen) @ Thorsten

Ermutigt durch Fionas Baines Erfolg von letzter Woche kommen nun sie und auch andere so richtig in Fahrt und auf den Geschmack, missliebige Kritik und andere unangenehme Fakten einfach zu löschen. Und sie stoßen damit auf so gut wie keinen nennenswerten Widerstand.

Artikel Misandrie
Ja, es gibt tatsächlich einen Artikel zum Thema Misandrie. Noch. Was es dort nicht mehr gibt, sind die folgenden Aussagen:

Der deutsche Kultur-Soziologe Rainer Paris konstatiert in seinem ideologiekritischen Essay "Doing Gender" eine alles durchdringende Kultur des Misstrauens, die das Verhältnis zwischen Männern und Frauen nachhaltig vergiftet habe. Nach dem Motto, Frauen seien grundsätzlich die besseren Menschen, sei aus dem berechtigten Anspruch nach gleichen Chancen schlicht Rassismus geworden. Behindert durch feministische Scheuklappen würden die unterschiedlichsten männlichen Verhaltensformen (Höflichkeit, Flirt etc.) zu männlichen Angriffen und Unterwerfungsstrategien uminterpretiert, was eine emotionale Verwüstung im Privat- und Intimleben erzeuge. [1] Die Literaturnobelpreisträgerin Doris Lessing sprach von "Männern als den neuen geheimen Opfern im Krieg der Geschlechter", als sie im August 2001 in einem Interview mit der britischen Zeitung "The Guardian" eine "denkfaule und heimtückische Kultur" kritisierte, die sich im Feminismus breitgemacht hätte und die darauf hinauslaufe, auf Männer einzudreschen: "Ich bin zunehmend schockiert über die gedankenlose Abwertung von Männern, die so sehr Teil unserer Kultur geworden ist, dass sie kaum noch wahrgenommen wird. Es ist Zeit, dass wir uns fragen, wer eigentlich diese Frauen sind, die ständig die Männer abwerten." Und weiter: „Die dümmsten, ungebildetsten und scheusslichsten Frauen können die herzlichsten, freundlichsten und intelligentesten Männer kritisieren und niemand sagt etwas dagegen. Die Männer scheinen so eingeschüchtert zu sein, dass sie sich nicht wehren. Aber sie sollten es tun." [2][3] (gelöscht von Fiona Baine als "nicht zum Thema gehörend)

Artikel Gender Studies
Bei Danisch konnte man letzte Woche lesen, wie die Gender Studies immer mehr ins Fadenkreuz der Kritik geraten. Da kann man in Wikipedia also ja ruhig ein wenig Nachsicht zeigen. Fiona Baine macht den Anfang und entfernt einen Hinweis auf Harald Eias Hjernevask. Das bringt Christoph Thomas auf die Idee, die Kritik bei Gender Studies habe eigentlich nichts mit dem Forschungs- und Lehrgebiet zu tun. Daraufhin entfernt Fiona eine Kritik die sich auf Judith Butlers Hinweis auf interne Widersprüche der Gender-Theorie bezieht. Und offensichtlich nichts mit Gender Studies zu tun haben auch die folgenden Aussagen:

Der Evolutionsbiologe Ulrich Kutschera kritisiert den "Genderismus" als "universitäre Pseudowissenschaft", eine "fundamentalistische Anti-Darwin-Ideologie" ähnlich dem geistesverwandten Kreationismus, die naturwissenschaftlich nicht analysiert sei. [1] Nach Ansicht von Hans Peter Klein, Professor für Didaktik der Biowissenschaften an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main, halten die genderorientierten Curricula wissenschaftlichen Ansprüchen keineswegs stand. [2] (gelöscht von Christoph Thomas)

Damit ist nun auch der Artikel Gender Studies frei von jeglicher Kritik - herzlichen Glückwunsch!

Artikel Gleichstellung der Geschlechter
Im Artikel Gleichstellung der Geschlechter ist der Abschnitt Benachteiligungen von Männern nicht einmal halb so lang wie der Abschnitt Benachteiligungen von Frauen. Aber auch das ist noch zuviel:

Männer sind in Deutschland deutlich häufiger von Obdachlosigkeit betroffen [1], sind deutlich häufiger Opfer von Mord und Totschlag, Raub und Körperverletzung [2]. Mehr als in 95% der tötlichen Arbeitsunfälle ist ein Mann betroffen [3]. In deutschen Gefängnissen ist der Anteil von Männern um die 95% [4][5]. Die Lebenserwartung von Männern in Deutschland ist ca. 5 Jahre geringer als von Frauen [6], was sich entsprechend auf Rentenleistungen und vererbte Vermögen auswirkt. 73% der getöteten Personen im deutschen Strassenverkehr waren 2010 Männer [7]. Mehr als 80% der Todesfälle durch illegale Drogen sind Männer, Stand 2010 in Deutschland [8]. (gelöscht von Fiona Baine weil "Thema verfehlt". Prozentsätze sind eben nur dann ein Indiz von Benachteiligung, wenn es sich um unbereinigte Einkommensvergleiche oder Vorstandspöstchen dreht, bzw. wenn die Zahlen direkt aus dem Gleichstellungsbüro kommen.)

Sonstiges
In der Artikeldiskussion von Jessica Valenti löscht Fiona Baine vorsorglich die Frage, ob deren Baden in männlichen Tränen nicht eine Erwähnung im Rahmen ihres Online-Aktivismus verdienen würde. Dafür besteht Fiona in der Diskussion zum Artikel Häusliche Gewalt darauf, eine ihr missliebige Pilotstudie nochmal explizit als "nicht repräsentativ" zu charakterisieren, obwohl das in der Wikipedia sonst unüblich ist. Ist hier aber wichtig, nicht das noch jemand auf die Idee kommt, Gewalt gegen Männer ernst zu nehmen. Nur im Artikel von Aleister Crowley, einem zoophil-voyeuristischen Okkultisten und Hitler-Bewunderer, findet Fiona ihren Meister in Mr. Froude und muss schmollend und unverrichteter Dinger von dannen ziehen.

Wikipedia: Fakten löschen bis der Arzt kommt

Matt Alder @, Montag, 20. Juli 2015, 09:13 (vor 1492 Tagen) @ Thorsten

Bei Danisch konnte man letzte Woche lesen, wie die Gender Studies immer mehr ins Fadenkreuz der Kritik geraten. Da kann man in Wikipedia also ja ruhig ein wenig Nachsicht zeigen. Fiona Baine macht den Anfang und entfernt einen Hinweis auf Harald Eias Hjernevask.

Auch unter dem Lemma Harald Eia ist der Hinweis verschwunden. Allerdings gibt es noch ein Lemma Hjernevask, dort ist das Genderparadox noch gelistet und auch seine Auswirkungen auf die Genderpolitik Norwegens. Allerdings wird dort schon bestritten, dass die Schließung des Genderinstituts zwingend mit der Hjernevask-Folge zu tun habe - und zitiert wird eine Quelle als angeblicher Beleg, die komischerweise die Ursprungs-Behauptung bestätigt (Kommentar am Ende des Artikels).

Gruß,

Matt

Wikipedia: Harald Eia und das Nordic Gender Institute

Thorsten @, Montag, 20. Juli 2015, 11:22 (vor 1492 Tagen) @ Matt Alder
bearbeitet von Thorsten, Montag, 20. Juli 2015, 12:15

Hallo Matt,

Auch unter dem Lemma Harald Eia ist der Hinweis verschwunden.

Das Problem, das man in der Diskussion zum Artikel Harald Eia nachlesen kann, ist, dass zwar eine zeitliche Korrelation zwischen Hjernevask und der Schließung des Nordic Gender Institute besteht, aber nirgendwo eine direkte Kausalität belegt ist. Will sagen, während sich Hjernevask zweifelsfrei kritisch mit den Grundlagen der Gender Studies auseinandersetzt und deswegen an dieser Stelle eine Erwähnung verdient, kann man nicht ohne weiteres behaupten, dass Harald Eia, bzw. Hjernevask die Schliessung des Nordic Gender Institute bewirkt habe.

Allerdings wird dort schon bestritten, dass die Schließung des Genderinstituts zwingend mit der Hjernevask-Folge zu tun habe - und zitiert wird eine Quelle als angeblicher Beleg, die komischerweise die Ursprungs-Behauptung bestätigt (Kommentar am Ende des Artikels).

Auch der Artikel im Kurier führt nur eine Korrelation an. "Die Soziologen Lorentzen und Egeland warfen Eia vor, die Genderforschung in eine schlechtes Licht zur rücken." begründet keine Kausalität und "In der Begründung für die Schließung wurden Mängel bei einer Evaluation genannt." weist auf anderweitige Ursachen hin, ob man das jetzt glauben mag oder nicht.

Wikipedia: Harald Eia und das Nordic Gender Institute

Matt Alder @, Montag, 20. Juli 2015, 12:08 (vor 1492 Tagen) @ Thorsten

Hallo Thorsten,

danke für Deine präzise Rückmeldung! Du schaust auf der einen wie auf der anderen Seite genau hin, das gefällt mir.

Auch der Artikel im Kurier führt nur eine Korrelation an. "Die Soziologen Lorentzen und Egeland warfen Eia vor, die Genderforschung in eine schlechtes Licht zur rücken." begründet keine Kausalität und "In der Begründung für die Schließung wurden Mängel bei einer Evaluation genannt." weist auf anderweitige Ursachen hin, ob man das jetzt glauben mag oder nicht.

Das tut allerdings meiner Freude keinen Abbruch, dass wenigstens ein aufgeklärtes Land diesem Spuk ein Ende machte :-D

Aber Spaß beiseite: Auch in Norwegen ist man mit Begründungen gegen Gender offensichtlich vorsichtig.

Gruß,

Matt

Wikipedia: Harald Eia und das Nordic Gender Institute

Thorsten @, Montag, 20. Juli 2015, 12:25 (vor 1492 Tagen) @ Matt Alder

Hallo Matt,

Aber Spaß beiseite: Auch in Norwegen ist man mit Begründungen gegen Gender offensichtlich vorsichtig.

Ich denke, man ist vor allem vorsichtig damit, zuzugeben, dass ein millionenschweres Forschungsprogramm von einem Komiker als Witz entlarvt wurde. :-D

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