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“Getrennterziehende” statt “Alleinerziehende”

adler @, Kurpfalz, Freitag, 12. Juni 2015, 17:17 (vor 1592 Tagen)

Gleichmass e.V. verwendet künftig den Begriff “Getrennterziehende” statt “Alleinerziehende”.

Dem kann ich mich nur anschließen. Der kolportierte Begriff Begriff “Alleinerziehende” behauptet nämlich, dass es nur einen bedauernswerten Elternteil gäbe, der sich um die Erziehung kümmern müsste. Dem ist aber nicht so. Der andere Elternteil, meist der Vater, würde sich oft gerne auch an der Erziehung des gemeinsamen Nachwuchses beteiligen, wird aber von Gerichten und Jugendamt vom persönlichen Umgang ferngehalten und darf seinen Beitrag nur in Form von "gesteigerter Erwerbsobliegenheit" durch eine monatliche Geldüberweisung an die sog. Alleinerziehende leisten.

"Statement zur Verwendung des Begriffes “Getrennterziehende”

Wir schließen uns dem Vorschlag von Klaus Ketterer vom Verein “Eltern für Kinder im Revier e. V.” an und verwenden ab sofort nicht mehr den Begriff “Alleinerziehende”, sondern “Getrennterziehende”. “Alleinerziehende” suggeriert, dass ausschließlich die aufenthaltsbestimmungs- und alleinig sorgeberechtigten Eltern Verantwortung für die Erziehung gemeinsamer Kinder übernehmen würden und blendet aus, dass es in unzähligen Trennungsfamilien zwei erziehungswillige Eltern gibt. Den hinter diesem Wort steckenden, offensichtlichen Willen von Medien und Politik, einem – meist dem väterlichen – Elternteil mittels diskriminierendem Sprachgebrauch Erziehungsfähigkeit und – willen sowie eine gemeinsame elterliche Augenhöhe abzusprechen, tragen wir ab sofort nicht mehr mit."

https://gleichmass.wordpress.com/2015/06/12/statement-zur-verwendung-des-begriffes-getrennterziehende/

Gruß
adler

“Getrennterziehende” statt “Alleinerziehende”

Friedhardt, Freitag, 12. Juni 2015, 21:02 (vor 1592 Tagen) @ adler

Dem kann ich mich nur anschließen.

Danke für diesen Anstoß. Begriffe - falsche wie zutreffende - schaffen Wirklichkeit.
In diesem Sinne schließe ich mich ebenfalls gerne an.

Mit klarstellenden Grüßen

Friedhardt

Schließe mich ebenfalls an

AndreasKs. @, Samstag, 13. Juni 2015, 09:31 (vor 1591 Tagen) @ Friedhardt

“Getrennterziehende” statt “Alleinerziehende”

NorbertU ⌂ @, Nordhessen, Samstag, 13. Juni 2015, 18:07 (vor 1591 Tagen) @ adler

Ich verwende den irreführenden Begriff „alleinerziehend“ gerne in Anführungsstrichen. Der Grund dafür ist, dass es keine „Alleinerziehenden“ gibt.
Ein afrikanisches Sprichwort sagt sehr treffend, dass es ein ganzes Dorf braucht, um ein Kind zu erziehen.
Gerade die angeblich allein erziehenden erziehen nicht allein. Sie geben dies an Kinderkrippen, Kindergärten, Schulen und Horte ab. Aber auch an Sportvereine und Freizeiteinrichtungen für Kinder und Jugendliche. Die Politik unterstützt dies, indem Kinder schon bald nach der Geburt in Fremdbetreuung gegeben werden sollen und in Betreuungseinrichtungen Sozialarbeiter und Psychologen die entstehenden Defizite aufarbeiten sollen.
Ich kenne nur einen einzigen “Alleinerziehenden“, nämlich Robinson Crusoe in dem Buch von Daniel Defoe. Der „erzog“ einen Eingeborenen, den er Freitag nannte, ganz allein nach seinen Vorstellungen. Aber das ist nur eine Romanfigur.
Der Begriff „Getrennterziehend“ trifft die Situation eines Kindes, das mit einem seiner Eltern nicht zusammen lebt, sehr genau.
Es ist zu unterstützen, diesen Begriff zu verwenden und zu verbreiten.

--
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Verhalbwaiserinnen?

Radfahrer @, Samstag, 13. Juni 2015, 18:25 (vor 1591 Tagen) @ adler
bearbeitet von Radfahrer, Samstag, 13. Juni 2015, 18:32

Danke, adler, für den Link!

"Alleinerziehende" ist ein klassisches Unwort. Es wird gezielt etwas Falsches suggeriert, um politische Ziele zu verfolgen.

Tatsächlich Alleinerziehende gibt es, aber ausgesprochen selten und meist in Hartz-4-Haushalten. Also Mütter oder Väter, die zur Erziehung ihrer Kinder weder auf Partner noch auf Fremdbetreuung zurückgreifen.

Berufstätige alleinstehende Eltern lassen allermeistens fremdbetreuen(*) (Krippe, Kindergarten, Hort) und erziehen damit nicht alleine.
Dieses Modell ist das von kranken Politikerhirnen bevorzugte und wird fälschlich als "Alleinerziehend" bezeichnet, um eine (echte oder falsche) Solidarität mit diesen (mehrheitlich weiblichen) Elternteilen zu erzeugen und eine Forcierung der Fremdbetreuung - bis hinunter ins Säuglingsalter - zu rechtfertigen.

Es gibt nach wie vor eine große Zahl getrennt lebender Eltern, die ihre Kinder allem gesellschatlichen Unbill zum Trotze gemeinsam erziehen. Mit "gemeinsam" meine ich, dass sie sich in der Regel abwechseln und sich bei wichtigen Fragen (Umgangsregelung, Schulwahl, Impfungen, ...) untereinander abstimmen (Meinungsverschiedenheiten inklusive, aber wo gibt es die nicht).
Dieses Modell ist das von kranken Politikerhirnen verabscheute und wird fälschlich als "Alleinerziehend" bezeichnet, um die Erziehungsleistung insbesondere des Vaters herabzuwürdigen und einen behördlichen Eingriff in die Erziehungsarbeit zu rechtfertigen.
Und nebenbei um mehr Steuern zu kassieren: Die strikte, realitätsferne Trennung von betreuendem Elternteil einerseits und Barunterhalt leistendem Elternteil andererseits führt in Kombination mit der Teilung des Kinderfreibetrags dazu, dass derjenige Elternteil, der für das Existenzminimum des Kindes sorgt, dafür nur zur Hälfte steuerbefreit wird. Für den Staat ein Riesengeschäft, für mich ein Fall fürs Verfassungsgericht, das ja einwandfrei festegestellt hat, das Existenzminimum - auch von Kindern - habe steuerfrei zu sein, zu 100%.

Die von Dir erwähnten Umgangsverweigerer sind m.E. durchaus alleinerziehend. Der Skandal besteht für mich nicht darin, dass man sie auch so nennt, sondern, dass man ihnen die Solidarität zukommen lässt, die den betreuungswilligen, aber ausgegrenzten Elternteilen (meist Väter) eigentlich zustünde. In diesem Fall trifft auch das Wort "Getrennterziehende" nicht zu, da der getrennte Vater ja faktisch nicht erzieht, obwohl er dazu bereit und fähig ist. Vielmehr ist es geradezu ein Euphemismus; man sollte das Kind (oder vielmehr die Mutter) beim Namen nennen. Welche Wörter fallen euch ein?

Verhalbwaiserinnen? Entväterer? Bindungsvernichter? Missbrauchende?

Aber nennt solche Leute bitte nicht Getrennterziehende. Väterausgrenzung ist keine Erziehung, das ist Gewalt.

Grüßle, Radfahrer

(*) Um Missverständnissen vorzubeugen: Ich habe überhaupt nichts gegen Fremdbetreuung. Meine Tochter war ab 2 3/4 Jahren im Kindergarten und während der Grundschuljahre im Hort, und ich glaube, dass sie davon eher profitiert hat. Wenn die Eltern die Erziehung in Zusammenarbeit und im Dialog mit professionellem pädagischem Personal stemmen, kann dies eine sehr gewinnbringende Konstellation sein.

Verhalbwaiserinnen?

Friedhardt, Sonntag, 14. Juni 2015, 02:51 (vor 1591 Tagen) @ Radfahrer

Welche Wörter fallen euch ein?

Verhalbwaiserinnen? Entväterer? Bindungsvernichter? Missbrauchende?

Aber nennt solche Leute bitte nicht Getrennterziehende. Väterausgrenzung (von Friedhardt hervorgehoben) ist keine Erziehung, das ist Gewalt.

"Väterausgrenzende" würde mir gefallen. Zu bedenken ist allerdings, dass die pauschale Verwendung von in vielen Fällen zutreffenderer Begriffe dann auch umgekehrt die Falschen treffen kann (denn es soll ja auch Väter geben, die sich komplett verdrücken).

Mein Vorschlag ist also, wo immer mit dem Begriff "alleinerziehend" pauschal argumentiert wird, einen richtigstellenderen Begriff (s.o.) entgegenzuhalten - mit dem Wissen, dass es sich dabei zwar auch um eine Verallgemeinerung handelt, die aber als Antwort auf die vorausgegangene Verallgemeinerung zulässig ist.

Mit begrifflichen Grüßen

Friedhardt

Fremdbetreung oder Kindergarten?

NorbertU ⌂ @, Nordhessen, Montag, 15. Juni 2015, 11:52 (vor 1589 Tagen) @ Radfahrer
bearbeitet von NorbertU, Montag, 15. Juni 2015, 11:58

Radfahrer schreibt:
(*) Um Missverständnissen vorzubeugen: Ich habe überhaupt nichts gegen Fremdbetreuung. Meine Tochter war ab 2 3/4 Jahren im Kindergarten und während der Grundschuljahre im Hort, und ich glaube, dass sie davon eher profitiert hat. Wenn die Eltern die Erziehung in Zusammenarbeit und im Dialog mit professionellem pädagischem Personal stemmen, kann dies eine sehr gewinnbringende Konstellation sein.

Um Missverständnissen vorzubeugen: Ich habe nichts gegen den Besuch von Kindern im Kindergarten – im Gegenteil, er ist ein wichtiger Bereich zur Entwicklung von Kindern. Ich habe etwas gegen Fremdbetreuung, wenn es nicht um eine dem Alter entsprechende pädagogisch sinnvolle Maßnahme geht, sondern primär um eine Entlastung von Eltern.
Als ich in den 70er Jahren meine sozialpädagogische Ausbildung genoss, lernten wir noch den Begriff der Kindergartenreife kennen. Damit war gemeint, dass Kinder nur dann in einen Kindergarten aufgenommen wurden, die diese Reife besaßen. Kinder haben diese Reife in der Regel um den dritten Geburtstag herum. Manche etwas früher, manche auch später. Dazu gehörten Dinge wie selbstständiges An- und Ausziehen bis hin zum Binden der Schleifen an den Schuhen (Klettverschlüsse waren damals nicht selbstverständlich). Oder z.B. auch selbstständiges Essen und der selbstständige Besuch der Toilette.
Der Besuch des Kindergartens hatte nicht den Sinn, die Kinder auf Zeit zu betreuen, um die Eltern zu entlasten. Vielmehr hatte er den Sinn, die Entwicklung von Kindern altersgerecht zu fördern und sie auf den Besuch der Schule vorzubereiten.
Heute dagegen ist es Alltag, dass Kinder in Einrichtungen abgegeben werden, obwohl sie häufig bei weitem noch nicht auf dem Entwicklungsstand sind, der einen Kindergartenbesuch rechtfertigt. Der Staat bezahlt im Monat 1000,- Euro und mehr dafür, dass Getrennterziehende entlastet werden und Mütter in Familien sich ein Taschengeld zum Familieneinkommen hinzuverdienen.
Im Kindergarten unseres Dorfes gibt es heute auch eine Kinderkrippe. Diese wird fälschlich von Politikern gerne als Bildungseinrichtung angepriesen. Tatsächlich ist sie aber nur eine Verwahranstalt für Kleinstkinder. Bei schönem Wetter werden die Kleinstkinder manchmal in Krippenwagen durch das Dorf gefahren. So einen kann man z.B. hier sehen: Kinderausflugswagen In solchen Wagen werden sechs Kinder mit Beckengurten festgeschnallt. Ich habe bisher noch kein Kind in diesen Wagen gesehen, das gelacht hat. Warum auch? Ohne sich frei bewegen oder gar spielen zu können, müssen sie einen „Ausflug“ über sich ergehen lassen.

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"Fremdbetreuung"

Hans3, Dienstag, 16. Juni 2015, 08:58 (vor 1588 Tagen) @ Radfahrer

(*) Um Missverständnissen vorzubeugen: Ich habe überhaupt nichts gegen Fremdbetreuung. Meine Tochter war ab 2 3/4 Jahren im Kindergarten und während der Grundschuljahre im Hort, und ich glaube, dass sie davon eher profitiert hat. Wenn die Eltern die Erziehung in Zusammenarbeit und im Dialog mit professionellem pädagischem Personal stemmen, kann dies eine sehr gewinnbringende Konstellation sein.

Gut, dass du das noch richtig stellst. Man kann nicht einerseits gegen die sog. "Fremdbetreuung" sein und andererseits horrende Unterhaltszahlungen beklagen, die (meistens) der getrennt lebende Vater leisten muss (wie das viele hier im Forum tun); das ist ein logischer Widerspruch - von irgend etwas muss die unmittelbar betreuende Person ja auch leben!
Ich finde, man kann nicht gegen alles sein und keine sinnvollen Vorschläge/Lösungen haben.

Im übrigen kommt am meistens Kritik an der "Fremdbetreuung" von Leuten, die sich in Kindergärten und Kinderkrippen am wenigsten auskennen. Von diesen oft unsachlichen Vorbehalten ist es dann nicht mehr weit, alle männlichen Erzieher unter Generalverdacht zu stellen. Das solltet ihr auch bedenken.

Gruß,
Hans3

“Getrennterziehende” statt “Alleinerziehende” - VafK auch

gewege, Sonntag, 14. Juni 2015, 14:38 (vor 1590 Tagen) @ adler

Der VafK hat den Vorschlag auch übernommen: http://vafk-karlsruhe.de/article97-Statement-zur-Verwendung-des-Begriffes-Getrennterziehende

Der dort verlinkte SZ-Artikel http://www.sueddeutsche.de/politik/debatte-um-elternrechte-getrennt-heisst-nicht-alleinerziehend-1.2440755 enthält das Wort „Teil-Erziehende“. Andere wollen lieber von „Ein-Eltern-Familie“ sprechen.

Eine Diskussion darüber, ob der Begriff „Getrennterziehende“ gut genug oder vielleicht ein anderer besser ist, halte ich für müßig. Er betrifft unser Anliegen besser als der alte und gibt Gelegenheit, die Sprache darauf zu bringen.

Dazu in einem anderen SZ-Artikel (http://www.sueddeutsche.de/leben/familienrecht-das-klischee-vom-zahlvater-1.2081021-2 ) :

Selbst Väter, die sich nicht nur als Wochenendpapa sehen und ihr Kind fast die Hälfte des Monats betreuen, müssen nämlich den gesamten Unterhalt zahlen.
Wenn es um den Unterhalt für das Kind der getrennt lebenden Eltern geht, dann hängen die Gerichte immer noch am Klischee des Zahlvaters (seltener ist es eine Zahlmutter): Ein Elternteil betreut das Kind und erfüllt damit seine Pflicht, für das Kind zu sorgen, der andere Elternteil überweist den monatlichen Regelsatz […]. Es gilt also: Einer betreut, der andere zahlt - ihn trifft die "Barunterhaltspflicht", wie Juristen das ausdrücken.

Und Karin Jäckel in „Die heroisierte Alleinerziehende und die verniedlichte Vaterlosigkeit des Kindes“ (in „Befreiungsbewegung für Männer“):

Dass rund die Hälfte aller ledigen Mütter es bereits während der Schwangerschaft nicht mehr mit dem Vater des gemeinsamen Kindes aushält und ein Drittel der in einer eheähnlichen Beziehung mit ihm lebenden Mütter sich innerhalb des ersten halben Jahres nach der Geburt von ihm trennt, wird zwar statistisch ermittelt, doch einzig der Untauglichkeit der Väter angelastet. Dass diese Mütter in diesen Fällen zumeist einen Mann, den sie zuvor sehr schlecht kannten, zum Vater ihres Kindes machten, darf anscheinend nicht gesehen und gesagt werden.[…]

[…] sehr viele alleinerziehende Mütter [bestimmen] absolut freiwillig, ihre Kinder vaterlos aufwachsen zu lassen und auf diese Weise dem natürlichsten aller Helfer aus ihrem und auch dem Leben ihrer Kinder auszugrenzen.

Grüße
Gerhard

Danke für das Zitat von Karin Jäckel. Das bringt es auf den Punkt.

Friedhardt, Dienstag, 16. Juni 2015, 23:21 (vor 1588 Tagen) @ gewege

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