Das Forum wird vom MANNdat e.V. (Impressum) für Diskussion und Informationsaustausch zur Verfügung gestellt. Es steht allen Interessierten zur Verfügung. Die Beiträge geben ausschließlich die Meinung der jeweiligen Verfasser wieder und sind keine Verlautbarungen von MANNdat. Eine Schreibberechtigung im Forum begründet weder eine Mitgliedschaft bei MANNdat, noch setzt sie sie voraus. Um einen Schreibzugang zu bekommen, bitte hier klicken. Bitte keine Beiträge oder Bilder aus fremden Quellen ohne ausdrückliche Genehmigung der Rechteinhaber hier einstellen. Statt dessen: Kommentierte Zitate mit Quellenangabe und Link. Kontakt: forumsverwaltung@forum-maennerrechte.de
Die Kommentarfunktion auf unserer Website erlaubt, einzelne Artikel auch unmittelbar dort zu kommentieren. Wir danken allen Teilnehmern an dem regen Gedankenaustausch recht herzlich und freuen uns auch in Zukunft über einen regen Gedankenaustausch.

Warum gibt es eigentlich Männer?

Carlos, Mittwoch, 20. Mai 2015, 10:12 (vor 1557 Tagen)

Genderama weist auf einen Artikel mit dieser Überschrift hin:

http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/sexuelle-selektion-in-der-biologie-wieso-gibt-s-maenner-a-1034338.html

Ein Zitat daraus:
"Der große Vorteil ist die sexuelle Selektion. Heißt: Nicht alle Vertreter einer Art werden Eltern, sondern nur die, die das andere Geschlecht hinreichend beeindrucken - wobei Biologen für die meisten Arten davon ausgehen, dass die Männchen miteinander konkurrieren und die Weibchen dann einen Partner wählen."

Das ist auch beim Menschen nicht viel anders. Das heißt, die Frauen üben auf die Männer einen stärkeren Selektionsdruck aus als umgekehrt. Die Männer sind also mehr so wie Frauen sie haben wollen, als die Frauen so wie die Männer sie haben wollen.

Mich würde interessieren, was eine Feministin dazu sagt. Ach ja, ich weiß schon: Hate speech

Die Lektüre des Artikels erübrigt sich schon durch seine Überschrift

Matt Alder @, Mittwoch, 20. Mai 2015, 13:26 (vor 1557 Tagen) @ Carlos

- kein Text -

Warum gibt es eigentlich Männer?

Radfahrer @, Samstag, 23. Mai 2015, 19:40 (vor 1553 Tagen) @ Carlos

Hallo Carlos,

Der folgende Fehlschluss wird gerne gezogen, gerade auch in unserem Dunstkreis. Ich glaube, es ist dem Verständnis der derzeitigen geschlechterpokitischen Diskurse sehr zuträglich, wenn dieser Irrtum breiter aufgeklärt wird.

Ein Zitat daraus:
"Der große Vorteil ist die sexuelle Selektion. Heißt: Nicht alle Vertreter einer Art werden Eltern, sondern nur die, die das andere Geschlecht hinreichend beeindrucken - wobei Biologen für die meisten Arten davon ausgehen, dass die Männchen miteinander konkurrieren und die Weibchen dann einen Partner wählen."

Das ist auch beim Menschen nicht viel anders. Das heißt, die Frauen üben auf die Männer einen stärkeren Selektionsdruck aus als umgekehrt. Die Männer sind also mehr so wie Frauen sie haben wollen, als die Frauen so wie die Männer sie haben wollen.

Diese Schlussfolgerung ist falsch. Richtig ist, dass die Macht der sexuellen Selektion sich unter den Männern ungleichmäßiger verteilt als unter den Frauen. Besonders bei den lebend gebärenden Tierarten, zu denen auch der Mensch zählt, sind die Weibchen darauf angewiesen, möglichst gutes Sperma zu bekommen, denn von einem genetisch minderwertigen Partner schwanger zu werden, kann fortpflanzungstechnisch ein vergeudetes Jahr oder gar Leben bedeuten.

Die größte sexuelle Macht haben also nicht "die Weibchen", sondern diejenigen Männchen, die viele Indizien hervorragender Spermaqualität haben, so wie:

- viele/gesunde/starke/intelligente/schöne Kinder
- viele/gesunde/starke/intelligente/schöne Frauen (ja, wer eine schöne Frau hat, zieht weitere Frauen eher an als ein Single oder ein Mann mit einer unattraktiven Frau)
- eigene Gesundheit/Stärke/Intelligenz/Schönheit
- weitere artspezifische Selektionsmerkmale, beim Menschen etwa soziale/politische/ökonomische Macht

Diese Männchen legen sich einen Harem aus attraktiven Frauen zu, die diesem bereitwillig beitreten. Der Rest der Männchen, soweit er den Dienst an der Gemeinschaft (Ressourcenbeschaffung, Krieg etc.) überlebt, konkurriert um die weniger attraktiven Frauen. Beide Geschlechter müssen in dieser Liga Kompromisse machen, Männer allerdings mehr als Frauen, in dieser Gruppe stimmt also Deine Schlussfolgerung.

(Auch im zitierten Text ist ein Fehler, denn "Biologen" gehen nicht davon aus, dass es keinerlei intrasexuelle Konkurrenz unter den Weibchen gebe, das ist ja Unfug. Ohne diese Konkurrenz wären so schöne Dinge wie etwa der Minirock niemals erfunden worden)

Nur unter dieser Prämisse funktioniert der heutige Feminismus. Frauenverbände suchen immer die Symbiose mit mächtigen Männern. Ein Paradebeispiel ist Helmut Schmidt, der sich von den Feministinnen seiner Zeit in einen Rausch der jovialen Selbstgefälligkeit versetzen ließ und das damalige vormittelalterliche Scheidungsrecht durch ein nicht weniger vormittelalterliches ersetzte.

Aktuellere Beispiele sind US-Präsident Barack Obama, Bundespräsident Joachim Gauck, Nürnbergs OB und Städtetagspräsident Ulrich Maly, der ehemalige Telekom-Vorstandsvorsitzende Ron Sommer oder der ehemalige bayerische evangelische Landesbischof Johannes Friedrich. Und viele mehr.

Als "feministisch" gebrandmarkte Politik ist fast immer eine Politik des großen Mannes zu Lasten des kleinen Mannes. So gesehen ist die (von praktisch allen politisch-feministischen Gruppen mitgetragene) Geschlechterpolitik eng wesensverwandt mit dem (Sozial-)Darwinismus.

Die Frage, warum gibt es eigentlich Männer, muss eigentlich lauten, warum gibt es eigentlich kleine Männer?

Grüßle, Radfahrer

Warum gibt es eigentlich Männer?

Carlos, Dienstag, 26. Mai 2015, 17:48 (vor 1550 Tagen) @ Radfahrer

Diese Schlussfolgerung ist falsch
Nun mal langsam;-) . Danke für die neuen und interessanten Ansichten, aber gehen wir das mal durch. Ich habe zwei Aussagen getätigt:
1 Die Frauen üben auf die Männer einen stärkeren Selektionsdruck aus als umgekehrt.
2. Die Männer sind mehr so wie Frauen sie haben wollen, als die Frauen so, wie die Männer sie haben wollen.

Die zweite habe ich aus der ersten abgeleitet, also konzentriere ich mich darauf ob Deine Argumente meine erste Aussage widerlegen.

Bei den „kleinen“ und „schwachen“ Männern hast Du eingeräumt, dass meine Behauptung zutrifft (was die meisten Männer betreffen dürfte), also wende ich mich den „starken“, „großen“ und mächtigen Männern zu. Da hast Du gesagt:

Diese Männchen legen sich einen Harem aus attraktiven Frauen zu, die diesem bereitwillig beitreten.“

Das heißt also weder diese Männer üben auf die Frauen einen (großen) Selektionsdruck aus indem sie sich nur eine davon aussuchen (vermutlich weil sie möglichst viel Nachkommen zeugen wollen), noch die Frauen untereinander, indem sie von so einem Mann verlangen sich nur für eine zu entscheiden. Oder anders gesagt: Wenn die Männer mehrere Frauen haben können, brauchen sie an die Frauen nicht so große Ansprüche zu stellen wie die Frauen an die Männer, die sich für einen entscheiden müssen.

Darüber hinaus meine ich ein paar Ungereimtheiten entdeckt zu haben:
Diese Männchen legen sich einen Harem aus attraktiven Frauen zu, die diesem bereitwillig beitreten.“

Und:

Nur unter dieser Prämisse funktioniert der heutige Feminismus. Frauenverbände suchen immer die Symbiose mit mächtigen Männern.“

Attraktive Feministinnen? Na ich weiß nicht:-P .

Als "feministisch" gebrandmarkte Politik ist fast immer eine Politik des großen Mannes zu Lasten des kleinen Mannes. So gesehen ist die (von praktisch allen politisch-feministischen Gruppen mitgetragene) Geschlechterpolitik eng wesensverwandt mit dem (Sozial-)Darwinismus.

Warum sollte der große Mann den kleinen beseitigen wollen? 1. Ist der für ihn (sexuell) keine Gefahr, also warum Energie auf die „Vernichtung“ aufwenden? Und 2. erst der kleine Mann macht den großen zu großen. Wenn der kleine Mann weg ist, wird der Konkurrenzdruck für den großen härter.

Es sei denn, der große Mann will den kleinen noch kleiner machen bzw. klein halten: Je kleiner der kleine Mann ist, desto größer wird der große. Wenn Du das meinst, widerspreche ich Dir nicht.

Warum gibt es eigentlich Männer?

Radfahrer @, Freitag, 29. Mai 2015, 22:37 (vor 1547 Tagen) @ Carlos

Hallo Carlos,

danke, dass Du den Ball aufnimmst, gefällt mir!

Bei den „kleinen“ und „schwachen“ Männern hast Du eingeräumt, dass meine Behauptung zutrifft (was die meisten Männer betreffen dürfte),

Ja, aber: Dass die Weibchen einen höheren Selektionsdruck ausüben als die "kleinen, schwachen Männchen" bedeutet nicht, dass die Männchen gar keinen Selektionsdruck ausüben. Da es in der Regel uns Männern obliegt, die Frauen anzusprechen, erfahren wir in der Regel nicht, welche Frauen enttäuscht sind, weil wir sie nicht angebaggert haben. Die meisten Frauen sind für mich unattraktiv, und auch das ist eine Form von Selektionsdruck, obwohl ich weder Robbie Williams noch Kim Jong Un bin.

Das heißt also weder diese Männer üben auf die Frauen einen (großen) Selektionsdruck aus indem sie sich nur eine davon aussuchen (vermutlich weil sie möglichst viel Nachkommen zeugen wollen), noch die Frauen untereinander, indem sie von so einem Mann verlangen sich nur für eine zu entscheiden. Oder anders gesagt: Wenn die Männer mehrere Frauen haben können, brauchen sie an die Frauen nicht so große Ansprüche zu stellen wie die Frauen an die Männer, die sich für einen entscheiden müssen.

Kommt darauf an, wie viele hochattraktive Männer es gibt. M.E. sind das sehr wenige. Und die sind wählerisch. Wenn Kim Jong Un kraft seiner Attraktivität 100000 Frauen beglücken könnte, aber realistischerweise nur vielleicht 1000 schafft, wird er sich die nehmen, die ihm am besten gefallen.

Nur unter dieser Prämisse funktioniert der heutige Feminismus. Frauenverbände suchen immer die Symbiose mit mächtigen Männern.“

Attraktive Feministinnen? Na ich weiß nicht:-P .

In der Tat eine Lücke in meiner Argumentation (wobei ich nicht alle Feministinnen hässlich finde). Welches Interesse könnte ein mächtiger Mann daran haben, Frauen zu nähren und beschützen, die er nicht begatten will? Vielleicht um seine Macht gegenüber den anderen Männern zu demonstrieren und damit seine Chancen bei den attraktiven Frauen weiter zu erhöhen? Oder um den weniger attraktiven Männern weniger attraktive Frauen bieten zu können, um selbst die attraktiven abzuräumen? Oder einfach Kinderstube (fast jeder Mann wurde von einer Frau erzogen)?

Es sei denn, der große Mann will den kleinen noch kleiner machen bzw. klein halten: Je kleiner der kleine Mann ist, desto größer wird der große. Wenn Du das meinst, widerspreche ich Dir nicht.

Ja, so war das gemeint. Jeder König braucht Krieger und Knechte, die ihm Paläste und Denkmäler errichten und seinen Harem ernähren. Er wird eine Balance suchen, seine Knechte genau so viel zu versorgen und zu bespaßen und gleichzeitig klein zu machen, dass sie nicht aufmüpfig werden.

Grüßle, Radfahrer

RSS-Feed dieser Diskussion
powered by my little forum