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Schon wieder im TV: wenn Frauen ihre Kinder töten, haben sie edlere Motive als Männer, die das gleiche tun.

Friedhardt, Dienstag, 04. November 2014, 02:16 (vor 1694 Tagen)

Am Sonntag bei Günther Jauch zum Thema "Familiendrama - wenn Eltern sich und ihre Kinder töten":

Männliche Täter seien gewalttätiger, löschen eher die ganze Familie aus. Vorrangiges Motiv sei Bestrafung und Besitzstandswahrung.

Weibliche Täter seien weniger gewalttätig, töten dann eher nicht den Partner, sondern ihre (kleinen) Kinder, "weil sie die nicht allein lassen wollen". Vorrangiges Motiv sei, dass sie häufig eine gewaltgeprägte Beziehung verlassen wollen und dies als letzten Ausweg sehen. Sie können ihre armen Kleinen ja nicht schutzlos in dieser schrecklichen Welt zurücklassen.

Deshalb spricht von bei Männern von "erweitertem Mord"
bei Frauen von "erweitertem Suizid".

Wie man dem entnehmen kann, haben Frauen, wenn sie ihre Kinder töten, also die edleren Motive.

Dass dabei eine unter Umständen noch perfidere Form von Besitzdenken eine Rolle spielt, bewegt sich offensichtlich außerhalb des Horizonts der in die Öffentlichkeit wirkenden Kriminologen und Psychologen.

Mit ärgerlichen Grüßen

Friedhardt

Schon wieder im TV: wenn Frauen ihre Kinder töten, haben sie edlere Motive als Männer, die das gleiche tun.

gewege, Donnerstag, 06. November 2014, 21:34 (vor 1691 Tagen) @ Friedhardt

Das war eine Sendung mit Schieflage, wie sie bei umgekehrten Geschlechterrollen nie gelaufen wäre. Vor allem fiel die Gerichtsgutachterin Heidi (eigentlich Adelheid) Kastner durch ihre harte, völlig empathiefreie Haltung auf. Mir kam mal in den Sinn, als sie redete, dass ihr der Männerhass schon aus den Ohren kommt, allerdings weiß ich nicht, ob sie sich Verbrecherinnen gegenüber auch so stellt. Es gibt ein Buch von ihr „Täter Väter: Väter als Täter am eigenen Kind“. Bettina Röhl attestierte ihr „Herzlosigkeit, Kälte, Unsensibilität und tatsächlich offenbar schwere intellektuelle und emotionale Schwächen […].“ ( http://www.welt.de/debatte/weblogs/Sex-Macht-und-Politik/article6065906/Eine-Gutachterin-im-Josef-Fritzl-Rausch.html ), in einem anderen Zusammenhang, was nicht heißt, dass es hier nicht auch gültig wäre.

Bei Frauen wäre oft eine tiefe Depression Ursache für den erweiterten Suizid, wurde verlautet, bei Männern verletztes Selbstwertgefühl. Wenn ein verletztes Selbstwertgefühl bei Frauen Diskussionsthema wäre, würde man keine Gesellschaftsveränderung undiskutiert lassen, damit das Selbstwertgefühl der Frauen intakt bleiben könnte. Hier wurde überhaupt nichts hinterfragt, im Gegenteil, völliges Unverständnis und absolute Verurteilung dominierten.

Ein Satz der Hinterbliebenen ist bei mir hängengeblieben: „für mich war klar: ich brauche ihn nicht mehr, um mich und mein Kind zu ernähren, und das hat ihn, glaube ich, unsäglich in seinem Stolz verletzt“.

Ein Lichtblick war für mich Andreas Schmidt, der im Tatort den Familienvater spielte.

Gerhard

Schon wieder im TV: wenn Frauen ihre Kinder töten, haben sie edlere Motive als Männer, die das gleiche tun.

Matt Alder @, Freitag, 07. November 2014, 08:41 (vor 1690 Tagen) @ gewege

Ein Lichtblick war für mich Andreas Schmidt, der im Tatort den Familienvater spielte.

Hallo Gerhard,

das war ein Polizeiruf 110 ;-)

Aber Spaß beiseite: Andreas Schmidt hat sich über seine Rolle dahingehend geäußert, dass sie ihm sehr schwer gefallen sei und er überlegen musste, ob er sie annimmt. Letzten Endes hätte der Regisseur den Ausschlag gegeben, den er aus langjähriger Erfahrung kennt und den er unter anderem dafür schätzt, dass er in seinen Inszenierungen versucht die Protagonisten zu verstehen - selbst wenn sie abscheuliche Taten begehen.

Das ist der eigentliche Lichtblick für mich, dass ein Schauspieler nicht nur auf den Broterwerb sondern auch auf die Qualität der Umsetzung eines Stoffes achtet.

Weder die Serienfolge noch die Labersendung danach habe ich mir allerdings angesehen. Was Ihr beide, Du und Friedhardt, berichtet bestätigt nur meine Erwartungen. Den Rostocker Polizeiruf fand ich ein, zwei Folgen lang gut, bis auch er den Universal-Einheitsbrei-Plot aufwies:

Auf Harte-Schale-weicher-Kern-Level getunter Macho-Bulle mit neurotischer Kollegin, die versucht der bessere Mann zu sein, vor den gemeinsamen Karren gespannt, Flirt und Bettgeschichte mit ihr dennoch nicht ausgeschlossen, natürlich Probleme mit der Holden zu Hause bei der man sich fragt, wie sie sich das Leben an der Seite eines Kriminalbeamten eigentlich vorgestellt hat und was der Grund war warum sie überhaupt mit ihm zusammen ist.

Dieses Muster ist sowas von austauschbar für 90% der deutschen Krimiproduktionen und langweilt mich zu Tode. Und dann ein solches Thema in diesem Format, das konnte nur in die Hose gehen. Glotze aus, das einzig probate Mittel.

Gruß,

Matt

P.S.: Übrigens, in deutschen Krimis sind fast alle männlichen Ermittler verkrachte Typen mit ruiniertem Privatleben. Das Adolf Grimme Institut hat zwischen den Jahren 2000 - 2005 die tatsächlichen Verhältnisse untersucht und festgestellt, das 2/3 der realen Ermittler in festen und stabilen Partnerschaften leben.

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