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"Bundesforum Männer" - eine Erläuterung

Eugen, Montag, 29. Oktober 2012, 12:20 (vor 2091 Tagen) @ Eugen
bearbeitet von Eugen, Montag, 29. Oktober 2012, 16:16

Es hat Verwunderung oder gar Enttäuschung gegeben, dass der Kongress des "Bundesforum Männer" eine stramm profeministische Sicht auf Männerprobleme präsentiert. Das ist zunächst nicht den Enttäuschten anzulasten, sondern dem Bundesforum selbst, das sich mit einer dreisten Propagandalüge vorstellt: "Das Bundesforum Männer ist die Interessenvertretung für Jungen, Männer und Väter." Tatsächlich ist das "Bundesforum Männer" (BuFo) so wenig eine Interessenvertretung für Männer, wie etwa der Haus- und Grundbesitzerverband eine Interessenvertretung für Mieter ist.

Formal ist das BuFo vielmehr ein Dachverband für alle möglichen Lobbyisten, Funktionäre, erwerbsmäßige „Männerarbeiter“, teilweise wiederum Dachverbände, wie etwa der Dachverband Täterarbeit Häusliche Gewalt e.V., die Bundeskonferenz schwul-lesbischer Netzwerke e.V. oder die Gemeinschaft der kath. Männer Deutschlands, Giganten wie das Deutsche Rote Kreuz, Verdi, aber auch Kleinstbetriebe wie "Tauwetter" für „Männer, die als Junge sexualisierter Gewalt ausgesetzt waren“ oder Mannigfaltig für "antisexistische Jungenarbeit".

Freilich gibt es auch Fehleinschätzungen seitens der Männer, die da zum Objekt der Vertretung ausersehen sind. (Ohne diese "Jammerlappen" würde die ganze Pracht des BuFo schließlich keinen Sinn machen). Nirgends wurde bisher durch das BuFo versprochen, dass es sich um die Beseitigung rechtlicher, gesellschaftlicher und politischer Benachteiligungen von Männern kümmern will. "Männerrechtler" sind "Bäh", und männerrechtliche Positionen sind völlig illegitim, es sei denn, sie würden durch einen Verschwurbler gejagt und kämen in profeministischer Deutung wieder heraus.

Zuallererst kommen dort die "immer noch benachteiligten Frauen", die "immer noch nicht verwirklichte Chancengleichheit (für Frauen)", dann lange, lange nichts, dann evtl. professionelle Umerziehungsangebote an Männer. Nur so gibt es Fördergelder aus dem Frauenministerium. Ein Fant, wer etwas anderes erwartet. Da mag Frau Ministerin Schröder auf den Feminismus schimpfen, wie sie will, sie kann es sich sogar leisten, naiven Männern solch süßen Seim in die Seele zu tröpfeln, so lange ihre Referatsleiterin Icken ihr die stramme Feministin macht.

Ich beneide den armen Herrn Rosowski nicht um seinen Job. Schon diese in jeder Hinsicht, qualitativ wie quantitativ, völlig verschiedenen "Einzelmitglieder" mit einer Stimme zu vertreten, dürfte eine Herkulesarbeit sein. Das Rote Kreuz? Da kann man nur mutmaßen, dass es auf irgendeinen Ersatz für nunmehr weggefallene Ersatzdienstleistende hofft. Schwulen und Lesben? Schon jetzt doppelt und dreifach politisch repräsentiert - was könnte das BuFo ihnen noch bieten? Einzig der „Väteraufbruch für Kinder“ sticht etwas aus dieser "Uniformität" heraus. Was ihn bewogen haben mag, sich einem BuFo zu verpflichten, dass genau denen zuarbeitet, die die schlimmsten Baustellen des VAfK zu verantworten haben, darüber grüble ich noch.

Auch aus der Entstehungsgeschichte des BuFo dürfte Ungemach vorprogrammiert sein. Das BuFo ist im Grunde auf grün-feministischem Mist gewachsen, eine geistige Blüte aus dem Sumpf von Böll-Stiftung, Gunda-Werner-Institut, „Forum Männer in Theorie und Praxis der Geschlechterverhältnisse“. Und die Strategien, Denkweisen und Sprache von Protagonisten wie Gesterkamp, von Bargen u. a. sind wie in einem offenen Buch in den Grundsatzerklärungen - und vor allem in den Abgrenzungen - des BuFo nachzulesen.

Es geht diesen darum, dem Marsch in die Institutionen, der den Feministinnen so trefflich gelungen ist, nunmehr auch für Profeministen den Weg zu ebenen, für den Endsieg des Feminismus. Die Strategie des gewünschten Verlaufs ist kein Geheimnis: Erst der Feminismus, dann die Vereinnahmung der Männer in die feministische Ausrichtung, dann das große Friedensfest in einer (feministisch) gleichgeschal... äh... gestellten Gesellschaft.

Ich hätte gute Lust, den täglichen Posteingang von MANNdat, der uns von betroffenen, benachteiligten, entrechteten, wütenden, gekränkten Männern erreicht, einfach weiterzuleiten an das BuFo. Warum wenden sich diese Männer an MANNdat, wo es doch ein "Bundesforum Männer, Interessenvertretung für Jungen, Männer und Väter gibt“? Neu ist ja nur der Dachverband. Die Mitgliedsbetriebe gibt es schließlich schon lange. Die Antwort ist einfach: Das BuFo wurde nicht gegründet, diesen Männern zu helfen. Es will diese Männer umerziehen, getreu dem Motto: "Wer die menschliche Gesellschaft will, muss die männliche Überwinden!"


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