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Zur Frauenpolitik in der DDR - Teil 1

Hans3, Sonntag, 22. Januar 2012, 12:24 (vor 2713 Tagen)

Wie schon vor längerer Zeit angekündigt, möchte ich einiges über die DDR unser Thema betreffend schreiben.
Da ich in der DDR aufgewachsen bin und an ihrem Ende 33 Jahre alt war, kann und möchte ich hier meine eigenen Erfahrungen mitteilen. Ich habe auch nach objektiven Fakten und Studien gesucht. Diese Suche war äußerst beschwerlich, da das Internet noch nicht so alt ist, und was es jetzt gibt ist vor allem aus feministischer Sicht geschrieben, d.h. man muss erst einmal mühevoll den ideologischen Ballast entfernen, um objektive Fakten zu erhalten. Deswegen hat es auch einige Zeit gedauert. Bedanken möchte ich mich bei Michael Klein, der mir bei der Recherche bzgl. der Bildungssituation der Jungen geholfen hat.

Jenseits allem ideologischen Tam-Tam ist, wie schon ein Bundeskanzler wusste, „entscheidend, was hinten raus kommt“, also die Ergebnisse:
„Als ich ihnen dann schließlich begegnete, Anfang 1990, erschreckten mich ihre verhärmten Gesichter, die abgearbeiteten Gestalten, sie sahen so ausgepowert aus und hatten ein Selbstbewusstsein und einen Pragmatismus, die mich faszinierten. Ihr Auftreten war so resolut, manchmal fast unfreundlich, und wenn ich auf Frauenbewegte traf, irritierte mich ihre burschikose und kurzangebundene Art. Überallhin schleppten sie ihre Kinder mit, forderten lautstark die Erhaltung der Kinderbetreuungseinrichtungen – und wir dachten geringschätzig: Was hat das mit Feminismus zu tun? Sie beharrten auf die Beibehaltung der Fristenregelung und plädierten für Beratungspflicht und wir belehrten: Nicht in diesem Staat. Sie stellten sich selbstverständlich als Jurist oder Arzt vor –und wir korrigierten entnervt: Ärztin! Zur Frauen - Disco brachten sie ihre Freunde und Männer mit - und wir brüllten: Männer raus!“ (Baureihel in Rohnstock 1996:152)"
„Die Mehrheit der Frauen in der DDR dachte sich als Paar in der Familie, mit Kindern als Zentrum, als Entscheidungsfreiraum und Gestaltungschance, welche mehrheitlich nicht gegen, nicht ohne einen Mann/Partner definiert wurde. (vgl.Bertram/Bütow 1994 in Milz 1996:350) Das Geschlechterbild ist weitgehend polar und komplementär und unterscheidet sich von dem der BRD.“(Beides aus: http://www.hausarbeiten.de/faecher/vorschau/96648.html; dieser Artikel ist gar nicht sooo schlecht, ist aber trotzdem die feministische Sicht)

„Das passiert schnell, wenn OstlerInnen das Gefühl haben, von WestlerInnen -belehrt zu werden – und WestlerInnen meinen, in Sachen Feminismus wieder beim Feuerstein anfangen zu müssen.
Unsere Dozentin, die auf diese Weise „lebensnah“ das Seminar zur „Feministischen Sprachwissenschaft“ einleiten wollte, ist angesichts des Tumults im sonst so schweigsamen Hörsaal sprachlos. Vermutlich beginnt sie zu ahnen, dass ein hartes Stück Arbeit auf sie zukommen wird. […]
Zu DDR-Zeiten stand „Werkzeugmacher“, „Kranführer“, „Arzt“ in den Arbeitspapieren der weiblichen Arbeitskräfte, die ihren männlichen Kollegen in Nichts nachstanden. Gleiche Arbeit, gleiche Rechte, ¬gleiche Pflichten, gleiche Sprache.“
(http://www.emma.de/hefte/ausgaben-2010/herbst-2010/die-macht-der-sprache/)
„Die Hausfrauenehe war in der DDR historisch so gut wie ausgemustert. Durch den gelebten doppelten Lebensentwurf – Arbeit und Kinder – fühlten sich die Frauen gleichberechtigt und identifizierten sich mehrheitlich mit dem Staat, der ihnen ökonomische und reproduktive Autonomie ermöglichte. Es gab Jobs, die steuer- und ¬familienrechtlich flankiert wurden, der ¬Lebensunterhalt war preiswert, die Kinderversorgung durch ausreichend Krippen¬plätze sicher gestellt. Mutterschaft wurde weniger mystifiziert, eine Scheidung drängte keine Frau – auch nicht mit Kindern – an den Rand der Gesellschaft.“ (http://www.emma.de/hefte/ausgaben-2009/novemberdezember- 2009/alles-maennerfeindinnen-2009-6/ - ihr müsst hier ein Leerzeichen entfernen)
Ja, die (West-)feministen hatten es nicht leicht ;-) , mussten sie doch den DDR-Frauen erst erklären, wie unterdrückt (von den Männern wohlbemerkt!) sie eigentlich waren und dass sie die Männer eigentlich hassen müssen.
Nach meiner Erfahrung waren „unsere“ Frauen und Mädchen sehr selbstbewusst. Wegen ihrer Berufstätigkeit wussten sie, wie schwer Arbeit ist, Männerhass war ihnen fremd und auch die Sexualität war keine Waffe (da waren sie deutlich entspannter als heute :-) )

weiter Teil 2


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