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Gendern ist (im) Programm

Thorsten @, Mittwoch, 08. Juni 2011, 00:14 (vor 2941 Tagen) @ Sascha

In der Tat. Die Piratenpartei kann sich im Grunde nur Stimmen holen, indem sie die Teile der Bevölkerung, die sich bei den anderen Parteien nicht vertreten fühlen, teils als Befürworter, teils als Protestwähler zu sich holen. Eine dieser Gruppen sind ganz normale Männer.

Ich denke die Hauptthemen der Piraten drehen sich um Zensursula, Netzdemokratie, Transparenz, Zugang zu Informationen, Datenschutz, Patent- und Urheberrecht. Auch das sind Themen unserer Zeit, und davon scheinen sie was zu verstehen.

Dagegen liest sich für mich der Punkt Geschlechter- und Familienpolitik in Ihrem Parteiprogramm als bereits durchgegendert. Ich kann mit Aussagen wie "Freie Selbstbestimmung von geschlechtlicher Identität" und "Gesellschaftsstrukturen, die sich aus Geschlechterrollenbildern ergeben, werden dem Individuum nicht gerecht und müssen überwunden werden." nichts anfangen. Was soll das bitte heissen? Wie soll die Alternative aussehen? So wie bisher? Alle Optionen offen für die Frau und Erwartungsdruck, Zwang und Scham für den Mann, damit diese Freiheit der Frauen überhaupt erst möglich wird? Beseitigung und Kompensation von "strukturellen Benachteiligungen" der Frau und Eigenverantwortung für den Mann, der sich ja schliesslich selbst für seine geschlechtliche Identität als Mann entschieden hat? Und wird Loretta jetzt endlich das Recht erhalten, Babies zu bekommen?

Oder weniger sarkastisch gefragt, hat da eigentlich auch jemand daran gedacht, daß diskriminierende Gesellschaftsstrukturen nicht nur aus Geschlechterrollenbildern, sondern ganz einfach aus individuellen Präferenzen für resourcenreiche Männer und schöne Frauen entstehen können?

Bei den Konstanzer Piraten heisst es zum Vortrag von Bruno Köhler: "Die Mehrheit der Diskutierenden wies immer wieder darauf hin, dass geschlechtsspezifische Förderung bedeute, die Unterschiede zu manifestieren und eine individuelle Entwicklung von Kindern erheblich stören." Ja was denn nun zum Teufel? Ab welchem Alter darf man denn nun seine geschlechtliche Identität frei selbst bestimmen und sich als Junge von einem Mädchen unterscheiden? Und ab welchem Alter darf man auf Anerkennung und vor allem Unterstützung bei der Entfaltung seiner geschlechtlichen Identität hoffen?

Ich habe meine Zweifel, ob viele Piraten wirklich eine klare Vorstellung davon haben, was da gespielt wird. Ich habe eher den Eindruck, daß hier von einigen wenigen ein Vakuum mit einem Genderkuckucksei aufgefüllt wurde. Insofern kann etwas mehr Aufmerksamkeit und Bewusstsein für solche Fragen sicherlich nicht schaden.


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