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(Österr. Bundespräs.-Wahl)"Das Volk der Raunzer scheut die Tat"

Viktor @, Montag, 05. Dezember 2016, 15:09 (vor 170 Tagen)

Mit dieser Schlagzeile beschrieb die Wiener "Presse" schon vor 36 Jahren die österreichische Seele. Es war wohl die Angst vor Unsicherheit wie in Großbritannien und den USA nach Brexit und Trump, die dem grünen Phlegmatiker Alexander Van der Bellen, der eine "Politik der Mitte statt Extreme" propagierte, die entscheidenden Prozentpunkte bei der Bundespräsidentenstichwahl vom 4. Dezember brachte. Daß die Stichwahl (um ein Amt, dessen Bedeutung häufig übertrieben dargestellt wurde) wiederholt werden mußte, weil die FPÖ das Ergebnis der ersten trotz fehlender Beweise für Wahlmanipulationen beeinsprucht hatte, ließ den FPÖ-Kandidaten Norbert Hofer als schlechten Verlierer dastehen (Der "Spiegel" zitierte genüßlich einen wilden Aufkleber auf den - optisch immer gleichen, langweilig gewordenen - Hofer-Plakaten: "Wählen bis zum Endsieg"). Während sich für Hofer nur das heute bedeutungslose Team Stronach aussprach, wurde Van der Bellen gefühlt von allen Anderen unterstützt. Der Rhetorikexperte Hofer war zudem in Diskussionen auch untergriffig bis aggressiv, anscheinend um bei Sachdebatten ins Persönliche abzulenken. Van der Bellen wurde von der FPÖ sogar als Kommunist und Ostspion verdächtigt. Zu Arbeitslosigkeit fiel der FPÖ ohnehin selten etwas ein.

Männerbenachteiligungen waren für Hofer kein Thema, die Partei setzt sich seit längerem für Beibehaltung der Frauenbevorzugung beim Pensionsantrittsalter ein - fällt damit verantwortungsvollen Teilen der ÖVP sowie den Neos in den Rücken - und reserviert die Segnungen von Zwangsdiensten (Bundesheer oder Zivildienst) für Männer. Laut Wahlprogramm wollte Hofer (nur) Frauen und Kindern besonderen Schutz zukommen lassen: "Gewalt gegen Frauen und Kinder verdient keine Toleranz." Damit unterschied sich der Burschenschafter nicht von der steirischen SPÖ-Landesrätin für Bildung und Gesellschaft Ursula Lackner, deren Anliegen es ist, Maßnahmen zu unterstützen, die dazu beitragen können, Gewalt (nur) an Frauen und Mädchen zu verhindern oder zu beenden (laut Vorwort in der neuen steirischen Info-Broschüre "zur Gewaltprävention für Frauen & Männer"). Was internationale Kontakte anbelangt, so zeigen sich die heute von Burschenschaftern dominierte FPÖ und Hofer eher Osteuropa, Rußland oder auch der Bewegung israelischer Siedler, die jede Friedenslösung torpedieren, zugetan, was mit Neutralität und allfälliger Vermittlerrolle schwer vereinbar wäre. Und das Flüchtlingsthema hat zum Leidwesen der FPÖ in der Wahrnehmung der Österreicher in den letzten Monaten an Brisanz eingebüßt.

Laut Meinungsforschungsinstitut Sora haben Männer diesmal zu 56% Hofer gewählt (in der ersten Stichwahl zu 54%), Frauen zu 62% (früher 54%) Van der Bellen. Dieser wurde zudem bei unter 30-jährigen Männern von 58% und bei über 60-jährigen von 55% gewählt. Der laut Slogan "mitten im Leben" stehende Hofer hatte somit nur bei Männern der mittleren Generation die Mehrheit. Sollte die Regierung, bestehend aus den ehemaligen Großparteien SPÖ und ÖVP, auseinanderbrechen, hat die FPÖ nach Neuwahlen als vermutlich dann stimmenstärkste Partei gute Chancen, den Bundeskanzler zu stellen. Ob sich die Politik aber dadurch bessern würde? Hauptziel Straches scheint eher zu sein, nach einer Machtübernahme Posten an seine Leute zu verteilen - er dürfte sich darin kaum von der Konkurrenz unterscheiden.


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