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"Equal Pay Day" 2/2016 in Österreich: Unseriöse Dramatisierung

Viktor @, Freitag, 07. Oktober 2016, 10:36 (vor 412 Tagen)

Zur Einstimmung brachte das ORF-Wirtschaftsmagazin "Eco" am 29. September einen längeren aber oberflächlichen Beitrag, in dem nur Arbeiterkammer, Gleichstellungsbeauftragte und spezielle frauenfördernde Betriebe wie der Wiener Fußballklub Rapid vertreten waren. Die Wirtschaftskammer, an der der Vorwurf der Ungleichbezahlung hängen bleibt, wurde hingegen vorsichtshalber ausgeklammert, denn dann wäre der Geschichte wohl viel Luft ausgegangen. Laut Wirtschaftskammer wäre der EPD erst im Dezember (bzw. Jänner) fällig.

Der EPD wird in Österreich gleich zweimal jährlich begangen, weil sich die Initiatorinnen nicht auf ein gemeinsames Vorgehen einigen konnten. Mit der Verdoppelung der Gedenktage machten sie sozusagen aus der Not eine Tugend und erhoffen sich mehr Aufmerksamkeit, was zB. bei der Grazer "Kleinen Zeitung" (5. und 6. Oktober) auch gelungen ist. Während die "Business & Professional Women Austria" als Berechnungsgrundlage seit heuer den Medianwert heranziehen und damit bei den Brutto-Jahresverdiensten auf minus 17,96% und das Datum 10. März für den von ihnen ausgerufenen EPD 1/2016 kamen und die Statistik Austria feststellt: "Betrachtet man die Bruttojahresverdienste der ganzjährig Vollzeitbeschäftigten, sank die geschlechtsspezifische Einkommensdifferenz von 22,5% 2004 auf 18,0% 2014", hält die AK Oberösterreich in ihrer Berechnung für die ÖGB-Frauen als Veranstalterinnen des EPD 2/2016, der auf den 11. Oktober fallen soll, noch immer am wenig aussagekräftigen arithmetischen Mittel fest und kommt damit auf minus 22,36%, jeweils für das Jahr 2014. Mit der Forderung "Gleicher Lohn für gleiche Arbeit" haben diese Prozentwerte jedoch wenig zu tun, auch wenn das immer wieder behauptet oder verwechselt wird, denn sie beziehen sich nicht auf gleiche Arbeit. Und bei Nettolöhnen - also dem, was tatsächlich ausbezahlt wird - ist die Differenz geringer.

Die Dramatisierung von Gehaltsunterschieden zwischen Männern und Frauen, ohne sich ernsthaft mit den Ursachen zu befassen, eignet sich auch dazu, von der zunehmenden Schere zwischen Arm und Reich abzulenken, die beispielsweise der Rechnungshof bemängelt hat. Oder zur Ablenkung von 7000 Stellenstreichungen durch die Eigentümer der Direktbank ING DiBa, deren Filiale am 22. Oktober in Wien eine "PayGapStation" präsentiert.


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