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Homo-Ehe und Vaterlosigkeit

Gismatis @, Basel, Mittwoch, 08. Juli 2015, 10:27 (vor 1534 Tagen) @ Carlos

Hallo Carlos

Natürlich kann man nun entgegnen, dass nicht alle verheiratete Paare Kinder bekommen (wie Arne das unlängst tat, ich weiß nicht ob Du das auch so sagen würdest).

Das ist der entscheidende Punkt. Wenn es so wäre, dass nur Paare, die miteinander Kinder bekommen können und wollen, heiraten könnten, wären ja auch Heteropaare ausgeschlossen, bei denen dies nicht der Fall ist. Somit wäre ein Verbot gleichgeschlechtlicher Ehen keine Diskriminierung gleichgeschlechtlicher Paare.

Das ändert aber nichts an der legitimen Haltung des Staates Kinder haben zu wollen und dies zu belohnen. Eine Lücke im Gesetz ist kein Argument dafür sie zu vergrößern.

Wenn es dem Staat wirklich um Kinder ginge, dann würde er verheiratete und unverheiratete Eltern gleichermaßen fördern. Ich sehe einfach, dass bei der gegenwärtigen Regelung rechtlich nicht der geringste Zusammenhang besteht und auch nicht versucht wird, diesen Zusammenhang zu stärken.

Dass man heute die Begriffe "Gleichberechtigung" und "Diskriminierung" sehr gut als Totschlagargumente missbrauchen kann, ist glaube ich der hauptsächliche Grund, warum man diese für die Homo-Ehe als Kampfbegriffe ausgewählt hat.

Es sind keine Kampfbegriffe, sondern sie sind juristisch einfach zutreffend. Kinder sind nirgends als Kriterium aufgeführt, um eine Ehe eingehen zu können. Daher kann auch nicht das Geschlecht als notwendiges Kriterium geltend gemacht werden. Kein Gegner der Homoehe hat das bisher gestört. Das ist der Grund, warum ich es ihnen nicht abnehme, wenn sie jetzt plötzlich mit diesem Argument kommen. Natürlich ist dieses Verfahren politischer Standard: Ein Argument wird nur temporär hervorgeholt, um gegen eine aktuelle Gefahr zu argumentieren. Sobald die Gefahr abgewehrt ist, verschwindet das Argument wieder und spielt keine Rolle mehr. Obwohl also nach einer erfolgreichen Abwehrung der Homoehe (die ja sowieso nur temporär wäre) der angeblich stoßende Zustand, dass viele Ehen kinderlos bleiben, bestehen bleibt, wäre das plötzlich wieder (genau wie zuvor) kein Problem mehr. Ich halte dieses Argument daher für komplett unglaubwürdig.

Überzeugender (und auch redlicher) fände ich eine Argumentation über den gesellschaftlichen (nicht juristischen) Status der Eheleute. Verheiratete drücken gesellschaftlich - im Gegensatz zu Unverheirateten, die den Endruck einer provisorischen Partnerschaft vermitteln - die höchste Stufe der Liebe aus. Hier könnte argumentiert werden, dass auch Homosexuelle fähig sind ihren Partner ebenso (bedingungslos und lebenslang) zu lieben.

Das mag man ergänzend tun, ändert aber nichts an der juristischen Argumentation.

Gruß, Gismatis


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