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Homo-Ehe und Vaterlosigkeit

NorbertU ⌂ @, Nordhessen, Montag, 29. Juni 2015, 11:35 (vor 1480 Tagen) @ Gismatis

kursiv: Ursprünglicher Text
Antwort Gismatis
Meine Antwort auf diese

In der Diskussion zur Homo-Ehe wird beharrlich ein wichtiger Aspekt verschwiegen:
Kein gleichgeschlechtliches Paar kann ein gemeinsames Kind haben.

Dieser Aspekt wird nicht verschwiegen, sondern er ist einfach offensichtlich. Die Vorstellung, dass erst leibliche Kinder eine Ehe legitimieren, ist offenbar nicht sehr verbreitet. So müssen zum Beispiel Heteropaare, die Kinder adoptieren möchten, seit jeher verheiratet sein. Hier wird gar nicht erst erwartet, dass sie eigene Kinder zeugen, denn sonst müssten sie ja nicht welche adoptieren.
Wenn dieser Aspekt offensichtlich ist, warum wird in den Medien nicht erwähnt (und somit verschwiegen), dass ein gleichgeschlechtliches Paar kein gemeinsames Kind haben kann? Der Grund ist, dass dann manche Befürworter der Adoption durch Homosexuelle ihre Meinung ändern könnten. Heterosexuelle Paare zeugen ihre Kinder in der Regel. Die Adoption ist nicht die Regel.
Vielen Menschen ist nicht bewusst, dass Kinder von homosexuellen Paaren immer leibliche Eltern verloren haben.

Alle Kinder, die in solchen Partnerschaften aufwachsen, haben mindestens einen Elternteil verloren, häufig auch beide. Adoptionswillige Schwule und Lesben bemühen sich gerne um Kinder aus anderen Ländern, da der deutsche Adoptionsmarkt nicht genügend Kinder zur Verfügung stellt. Alle diese Kinder haben leibliche Eltern, Vater und Mutter.

Es gibt keine Waisen in anderen Ländern?
Doch. Aber die Kinder müssen nicht Waisen sein, um adoptiert zu werden. Das adoptierte Kind eines schwulen Paares aus Köln zum Beispiel, dessen „Väter“ sich bei mir über meine Meinung beschwert hatten oder der Junge aus Indien, dessen Geschichte auf der Suche nach seinen Wurzeln im Fernsehen ausgestrahlt wurde.

Wer sich mit den Geschichten von adoptierten Kindern beschäftigt erfährt, dass viele von ihnen später Kontakt zu ihren leiblichen Eltern suchen.

Wenn die leiblichen Eltern noch leben, sollte dies auch ermöglicht werden. Wenn sie nicht mehr leben, sollten die Kinder wenigstens erfahren, wer sie waren.
Das ist das mindeste.

Rund ein Drittel aller Stiefkindadoptionen scheitern, später wollen entweder Kinder oder Eltern die Adoption rückgängig machen (was aber nach dem Gesetz nicht möglich ist).

Ja, irgendwann muss man sich halt entscheiden. Das müssen Heteropaare auch, wenn sie miteinander ein Kind zeugen. Dass ein bestimmter Prozentsatz eine Entscheidung später bereut, kann ja nicht heißen, dass dieser Weg nun nicht mehr gewählt wird. Dann könnten wir uns ja für gar nichts mehr entscheiden.
Das ist absurd. Ein Kind kann sich in der Regel nicht entscheiden, ob es adoptiert werden will. Eine Adoption ist (zumindest in Deutschland) nicht wieder aufzuheben. Einem leiblichen Vater kann sein ehelich geborenes Kind wegadoptiert werden, Adoptiveltern sind auf Gedeih und Verderb und ewig mit dem Kind verbunden.
Heteropaare wollen nicht annähernd häufig ihre leiblichen Kinder später wieder loswerden.
Kinder ihre biologischen Eltern sowieso nicht.

Die Homo-Ehe hat nach meiner Meinung nichts mit Gleichberechtigung zu tun, sondern ist der Ausdruck des Bedürfnisses, die klassische Ehe zu imitieren.

Sie hat sehr viel mit Gleichberechtigung zu tun: Das Recht von Frauen, einen Mann zu heiraten, wird auf Männer ausgeweitet und das Recht von Männern, eine Frau zu heiraten, wird auf Frauen ausgeweitet. Mann und Frau bekommen hier die völlig gleichen Rechte.

Auf deine Vorstellung, dass hier etwas imitiert wird, möchte ich kurz eingehen, da sie leicht für ein brauchbares Argument gehalten werden kann.
Es ist ein brauchbares Argument.
Dabei ist es nur ein Konstrukt, das nacheinander auf folgenden Vorstellungen aufbaut:

1. Die Hetero-Ehe ist das Original
2. Die Homo-Ehe ist eine Nachahmung des Originals
3. Homosexuelle wollen die Homo-Ehe, um die Hetero-Ehe zu imitieren
4. Der Wunsch der Homosexuellen wird dadurch delegitimiert

Schon der erste Punkt ist eine reine Zuschreibung deinerseits. Der letzten Punkt ist eine Annahme meinerseits. Bitte korrigiere mich, falls ich falsch liegen sollte.
Der erste Punkt ist selbstverständlich. Der zweite ist richtig. Der dritte auch. Der vierte ergibt sich daraus.
Der Wunsch nach Kindern zeigt deutlich, dass einige dieser Menschen nicht mit ihrer Lebensform zufrieden sind.

Dann sind aber auch Heteropaare, die sich Kinder wünschen, mit ihrer (aktuell kinderlosen) Lebensform «nicht zufrieden».
Heteropaare, die sich Kinder wünschen, zeugen sich welche und ziehen diese auf. Das macht diese Eltern sehr zufrieden. Heteropaare, die trotz Kinderwunsch keine bekommen, sind unzufrieden und versuchen bisweilen dies durch Adoption zu ändern.

Dies sollte nicht dazu führen, dass Kinder, die bei fremden Menschen aufwachsen, als die eigenen Kinder ausgegeben werden dürfen. Dies sind sie nicht. Sie sind vielmehr Kinder, die ihre Eltern verloren haben und bei Ersatzeltern leben.

Das ist der Vorteil bei gleichgeschlechtlichen Paaren. Bei ihnen ist es offensichtlich.
Das ist absurd.
Wenn Du die Leserbriefe bei Arne oder meine Autobiographie gelesen hast solltest Du wissen, dass das niemals ein Vorteil sein kann.

Der zweite Leserbriefschreiber regt an:

„Jedenfalls denke ich wirklich, dass wir erst einmal unbedingt eine Debatte über die Vaterlücke brauchen, in der die verschiedenen Stimmen zu Wort kommen können…“

Die brauchen wir sowieso, ganz unabhängig von der Diskussion um die Adoption durch gleichgeschlechtliche Paare.

Richtig

--
www.Stiefkindadoption.de
WWW.Opektafarmer.de


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