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Homo-Ehe und Vaterlosigkeit

Gismatis @, Basel, Sonntag, 28. Juni 2015, 15:14 (vor 1480 Tagen) @ NorbertU

Hallo NorbertU

In der Diskussion zur Homo-Ehe wird beharrlich ein wichtiger Aspekt verschwiegen:
Kein gleichgeschlechtliches Paar kann ein gemeinsames Kind haben.

Dieser Aspekt wird nicht verschwiegen, sondern er ist einfach offensichtlich. Die Vorstellung, dass erst leibliche Kinder eine Ehe legitimieren, ist offenbar nicht sehr verbreitet. So müssen zum Beispiel Heteropaare, die Kinder adoptieren möchten, seit jeher verheiratet sein. Hier wird gar nicht erst erwartet, dass sie eigene Kinder zeugen, denn sonst müssten sie ja nicht welche adoptieren.

Alle Kinder, die in solchen Partnerschaften aufwachsen, haben mindestens einen Elternteil verloren, häufig auch beide. Adoptionswillige Schwule und Lesben bemühen sich gerne um Kinder aus anderen Ländern, da der deutsche Adoptionsmarkt nicht genügend Kinder zur Verfügung stellt. Alle diese Kinder haben leibliche Eltern, Vater und Mutter.

Es gibt keine Waisen in anderen Ländern?

Wer sich mit den Geschichten von adoptierten Kindern beschäftigt erfährt, dass viele von ihnen später Kontakt zu ihren leiblichen Eltern suchen.

Wenn die leiblichen Eltern noch leben, sollte dies auch ermöglicht werden. Wenn sie nicht mehr leben, sollten die Kinder wenigstens erfahren, wer sie waren.

Rund ein Drittel aller Stiefkindadoptionen scheitern, später wollen entweder Kinder oder Eltern die Adoption rückgängig machen (was aber nach dem Gesetz nicht möglich ist).

Ja, irgendwann muss man sich halt entscheiden. Das müssen Heteropaare auch, wenn sie miteinander ein Kind zeugen. Dass ein bestimmter Prozentsatz eine Entscheidung später bereut, kann ja nicht heißen, dass dieser Weg nun nicht mehr gewählt wird. Dann könnten wir uns ja für gar nichts mehr entscheiden.

Die Homo-Ehe hat nach meiner Meinung nichts mit Gleichberechtigung zu tun, sondern ist der Ausdruck des Bedürfnisses, die klassische Ehe zu imitieren.

Sie hat sehr viel mit Gleichberechtigung zu tun: Das Recht von Frauen, einen Mann zu heiraten, wird auf Männer ausgeweitet und das Recht von Männern, eine Frau zu heiraten, wird auf Frauen ausgeweitet. Mann und Frau bekommen hier die völlig gleichen Rechte.

Auf deine Vorstellung, dass hier etwas imitiert wird, möchte ich kurz eingehen, da sie leicht für ein brauchbares Argument gehalten werden kann. Dabei ist es nur ein Konstrukt, das nacheinander auf folgenden Vorstellungen aufbaut:

1. Die Hetero-Ehe ist das Original
2. Die Homo-Ehe ist eine Nachahmung des Originals
3. Homosexuelle wollen die Homo-Ehe, um die Hetero-Ehe zu imitieren
4. Der Wunsch der Homosexuellen wird dadurch delegitimiert

Schon der erste Punkt ist eine reine Zuschreibung deinerseits. Der letzten Punkt ist eine Annahme meinerseits. Bitte korrigiere mich, falls ich falsch liegen sollte.

Der Wunsch nach Kindern zeigt deutlich, dass einige dieser Menschen nicht mit ihrer Lebensform zufrieden sind.

Dann sind aber auch Heteropaare, die sich Kinder wünschen, mit ihrer (aktuell kinderlosen) Lebensform «nicht zufrieden».

Dies sollte nicht dazu führen, dass Kinder, die bei fremden Menschen aufwachsen, als die eigenen Kinder ausgegeben werden dürfen. Dies sind sie nicht. Sie sind vielmehr Kinder, die ihre Eltern verloren haben und bei Ersatzeltern leben.

Das ist der Vorteil bei gleichgeschlechtlichen Paaren. Bei ihnen ist es offensichtlich.

Der zweite Leserbriefschreiber regt an:

„Jedenfalls denke ich wirklich, dass wir erst einmal unbedingt eine Debatte über die Vaterlücke brauchen, in der die verschiedenen Stimmen zu Wort kommen können…“

Die brauchen wir sowieso, ganz unabhängig von der Diskussion um die Adoption durch gleichgeschlechtliche Paare.

Gruß
Gismatis


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