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Weiblicher Sexismus xxx

HansG, Donnerstag, 25. Juni 2015, 01:32 (vor 1515 Tagen) @ Carlos

ich teile die implizite und oft unbewusste Prämisse nicht; die Prämisse dass Männer und Frauen gleich sind. Sie sind zwar vor dem Gesetz gleich (und das sollen sie auch), aber nicht insofern gleich, als dass sie in jeder öffentlichen oder gesellschaftlichen Situation austauschbar sind und auf die gleiche Weise wirken.

Da sind wir uns grundsätzlich einig. Auf den Sketch bezogen bricht Anke das Gesetz. Ich würde hier zumindest versuchte Gefährliche Körperverletzung ansetzen. Das ist allerdings nur meine Meinung als Laie.

Nehmen wir z.B. Fußball, das hier kürzlich Thema war; wenn ein Fußballer eine Fußballerin durch sein Können dumm aussehen lässt, ist nicht witzig, umgekehrt schon.

Auch da kommt es auf die Konstellation an. Wenn Profi-Fußballerinnen von einer Senioren- oder Jugendmannschaft deklassiert werden finde ich das schon witzig. Das gilt aber ebenso für jede Profi-Mannschaft der Männer.

In einem anderen Thread wurde der Allianz-Werbespot thematisiert. Witzig ist der aber auch nicht.

Wenn ich den ersten Teil des Satzes richtig verstehe, dann meinst du, dass die Zuschauer (die, die es wahrnehmen) die Doppelstandards als solche nicht erkennen (weil es für sie normal ist). Dann weiß ich nicht, ob das dem Video anzulasten ist. Außerdem dürften die Zuschauer in diesem Fall die Pointe gar nicht begreifen, weil die ja gerade auf die Doppelstandards abzielt, die man ja als solche erkennen müsste.

Die Pointe ist ja, dass Anke nach ihrer überzogenen Reaktion seinen Rasierer missbraucht. Der Sketch würde mit jeder anderen überzogenen Reaktion ebenfalls funktionieren. Gäbe es eine solche könnte man den Sketch durchaus mit vertauschten Rollen spielen. Wenn sie z.B. als Rache seine Shorts/Hemd/Schuhe zerschneiden/verbrennen/etc würde.

Der Doppelstandard ist, dass Gewalt gegenüber Männern durch Frauen als Lappalie angesehen wird während umgekehrt millionenschwere Kampagnen aufgefahren werden. Dabei sollte Gewalt, unabhängig vom Täter- und Opfergeschlecht grundsätzlich abgelehnt werden. Selbst der kleine Unterschied rechtfertigt hier keine Unterscheidung.

Der Doppelstandard würde dann sichtbar werden, wenn er ebenso überzogen reagieren und ihr im Anschluss z.B. den Kopf rasieren würde. Der Sketch funktioniert deshalb nur, weil er eben nicht sichtbar ist.

Das lässt sich dem Video und Anke natürlich nicht anlasten. Der Zeitgeist erlaubt einfach solche Sketche. Gut finden muss man das aber trotzdem nicht.

Der zweite Teil des Satzes, gebe ich zu, ist ein gutes Argument. Die Misshandlung (das Übertriebene) wird hier konsumierbar gemacht. Das einzige, was ich hier entgegnen kann ist, dass man den Sketch nicht für sich allein betrachten muss. Anke Engelke hat eben diesen kernigen Humor und sie nimm alle (auch Frauen) auf die selbe Weise aufs Korn (zumindest habe ich den Eindruck). Und das ist ein Bereich der Comedy - sie haben die Narrenkappe auf und können sich auch bestimmte Frechheiten erlauben (dürfen). Ich glaube, da muss man nicht alles auf die Goldwaage legen.

Ich will den Sketch nicht skandalisieren. Dazu ist er schlicht zu unbedeutend. Die Ohrfeige durch die Frau gehört seit Dekaden zu Film und Fernsehen. Aber auch deshalb muss, meiner Ansicht nach, Gewalt grundsätzlich abgelehnt und das auch so kommuniziert werden. Die Ohrfeige ist eben nicht lustig und auch nicht angebracht.

Vor 50 Jahren hat sich die Frau damit einfach etwas herausgenommen, dass man ihr normalerweise nie hätte durchgehen lassen. Heute wird ein solche Verhalten als adäquate Reaktion betrachtet. Eine unter Umständen angemessene Reaktion hingegen gilt als verachtenswert.

In der Vergangenheit wurden bereits Situationen gestellt, in denen ein Pärchen öffentlich streitet. Wurde die Frau gewalttätig gab es höchstens neugierige Blicke. Wurde hingegen der Mann gewalttätig wurde eingegriffen. Selbst dann, wenn der Mann lediglich zur Notwehr griff wurde er als Aggressor in die Schranken gewiesen.


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