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Ein Bechdel-Test für Männer

Carlos, Sonntag, 14. Juni 2015, 13:54 (vor 1528 Tagen)

Am 28.5 Forderte Arne Hoffmann auf Genderama einen Bechdeltest für Männer.

http://genderama.blogspot.de/2015/05/hin-zu-einer-maskulistischen-filmkritik.html

Dazu habe ich mir einige Gedanken gemacht und hoffe auf euren ergänzende oder kritische Beiträge. Mein Beitrag besteht aus vier Teilen und ist etwas länger geworden als gewöhnlich; ich hoffe dennoch, dass das nicht vom Lesen abschreckt.

1. Wie sich Filme in Bezug auf Geschlechter aus meiner Sicht heute darstellen.
2. Meine Überlegungen zu einem Bechdel-Test für Männer und mein Vorschlag
3. Darauf aufbauend bewerte ich dann den MacGyver Test
4. Ein paar Gedanken zum Bechdel-Test

1. Wie sich Filme in Bezug auf Geschlechter aus meiner Sicht heute darstellen.

Was heute Frauenrollen angeht, sind sie meistens leider vorhersehbar und langweilig. Entweder sind es starke Frauen oder besonders verwerfliche Opfer.

Damit eine starke Frau den Begriff nach funktioniert müssen diese zwei Aspekte herausgestellt werden: das Geschlecht und die Stärke. Das Geschlecht wird dadurch herausgestellt indem man die Frau den Männern gegenüber stellt. Die Stärke, indem die Männer im Vergleich zur starken Frau wie Trottel und Loser erscheinen.

Würde man starke Frauen schwachen Frauen gegenüberstellen, würde der Unterschied nicht mehr im Geschlecht, sondern in verschiedenen Charaktereigenschaften bestehen. So wie das bei „Heldenfilmen“ mit Männern gegen (Schurken-) Männer der Fall ist. In diesen (nicht mehr so häufigen) Filmen gab es die Möglichkeit die Charaktereigenschaften des Helden anzustreben: Mut, Entschlossenheit, List, etc. Da bei (den meisten) Filmen mit starken Frauen der Unterschied zu den Schurken und sonstigen Trotteln vordergründig das Geschlecht ist, ist der Mann von dieser Stärke per Definition ausgeschlossen. Deshalb erlebt der männliche Zuschauer diese Art der starken Frau nicht als Vorbild, sondern zu Recht als Sexismus.

Ja nicht mal als Feind kann der Mann ernst genommen werden; die Frau ist stets überlegen. Ein Problem ist nur seine animalische Brutalität den Schwächeren gegenüber. Im Übrigen ist der Mann ein Objekt der Belustigung und der Verachtung (im besten Fall nicht ernst zu nehmen); und wird mit Scham überzogen, wenn er - außerhalb des Films - ernsthaft dagegen aufbegehrt.

Es scheint fast so, als ob das, was den Frauen so bis ins Lächerliche demonstrativ zugesprochen wird, den Männern ebenso demonstrativ entzogen wird. Und das Abscheuliche dabei ist die implizite Botschaft: Entwürdigung, Entmenschlichung, ist möglich (wenn es den Richtigen trifft, oder es die Richtige tut). Und diese Botschaft ist umso schwerer zu entlarven, da wir im selbstzufriedenen Bewusstsein aufwachsen in einer Gesellschaft zu leben, in der die Menschenrechte am höchsten geschätzt werden.

Sicher gibt es auch „starke“ Männer in Hauptrollen, aber ihre Stärke wird meist entweder geschwächt, durch irgendwelche Defizite in der Persönlichkeit (Monk oder Dr. House), oder relativiert, indem ihnen eine starke Frau an die Seite gestellt wird. Das kann zwar zu interessanten und originellen männlichen Rollen führen, kann aber leider kaum als männliches Vorbild für Heranwachsende dienen.

Das Leitprinzip scheint hier zu sein: nichts Negatives über die Frauen (sonst frauenfeindlich) und nichts Positives über die Männer (weil sich die Frauen von diesen positiven Eigenschaften ausgeschlossen fühlen könnten).


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