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Wissenswertes zur EU-Umfrage über die Gleichstellungsstrategie

Thorsten @, Dienstag, 26. Mai 2015, 17:47 (vor 1547 Tagen) @ Charly
bearbeitet von Thorsten, Dienstag, 26. Mai 2015, 18:00

Es ist jetzt schon ein paar Tage her, dass uns Michael Klein auf ScienceFiles auf die EU-Umfrage über die Gleichstellungsstrategie aufmerksam gemacht hat, dieselbe läuft seit nunmehr 5 Wochen.

Und während unsere Medien Gleichstellungsthemen gar nicht breit genug treten können, wenn es darum geht, das Volk über die korrekte Meinung dazu zu belehren, herrscht nun hier, wo es darum geht sich ein Meinungsbild vom Volk einzuholen, ohrenbetäubendes Schweigen. Schaut man sich dagegen auf Google und Twitter um, dann sieht man, dass der Link eifrig innerhalb von Frauen- und Gendernetzwerken weitergereicht wird. Unter den dortigen Einträgen findet man dann auch einige erhellende Beiträge:

Vom 20. – 21.04.2015 tagte in Brüssel das „Forum on the Future of Gender Equality in the European Union“. Hierbei kamen über 300 Vertreter_innen aus EU – Instutitionen, nationalen Regierungen, internationalen und nationalen NGOs, Unternehmen und Wissenschaft zusammen, um an zukunftsfähigen Perspektiven für die Gleichstellung der Geschlechter in der EU. Ziel ist es eine neue Gleichstellungsstrategie für die Jahre 2016 – 2020 zu entwickeln, da die jetzige Ende 2015 ausläuft und eine neue noch nicht vereinbart und ebenso auf Widerstände u.a. von EU – Komissionspräsident Juncker stößt. Um diesen Widerstand abzubauen bzw. diesem entgegenzutreten wurde auch eine EU-Umfrage zur Gleichstellungsstrategie entwickelt. (Frieda-Frauenzentrum e.V.)

Damit die Gleichstellung in der EU auf halbem Wege nicht zum Erliegen kommt, haben Gleichstellungsbeauftragte in der gesamten EU gegen die aktuelle „Lustlosigkeit“ und für eine neue Strategie mobil gemacht. Im Ergebnis sollen alle Frauenverbände und ihre Mitglieder bis zum 21. Juli 2015 Gelegenheit haben, über einen kurzen online-Fragebogen ihre Sichtweise und Schwerpunkte zu einer neuen Strategie auszudrücken. (Verband berufstätiger Mütter)

Und die Women in international Security Deutschland fassen die Angelegenheit schön zusammen:

Es haben sich wohl schon einige dahinter geklemmt, diese Abstimmung zur Einstellung der Arbeitslinie so eindeutig wie möglich ausfallen zu lassen. (Women in international Security Deutschland)

In der Tat, mit solch einer höchst selektiven Kommunikation sollten sich bis zum 21.7. problemlos Zustimmungsraten für eine Fortführung der Gleichstellungsstrategie erreichen lassen, die Erich Honecker alle Ehre gemacht hätten. Und zu diesem Zeitpunkt werden wir dann vermutlich auch von den Medien über die Umfrage, bzw. deren Ergebnis informiert werden, verbunden mit einem Lob für die "Transparenz" und "partizipative Demokratie", die hier praktiziert wurden.

Es wäre schön, wenn diese Umfrage entgegen den Absichten der Verantwortlichen ein Publikum erreichen würde, das nicht nur über die Frauen- und Genderszene, sondern auch über die Männerrechtsszene hinausgeht.

Hier ist der Link zur offiziellen Seite zum Konsultationsverfahren:
http://ec.europa.eu/justice/newsroom/gender-equality/opinion/150421_en.htm

Und hier geht's zum Fragebogen:
https://ec.europa.eu/eusurvey/runner/GenderEquality2015


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