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Warum gibt es eigentlich Männer?

Radfahrer @, Samstag, 23. Mai 2015, 19:40 (vor 1549 Tagen) @ Carlos

Hallo Carlos,

Der folgende Fehlschluss wird gerne gezogen, gerade auch in unserem Dunstkreis. Ich glaube, es ist dem Verständnis der derzeitigen geschlechterpokitischen Diskurse sehr zuträglich, wenn dieser Irrtum breiter aufgeklärt wird.

Ein Zitat daraus:
"Der große Vorteil ist die sexuelle Selektion. Heißt: Nicht alle Vertreter einer Art werden Eltern, sondern nur die, die das andere Geschlecht hinreichend beeindrucken - wobei Biologen für die meisten Arten davon ausgehen, dass die Männchen miteinander konkurrieren und die Weibchen dann einen Partner wählen."

Das ist auch beim Menschen nicht viel anders. Das heißt, die Frauen üben auf die Männer einen stärkeren Selektionsdruck aus als umgekehrt. Die Männer sind also mehr so wie Frauen sie haben wollen, als die Frauen so wie die Männer sie haben wollen.

Diese Schlussfolgerung ist falsch. Richtig ist, dass die Macht der sexuellen Selektion sich unter den Männern ungleichmäßiger verteilt als unter den Frauen. Besonders bei den lebend gebärenden Tierarten, zu denen auch der Mensch zählt, sind die Weibchen darauf angewiesen, möglichst gutes Sperma zu bekommen, denn von einem genetisch minderwertigen Partner schwanger zu werden, kann fortpflanzungstechnisch ein vergeudetes Jahr oder gar Leben bedeuten.

Die größte sexuelle Macht haben also nicht "die Weibchen", sondern diejenigen Männchen, die viele Indizien hervorragender Spermaqualität haben, so wie:

- viele/gesunde/starke/intelligente/schöne Kinder
- viele/gesunde/starke/intelligente/schöne Frauen (ja, wer eine schöne Frau hat, zieht weitere Frauen eher an als ein Single oder ein Mann mit einer unattraktiven Frau)
- eigene Gesundheit/Stärke/Intelligenz/Schönheit
- weitere artspezifische Selektionsmerkmale, beim Menschen etwa soziale/politische/ökonomische Macht

Diese Männchen legen sich einen Harem aus attraktiven Frauen zu, die diesem bereitwillig beitreten. Der Rest der Männchen, soweit er den Dienst an der Gemeinschaft (Ressourcenbeschaffung, Krieg etc.) überlebt, konkurriert um die weniger attraktiven Frauen. Beide Geschlechter müssen in dieser Liga Kompromisse machen, Männer allerdings mehr als Frauen, in dieser Gruppe stimmt also Deine Schlussfolgerung.

(Auch im zitierten Text ist ein Fehler, denn "Biologen" gehen nicht davon aus, dass es keinerlei intrasexuelle Konkurrenz unter den Weibchen gebe, das ist ja Unfug. Ohne diese Konkurrenz wären so schöne Dinge wie etwa der Minirock niemals erfunden worden)

Nur unter dieser Prämisse funktioniert der heutige Feminismus. Frauenverbände suchen immer die Symbiose mit mächtigen Männern. Ein Paradebeispiel ist Helmut Schmidt, der sich von den Feministinnen seiner Zeit in einen Rausch der jovialen Selbstgefälligkeit versetzen ließ und das damalige vormittelalterliche Scheidungsrecht durch ein nicht weniger vormittelalterliches ersetzte.

Aktuellere Beispiele sind US-Präsident Barack Obama, Bundespräsident Joachim Gauck, Nürnbergs OB und Städtetagspräsident Ulrich Maly, der ehemalige Telekom-Vorstandsvorsitzende Ron Sommer oder der ehemalige bayerische evangelische Landesbischof Johannes Friedrich. Und viele mehr.

Als "feministisch" gebrandmarkte Politik ist fast immer eine Politik des großen Mannes zu Lasten des kleinen Mannes. So gesehen ist die (von praktisch allen politisch-feministischen Gruppen mitgetragene) Geschlechterpolitik eng wesensverwandt mit dem (Sozial-)Darwinismus.

Die Frage, warum gibt es eigentlich Männer, muss eigentlich lauten, warum gibt es eigentlich kleine Männer?

Grüßle, Radfahrer


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