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Das Denkmal Tugce bröckelt schon am 1. Prozesstag.

adler @, Kurpfalz, Freitag, 24. April 2015, 23:57 (vor 1578 Tagen)

Was war das für ein Medienhype. Nix genaues weiß man nicht. Nix genaues will man wissen! Aber sie haben eine Held_in. Endlich! Wieder! Eine junge Lehramtsanwärterin mit Migrartionshintergrund. Frau, intelligent (studiert, Lehramt) mit ausländischen Wurzeln. Genau dass, wonach sie immer suchen. Erst rettet sie zwei Jugendliche auf der Damentoilette von Mc. Donalds vor ... Ja, vor was wohl? Es klingt in der Lügenpresse nach schlimmster sexueller Belästigung, ein weiteres Steckenpferd der Medienschaffenden, das sie zu Tode reiten. Und sich gleich mit.

Und dann wird sie totgeschlagen, so liest man. Und ist entsetzt. Von einem arbeitslosen Trunkenbold. Morgens um halber fünfe, genau auf dem Parkplatz vor Mc.Donalds. Von dem beinahe Vergewaltiger, was sie aber verhindert hatte.

Mahnwachen mit Kerzenschein. Alle hyperventilieren, die Presse kriegt sich nicht mehr ein, der hessische MP springt auf den Zug auf, fordert post mortem das Bundesverdienstkreuz, der Bundesgauckler sagt gleich am nächsten Tag zu. Irgendwer, der noch bei Sinnen war, muss ihn zurückgehalten haben.

Ein Überwachungsvideo vom Parkplatz taucht auf. Tugzes Familie droht juristische Konsequenzen für den Fall der Veröffentlichung an. Da hörte ich eine Nachtigall laut trapsen! Fast alle Qualitätsmedien oder die es sein wollen ziehen den Schwanz ein. Alle? Nicht alle. Die BLÖD -ausgerechnet!- beweist Rückgrat und veröffentlicht. Unverpixelt!

Meine Nachtigall ruft und ich schaue mir das Video an. Mehrfach und so genau es eben ging, die Qualität war schlecht.
http://www.forum-maennerrechte.de/index.php?id=13318
Ich sehe wildes Hin und Her auf dem Parkplatz. Zwei Gruppen, die sich anscheinend hochschaukeln. Aus der einen stürzt nun Tucze unvermittelt auf den bösen Schläger los. Und als sie nahe genug ist, da langt er eben hin. Sie fällt um, kracht auf das Pflaster. Sie war ja selber betrunken, wie nun, nach dem 1. Prozesstag berichtet wird. Und noch etwas wird nun berichtet: Die beiden aus höchster Not erretteten Jugendlichen fühlten sich gar nicht bedroht. Etwas belästigt, ja. Aber nicht übergriffig bedroht.

Andere, außerhalb der Qualitätspresse sehen, dass die Kumpels des angeblichen Mörders diesen mehrfach zurückgehalten haben. Und trotzdem rennt sie hin zu dem ohnehin schon Aufgebrachten. Man könnte vermuten, sie wolle ihn selber erschlagen, wenn sie denn könnte. Aber ihn beschimpfen und weiter provozieren, das wird sie noch hingekriegt haben. Wenn ein Mann einen anderen Mann so zur Rage bringt, dass der hinlangt, so wird auch dem Povokateur eine Mitschuld angerechnet. Vor jedem Gericht der Welt. Aber Tugze ist eine Heldin und nur Opfer.

Das alles hätten auch die Lügner von der Qualitätspresse sehen können, wenn sie denn gewollt hätten. Vermutlich haben sie es auch gesehen und haben darum das Video nicht veröffentlicht. Hocherfreut und den Angehörigen auf Knien dankend für deren Drohung mit juristischen Konsequenzen. Und so konnte das Lügenpack weiter seine Sau nicht nur durchs Dorf, sondern durch die ganze Republik jagen.


http://www.spiegel.de/panorama/justiz/tugce-albayrak-prozesstart-gegen-sanel-m-wegen-attacke-von-offenbach-a-1030520.html
Sanel M. geht es nicht gut in der Untersuchungshaft. Seine Mithäftlinge wissen, warum er einsitzt und lassen es ihn spüren.
Sanel M. schaute aus dem Fenster einer Zelle in der Justizvollzugsanstalt Wiesbaden, als ihn ein Mitgefangener antippte. Er drehte sich um, da boxte ihm der andere Häftling mitten ins Gesicht, brach ihm die Nase und fragte: "Wieso hast du das Mädchen totgeschlagen?"

Verlesung der bürokratisch formulierten Anklage. Mehrfach ist von "verbaler Auseinandersetzung" die Rede

Dann sagt Sanel M. mit leiser Stimme: "Ich habe in der Tatnacht Tugce eine Ohrfeige gegeben, dann ist sie umgefallen." Sanel M. weint, Zuschauer weinen.

Oberstaatsanwalt Alexander Homm
Die Einlassung des Angeklagten sei zwar von "Emotionen und erkennbarer Reue" geprägt, doch erst am Ende des Verfahrens könne man bewerten, ob das Bedauern der Tat oder seiner eigenen Verfassung geschuldet sei.

Dass es so was noch gibt. Ein Staatsanwalt, der sein Handwerk beherrscht, an dem Lärm, Radau und Aufgeregtheiten abgleiten wie von einem Lotusblatt. Ruhig und gekonnt ermittelt er weiter. Keiner von der Sorte August, wie im Mannheimer Komödienstadel Kachelmann. Der missbraucht keinen von Medienrummel begleiteten Prozess, um sich zu profilieren. Er macht nur seinen Job, weil er weiß, dass er den kann.


http://www.focus.de/panorama/welt/prozess-auftakt-in-darmstadt-es-sind-nur-krokodilstraenen-so-trat-tugce-schlaeger-sanel-m-vor-gericht-auf_id_4637244.html
Julian Rohrer vom Lokus schreibt von "Krokodilstränen" in der Überschrift und dann "Tugces Familie geht durch die Hölle". Und so geht das weiter. Julian Rohrer muss einem anderen Prozess beigewohnt haben. Er schreibt voreingenommen, unbelehrbar wie Alice Schwarzgeld über den Kachelmann Prozess in Mannheim.

Der Spiegel ist zwar schon lange nicht mehr das Qualitätsprodukt, was er zu Augsteins Zeiten war. Damals wurde noch wirklich aufwendig recherchiert und wenn sie an die Öffentlichkeit gingen, dann war alles hieb- und stichfest . Aber es scheint, als habe er in letzter Zeit wenigstens ein paar Schreiberlinge dazugewonnen, die ihr Handwerk wenigstens ausüben wollen, statt jeder Sau hinterherzulaufen, die durchs Dorf getrieben wird.

Aber ich muss schon sagen. Zwischen beiden Artikeln liegen Welten!

Nicht auszudenken, was das für Berichte werden könnten, würde Frau Spiegel da Gisela Friedrichsen ranlassen. Die war schon bei den Prozessen um Harry Wörz, Jörg Kachelmann und vielen anderen feine Beobachterin und unaufgeregte Mahnerin in der Wüste einer verdurstenden, öden Presselandschaft in Deutschland.

Gruß
adler


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