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GPG: von Platen erteilt deutscher Frauenpolitik eine Watschn

Radfahrer @, Samstag, 07. Februar 2015, 09:36 (vor 1686 Tagen) @ Hans3
bearbeitet von Radfahrer, Samstag, 07. Februar 2015, 09:42

Danke Hans3 für die Verlinkung dieses interessanten Interviews. Frau von Platen legt ja die Finger in die richtigen Wunden.

Teilzeitarbeit, Karrierepausen - oft wegen Kindern. Hier verlieren Frauen gehalts- und karrieretechnisch den Anschluss und holen das nie wieder auf. Die Berufswahl: Typische Frauenberufe werden meistens schlecht bezahlt. Oder Minijobs: Würde man diese abschaffen, würde die Lohnlücke um etwa drei Prozentpunkte sinken.

[...]

Wir müssen diskutieren, wieso so viele Frauen in Teilzeit oder schlechter vergüteten Jobs arbeiten, wieso sie sich für Branchen interessieren, die schlechter bezahlen.

Richtig Frau von Platen. Entgeltunterschiede sind auch ein familienpolitisches Thema. So lange Frauen sich durch das Halten eines Versorgers andere Einkommensquellen erschließen können, wären sie ja blöd, für eine ordentliche Bezahlung zu buckeln. Die durchschnittliche deutsche Frau hat ca. 77% des Erwerbseinkommens eines durchschnittlichen deutschen Mannes. Gleichzeitig hat sie, verglichen mit dem Durchschnittsmann, 300-400% des Geldes zum Ausgeben.

[auf die Frage, ob es auch eine Ungerechtigkeit unter den Berufen gebe] Absolut. Faire Bezahlung heißt: Gleiche und gleichwertige Arbeit müssen gleich vergütet werden.

Richtig Frau von Platen. Eine Arbeit ist dann gleichwertig, wenn sie dem gleich viel wert ist, der dafür bezahlt. Eine Ausnahme ist der öffentliche Dienst, da hier Menschen die Arbeit bezahlen (der Steuerzahler), die die Leistung nicht unmittelbar empfangen. Dort darf, muss man fragen, warum etwa der Müllmann weniger verdient als die städtische Abteilungsleiterin Entsorgung. Oder der Hauptschullehrer weniger als die Gymnasiallehrerin.

Und zweitens kann man die kritischen Faktoren wie Branche, Arbeitszeit, Minijobs oder Karrierepausen natürlich alle rausrechnen. Damit zeigt man, dass man die Ursachen erkannt hat, die Lohnungerechtigkeit ausmachen - aber behoben hat man sie damit nicht!

Richtig Frau von Platen. Also machen wir uns an die Behebung der Ursachen. Eine (die Familienpolitik) habe ich bereits benannt. Eine andere ist die hohe Arbeitslosigkeit von Männern in strukturschwachen Regionen. Frauen verdienen dort wenig und vergrößeren den GPG. Männer verdienen gar nichts und fallen aus der Statistik.

Warum wertschätzen wir bestimmte Arbeiten nicht?

Richtig Frau von Platen. Warum wertschätzen wir die Arbeit der Krankenschwester und der Erzieherin nicht? Das darf man genauso fragen, wie, warum wertschätzen wir die Arbeit des traditionellen Familienvaters nicht, der Überstunden macht, damit die Mutter sich um die Kinder kümmern kann (um Missverständnisse zu vermeiden: ich bin kein solcher)?

Das stimmt so nicht - sie verhandeln ja komplett im Dunkeln, die Basis ist nicht bekannt. Und da sind wir wieder bei der Transparenz: Wie soll man gut verhandeln, wenn man nicht weiß, was ein adäquates Gehalt wäre für den Job?

Richtig Frau von Platen. Die Intransparenz ist nervig und ungerecht. Mehr Transparenz würde u.U. auch ganz neue Gründe für den unterschiedlichen Durchschnittsverdienst aufdecken, vielleicht eine bisher unbeachtete männliche Soft Skill.

Frau Platen sagt sehr, sehr viel Richtiges. Und wenig Schmeichelhaftes für die Frauenpolitik.

Dass sie als Konsequenz einen "Equal Pay Day" organisiert (also eine Orgie der Intransparenz), ist für mich, wie den Bock zum Gärtner zu machen. Die Frauenpolitik hat versagt, also lasst uns genau die bisherigen frauenpolitischen Maßnahmen verstärken. Tja, Frau von Platen, eigentlich sind Sie klüger, wie wir nun wissen.

Oder sie ist schlauer als wir, da mit einem "Equal Pay Day" sicher mehr öffentliche Mittel gelockert werden als mit einer fundierten Kritik.

Grüßle, Radfahrer


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