Das Forum wird vom MANNdat e.V. (Impressum) für Diskussion und Informationsaustausch zur Verfügung gestellt. Es steht allen Interessierten zur Verfügung. Die Beiträge geben ausschließlich die Meinung der jeweiligen Verfasser wieder und sind keine Verlautbarungen von MANNdat. Eine Schreibberechtigung im Forum begründet weder eine Mitgliedschaft bei MANNdat, noch setzt sie sie voraus. Um einen Schreibzugang zu bekommen, bitte hier klicken. Bitte keine Beiträge oder Bilder aus fremden Quellen ohne ausdrückliche Genehmigung der Rechteinhaber hier einstellen. Statt dessen: Kommentierte Zitate mit Quellenangabe und Link. Kontakt: forumsverwaltung@forum-maennerrechte.de
Die Kommentarfunktion auf unserer Website erlaubt, einzelne Artikel auch unmittelbar dort zu kommentieren. Wir danken allen Teilnehmern an dem regen Gedankenaustausch recht herzlich und freuen uns auch in Zukunft über einen regen Gedankenaustausch.

Heiko Maas: Mord, Totschlag und Haustyrannen

Hans3, Mittwoch, 02. Juli 2014, 10:19 (vor 1843 Tagen) @ Radfahrer


Und dann kommt's:

Maas begründete die Reform auch mit dem sogenannten Haustyrannen-Dilemma. Ein Mann, der seine Frau erschlägt, kommt bisher womöglich mit Totschlag davon, […]. Die Ehefrau, die jahrzehntelang von ihrem Mann gequält worden ist, und den Haustyrannen vergiftet, bekommt aber automatisch "lebenslänglich", da der Einsatz von Gift als heimtückisch gilt und damit immer als Mord geahndet werden muss. Der Minister will mit der Reform des Mordparagrafen auch dieses Dilemma lösen.

Man fragt sich schon, auf welchem Planeten Herr Maas eigentlich lebt:

Zum einen gibt es für die Frau zahlreiche Möglichkeiten, sich der Qual zu entziehen (der Täter, natürlich der Mann, kann auf ihre Anzeige hin der Wohnung verwiesen werden; es gibt Frauenhäuser und naheliegender weise kann sie sich scheiden lassen) und zum anderen macht er sich um nur sehr wenige Frauen sorgen (so waren 2011 von 2048 Lebenslänglichen nur 100 Frauen = 4,88%!).
Die Gerichte machen bei Frauen nämlich schon jetzt eifrig Gebrauch von der "Rechtsfolgenlösung", insbesondere eben beim sogenannten "Haustyrannenmord".

Aber wahrscheinlich schwebt Hr. Maas so eine Lösung wie z.B. in Russland vor - dort können von vornherein nur Männer lebenslänglich verurteilt werden!

Man kann nur hoffen, dass sich bei der Neugestaltung der Mord-/Totschlagsparagrafen
richtige Experten, wie z.B. dieser hier durchsetzt:
"Dieses ebenso schlechte wie unangebrachte Bild wird die im Kern sinnvolle Diskussion gleich vielfach vergiften. So gab es in den vergangenen Jahrzehnten durchaus Fälle des “Familientyranns”, der von seiner Ehefrau getötet wurde. Rein statistisch aber wurde hierbei in der BGH-Rechtsprechung vor allem ein Messer durch die Ehefrau genutzt, der Verweis auf ein “Gift” entspricht insofern eher einem Klischee als der Realität."
"...Etwa im Jahr 2003, als der BGH (1 StR 483/02) andeutete, dass auch in einer Ehe mildernde Umstände beim töten des schlafenden Gatten in Betracht kommen. Übrigens wurde auch hier kein Gift genutzt, sondern ein Revolver: Der Ehemann wurde im Schlaf mit 8 Schüssen erschossen. So viel zum Klischee."

Quellen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Haustyrannenmord
http://de.wikipedia.org/wiki/Lebenslange_Freiheitsstrafe
http://de.wikipedia.org/wiki/Rechtsfolgenl%C3%B6sung

(Ich hoffe, ihr verzeiht mir Wikipedia ;-) )

Gruß,
Hans3


gesamter Thread:

 RSS-Feed dieser Diskussion

powered by my little forum