Das Forum wird vom MANNdat e.V. (Impressum) für Diskussion und Informationsaustausch zur Verfügung gestellt. Es steht allen Interessierten zur Verfügung. Die Beiträge geben ausschließlich die Meinung der jeweiligen Verfasser wieder und sind keine Verlautbarungen von MANNdat. Eine Schreibberechtigung im Forum begründet weder eine Mitgliedschaft bei MANNdat, noch setzt sie sie voraus. Um einen Schreibzugang zu bekommen, bitte hier klicken. Bitte keine Beiträge oder Bilder aus fremden Quellen ohne ausdrückliche Genehmigung der Rechteinhaber hier einstellen. Statt dessen: Kommentierte Zitate mit Quellenangabe und Link. Kontakt: forumsverwaltung@forum-maennerrechte.de
Die Kommentarfunktion auf unserer Website erlaubt, einzelne Artikel auch unmittelbar dort zu kommentieren. Wir danken allen Teilnehmern an dem regen Gedankenaustausch recht herzlich und freuen uns auch in Zukunft über einen regen Gedankenaustausch.

Heiko Maas: Mord, Totschlag und Haustyrannen

Radfahrer @, Montag, 30. Juni 2014, 12:51 (vor 1823 Tagen)

Bundesjustizminister Heiko Maas will, so schrieben Heribert Prantl und Robert Roßmann im Februar in der Süddeutschen, die Paragrafen zu Mord und Totschlag ändern.

Maas sagte, viele Laien verstünden unter Mord eine geplante, genau überlegte Tötung - und unter Totschlag eine Tötung im Affekt. Ungefähr so sei es auch bis 1941 geltendes Recht gewesen. Dann haben die Nationalsozialisten jedoch die Mordmerkmale geändert. Seitdem heißt es im Strafgesetzbuch, Mörder sei, "wer […] oder sonst aus niedrigen Beweggründen, heimtückisch oder grausam (...) einen Menschen tötet".

Die Kritik an dem bestehenden Mordparagraphen zielt durchaus nachvollziehbar darauf ab, dass der Tatbestand sich nicht allein auf die Tat, sondern auch auf die Person des Täters bezieht:

Der geltende Mordparagraf beschreibe "also nicht, wann eine Tat ein Mord ist". Stattdessen beschreibe er "einen Menschentypus mit moralisch aufgeladenen Gesinnungsmerkmalen wie ,niedrige Beweggründe' oder ,Heimtücke'". […] Das sei "noch immer die beklemmende Beschreibung eines Mörders, wie ihn sich die Nazis vorgestellt haben".

Und dann kommt's:

Maas begründete die Reform auch mit dem sogenannten Haustyrannen-Dilemma. Ein Mann, der seine Frau erschlägt, kommt bisher womöglich mit Totschlag davon, […]. Die Ehefrau, die jahrzehntelang von ihrem Mann gequält worden ist, und den Haustyrannen vergiftet, bekommt aber automatisch "lebenslänglich", da der Einsatz von Gift als heimtückisch gilt und damit immer als Mord geahndet werden muss. Der Minister will mit der Reform des Mordparagrafen auch dieses Dilemma lösen.

Ein Mann, der seine Frau erschlägt (ohne Begründung, denn Männer erschlagen Frauen nun mal einfach so), wird verglichen mit der Ehefrau, die jahrzehntelang von ihrem Mann gequält worden ist, und den Haustyrannen vergiftet (weil mordende Frauen sind ja allesamt Opfer).

Damit macht Maas aber denselben Fehler wie die Reformierer der §§211-212 von 1941: er macht einen Menschen zum Mörder, nicht, weil er etwas getan hat, sondern weil er etwas ist.

Die "beklemmende Beschreibung eines Mörders", wie Herr Mass sich ihn vorstellt, hat keine niedrigen Beweggründe und keine Heimtücke mehr.

Er hat einen Penis.

Grüßle, Radfahrer


gesamter Thread:

 RSS-Feed dieser Diskussion

powered by my little forum