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Feministische Gewaltforscher.I.nnen protestieren, das Robert-Koch-Institut reagiert.

Roslin, Samstag, 26. April 2014, 04:00 (vor 1969 Tagen)
bearbeitet von Roslin, Samstag, 26. April 2014, 04:24

Die Stellungnahmen des RKI und der Gewaltforscher.I.nnen finden sich hier:

http://www.rki.de/DE/Content/Gesundheitsmonitoring/Studien/Degs/degs_w1/Basispublikation/Gewalt_Stellungnahmen.html

Zitat RKI:

*Stellungnahmen zum Artikel „Körperliche und psychische Gewalterfahrungen in der deutschen Erwachsenenbevölkerung“

Der Artikel "Körperliche und psychische Gewalterfahrungen in der deutschen Erwachsenenbevölkerung – Ergebnisse der Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland (DEGS1)" hat kritische Reaktionen von Expertinnen aus der Gewalt- und Geschlechterforschung hervorgerufen. Das RKI plant daher, in Kooperation mit den auf diesem Gebiet tätigen Forscherinnen und Forschern einen revidierten Beitrag zu erarbeiten. Dabei sollen in vertieften Auswertungen Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den Geschlechtern im Hinblick auf gesundheitliche Folgen von Gewalt herausgearbeitet werden. Zudem erfolgen zusammen mit den Expertinnen und Experten aus der Gewaltforschung Überarbeitungen der Instrumente für künftige Befragungen zur Gewalt im Rahmen des bundesweiten Gesundheitsmonitorings.*

Ich hatte noch keine Zeit, mir die Stellungnahmen ausführlich anzusehen, habe stichprobenartig nur diese Aussage von Frau Schröttle mit dem Original verglichen. Die Äußerung von Frau Schröttle grenzt an Irreführung.

Sie schreibt in ihrer Stellungnahme (S.5/6), Zitat:

*Insofern betonte auch der US-amerikanische Familiengewaltforscher Murray A. Straus, der
seine These der Gendersymmetrie bei Gewalt in Paarbeziehungen inzwischen modifiziert hat,
dass Gewalt von Männern gegen Frauen in Paarbeziehungen im Durchschnitt schwerere
Folgen nach sich ziehe, dass sie eingebunden sei in ungleiche Geschlechterverhältnisse und dass deshalb der Schutz und die Unterstützung gewaltbetroffener Frauen eine hohe Priorität
haben müsse. Zugleich sollte es auch Unterstützungsmöglichkeiten für männliche
Gewaltopfer geben. (Straus/Ramirez 2007: 287)*

In der angegebenen Quelle lese ich nun im Abstract (PV = Partner Violence):

*Among the 205 couples where there was an act of severe aggression, symmetry
was less prevalent (56.6%), but when only one partner was violent, it was again twice as likely to be the female partner (29.8%
female only versus 13.7 male partner only). These results are consistent with the gender symmetry in PV found in many studies.
They extend those results by showing that gender symmetry prevails in four different cultural contexts. The presence of gender
symmetry in these different cultural contexts, combined with studies showing that women are injured more often and more seriously
by partner-assaults, and studies showing that women initiate PV as often as men, suggests that programs and policies aimed at
primary prevention of PV by women are crucial to ending PV and for reducing the victimization of men and women.*

S. 287 der Quelle steht nichts anderes, nur ausführlicher ausgeführt.

Quelle:

http://pubpages.unh.edu/~mas2/ID12-Straus-Ramirez%20Gender%20Symmetry.pdf

Dass der "Schutz und die Unterstützung gewaltbetroffener Frauen" bei Murray Straus vor allem auch die Hilfe für Frauen als Täterinnen und Initiatorinnen in gewalttätigen Auseinandersetzungen umfassen soll, wird bei Frau Schröttles Einlassung nicht deutlich.


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