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Der Aufbruch der Väter ... ins "Bundesforum Männer"

Eugen, Mittwoch, 19. März 2014, 12:34 (vor 1732 Tagen)

Es ging um Bücher - vordergründig.

Dietmar Nikolai Webel, stellvertretender Bundesvorsitzender des Väteraufbruchs für Kinder, hat mit Arne Hoffmann zu dessen beiden neuen Büchern ein Interview geführt und auf der Homepage des VAFK veröffentlicht.

Der Väteraufbruch für Kinder (VAFK) ist nach eigenen Angaben ein Verband mit ca. 3500 Mitgliedern, mit starker regionaler Gliederung, der seit über 25 Jahren besteht und sich mit praktischen Hilfsangeboten und politischem Engagement für Väter und deren Kinder einsetzt.

Arne Hoffmann ist Publizist, Autor vieler Sachbücher zu Geschlechterfragen im engeren und weiteren Sinne und betreibt unter anderem das blog Genderama, wo er ein interessantes Detail zu dem oben genannten Interview erwähnt:

„Eine meiner Antworten musste gekürzt werden, wofür ich volles Verständnis habe – wir alle haben schon erlebt, wie schnell einem im Internet der Platz ausgehen kann. Leser meines Blogs sollten aber selbstverständlich die komplette Fassung erhalten; schon damit es nicht heißt, ich würde in meinen Interviews MANNdat und AGENS unerwähnt lassen.“

Das ist sehr freundlich von Arne Hoffmann gegenüber MANNdat, obwohl ohnehin niemand von uns seine konstruktive Anteilnahme an unserem Engagement in Frage stellt. Sein Bekunden von Verständnis ist aber vor allem äußerst höflich gegenüber dem VAFK.

Dietmar Nikolai Webel fragte: „Frauen schließen Bündnisse über die Parteigrenzen hinweg, um ihre Interessen nachhaltig durchzusetzen. Ist eine Abgrenzung der politischen Lager heute überhaupt noch sinnvoll?“

Arne Hoffmann antwortete dazu u. a.: „Auch ich halte eine Zusammenarbeit über sämtliche nicht-radikalen Lager hinweg für geboten. Deshalb unterstütze ich ja Initiativen wie MANNdat und AGENS, die sich unabhängig all dieser Lager positionieren, und arbeite mit libertären und bürgerlich-konservativen Zeitschriften zusammen. Ich habe ja sogar der Jungen Freiheit als Interviewpartner zur Verfügung gestanden, weil ich das Engagement für die Menschenrechte auch von Männern für wichtiger halte als Lagergrenzen und weil sich die linken Blätter dieser Problematik halsstarrig verweigern.“

Diese Antwort war dem VAFK offensichtlich zu heiß. Sie wurde weggekürzt. Hoffmanns obige Bemerkung - „wir alle haben schon erlebt, wie schnell einem im Internet der Platz ausgehen kann“ - gewinnt hier eine interessante, tiefgründige Bedeutung! Noch mal deutlich: Webel fragt „Ist eine Abgrenzung der politischen Lager heute überhaupt noch sinnvoll?“ - und tut genau dies, Abgrenzen nämlich, in dem er diese Antwort unterschlägt, weil Bezugnahmen auf Agens, MANNdat oder Junge Freiheit keinen Platz mehr auf den Seiten des VAFK haben - wie die Suchfunktion mühelos zeigt.

Da spricht der VAFK mit der Stimme seines neuen Herrn, des „Bundesforum Männer“, oder noch deutlicher, dessen Gönnerin, der Bundesministerin für alles außer Männer (BMFSFJ), an deren Rockzipfel das „Bundesforum Männer“ gleichermaßen finanziell und ideologisch hängt.

Natürlich gibt es noch immer die langjährigen Kontakte auf persönlicher, lokaler und regionaler Ebene von MANNdat zum VAFK. Und letztlich ist MANNdat nun wirklich nicht auf „Erwähnungen“ durch den VAFK angewiesen. Im Gegenteil: Die Anfangsjahre von MANNdat waren u. a. dadurch gekennzeichnet, dass viele Mitglieder des VAFK sich uns anschlossen, vielleicht weil sie das Problem einer zunehmenden „Professionalisierung“ ihres Vereins erkannt haben.

Aber die Entöffentlichung von Agens und Manndat durch den VAFK ist kein Zufall. Das ist offensichtlich das Ergebnis eines Maulkorbs, den sich der VAFK hat verpassen lassen, als er Mitglied beim Bundesforum Männer wurde. Der VAFK kann natürlich Mitgliedschaften eingehen, wie er will, und vermutlich spricht aus seiner Sicht sogar einiges dafür, sich dem Bundesforum Männer anzuschließen. Der traurige Gipfel der politischen Korrumpierung ist allerdings, sodann die Beziehungen zu befreundeten Initiativen zu leugnen. So funktioniert Gleichschaltung heute!

Das ist kein einzigartiges Phänomen, wie ein anderes Beispiel zeigt. Das „Bundesforum Männer“ bezeichnet sich selbst als Pendant zum deutschen Frauenrat. Das ist ganz nebenbei, eine absolut lächerliche Verkennung oder Verharmlosung der tatsächlichen Machtverhältnisse zwischen diesen beiden Vereinen. Demnach wäre mein Ruderboot das Pendant zum Flugzeugträger Enterprise.

Interessanterweise gab es aber schon seit vielen Jahren einen sogenannten Männerrat, kaum mehr als ein Einmannbetrieb freilich, das etwas chaotische „Projekt des Männerbüros Berlin“. Nun wurde auch diese letzte Bastion im Zuge der Gleichschaltung der Geschlechterpolitik in Deutschland vom Bundesforum Männer aufgesogen und ist seither vom Erdboden verschwunden. Doch im Internet finden sich noch Spuren. Warum der „Männerrat“ Initiativen wie Agens oder Manndat nicht verlinkt, wurde er kurz vor seinem Ableben noch gefragt: „… weil er außerdem selber im Bundesforum aktiv ist“ – so die Antwort des Betreibers. Und die einstige Domain "maennerrat" beherbergt nurmehr: Erotische Affäre gesucht?‎ Test & Vergleich der besten Portale für erotische Kontakte. Lust auf Abwechslung?‎ Anonym & diskret Kontakte knüpfen. Unverbindlich und kostenlos testen!‎ Frau für lockere Treffen…‎

Ein tragikomisches Ende, aber auch irgendwie passend zum Stil der einstigen Männerratsseite, freilich nicht so ganz passend zum pietistischen Stil des Bundesforum Männer.

Zurück zur Prosa. Letztlich ist dies alles nicht das Problem von MANNdat sondern des VAFK, oder noch mehr der Väter und Mitglieder, die sich von einem Verband wie dem VAFK Hilfe versprechen.
Der VAFK hat sich aber dem Bundesforum Männer angeschlossen und damit dessen Linie, die sich mit der der Geldgeberin, dem BMFSFJ deckt. Und deren "Perspektiven für Jungen und Männer" sind nichts anderes als Umerziehungsprojekte für Väter, oder für Jungen und Männer, die dieses Abenteuer noch vor sich haben.

Unglaublich welche „Maßnahmen und Projekte auch für Jungen und Männer“ dort angepriesen werden. Von Trennungsvätern und deren miserabler rechtlicher Situation findet sich deutlich weniger - um genau zu sein: NICHTS. Satt dessen z. B.:

* Eine Bundesinitiative "Mehr Männer in Kitas". Damit sind freilich nicht die Trennungsväter gemeint, die mehr Umgang zu ihren Kindern suchen.

* Der seit 2011 parallel stattfindende Boys' Day - Jungen-Zukunftstag - nichts als ein „Vernetzungsprojekt mit Service-Büro“, ein Klacks gegenüber dem Girls-Day.

* Ein „Beirat Jungenpolitik“, “paritätisch besetzt mit sechs männlichen Jugendlichen als Experten in eigener Sache…“ eine populistische Verdummungskampagne, deren „Empfehlungen wichtige Anregungen zur Weiterentwicklung der Gleichstellungspolitik für Jungen und Männer geben“ sollen.

* Und schließlich der Interessenverband "Bundesforum Männer", der sich als bundesweite Interessenvertretung der gleichstellungspolitisch orientierten Organisationen versteht. „Gleichstellungspolitisch orientiert“ – das bedeutet im Klartext: an feministischen Interessen orientiert! Mit solchem Etikettenschwindel haben Feministinnen Übung „seit Jahrtausenden“. Schon der Coup, Frauenbeauftragte in Gleichstellungsbeauftragte umzubenennen, Frauenpolitik in Gleichstellungspolitik usw. hatte orwellsche Qualitäten.

Und der VAFK schließt sich dem an und übernimmt diese Augenwischerei in seine Veröffentlichungen, z. B. in seinen regelmäßigen Rundbrief Wochenblitz. Ich denke, die Mitglieder des VAFK sollten sich überlegen, ob diese neue Ausrichtung ihres Vereins: „Umerziehung der Männer statt Umgestaltung der Geschlechterpolitik“ in ihrem Sinne ist. Ich lade sie alle herzlich ein, diese Frage hier zu diskutieren. Eine ausdrückliche Einladung zur Mitgliedschaft bei MANNdat ist das ausdrücklich nicht. Ich empfehle vielmehr, dass sie diese Diskussion zurücktragen in ihren Verein. Wir haben bei MANNdat Arbeit genug.


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