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Thema der Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Sandal Tolk, Mittwoch, 15. Januar 2014, 06:42 (vor 2070 Tagen) @ Radfahrer
bearbeitet von Forumsverwaltung, Mittwoch, 15. Januar 2014, 12:40

Möchte mann Deine Eingangsfrage:

Wie kann eine neue Väterpolitik aussehen?

umfassend und fundiert antworten, bräuchte mann vor allem Eines: ZEIT!

Verfolge mal, wann hier im Forum etwas gepostet wird und wann die Damen bei der mädchen-mann-schafft und deren verlinkten Blogs etwas posten.

Dann wird Dir oder dem geneigten Verfolger auffallen, dass - während der Mann schafft - die Mädchen fleissig im Internet posten, weil sie ZEIT haben, während der Mann keine Zeit dafür hat.

"Diesem öffentlichen Bereich der Demokratie stand nun der private Bereich der Untertanen gegenüber, die man mit dem Begriff „Idios“ belegte. Im Zuge der Idealisierung der „demokratischen Elite“ leitete sich vermutlich dabei das heutige deutsche Wort „Idioten“ ab, womit man die arbeitende Schicht meinte, die für die „Führungs-Deme“ im Rahmen des Jobs und der Hausarbeit zu schuften hatte und denen man dadurch keine Zeit und Muße lies, diese Ungerechtigkeit zu hinterfragen." Quelle: Andreas Popp, Demokratie als Religion, Wissensmanufaktur
Forumsverwaltung: Quellen unbedingt explizit nennen!

Womit wir schon beim Thema wären: Wenn jemand die Ungerechtigkeiten hinterfragen will, braucht er ZEIT dafür. Zeit kostet bekanntlich Geld, es wäre also nicht verkehrt, wenn mann auch noch das notwendige Kleingeld dafür hätte.

Das wäre sicherlich eines der ersten Ansätze einer Väterpolitik:
- Die Aufklärung der Bevölkerung, dass der Mann schafft, um den Mädchen ZEIT zum Nachdenken zu geben, wie sie den Mann weiter schuften lassen.

Es geht also um eine Mentalitätsfrage. Denn nach wie vor höre ich - meistens von den Männern - dass sie mehr arbeiten wollen.

Das ist zwar richtig. Aber wie könnte das Thema der Vereinbarkeit von Beruf und Familie für Väter überhaupt sachpolitisch ausgestaltet werden? Webel lobte z.B. Frau Schwesigs Vorschlag, eine 32h-Woche für Eltern einzuführen. Das kann man sicherlich eloquent kritisieren. Aber welche Ansätze sind denn besser?

Zunächst einmal einige Zahlen vom Statistischen Bundesamt: Forumsverwaltung: Quellen unbedingt explizit nennen!
"1991 lag die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden noch bei 59,79 Milliarden Stunden."
"1991 sind auf dem gesamten Gebiet 38,62 Millionen Menschen erwerbstätig."

"Gemäß den Zahlen der Arbeitszeitrechnung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) wurde 2006 in Deutschland insgesamt 56 Milliarden Stunden gearbeitet."
"2006 liegt das Jahresmittel bei 39,09 Millionen Erwerbstätigen."

Die Arbeitsmarktzahlen zeigen uns: Wir könnten ruhig die Wochenarbeitszeit auf 30h/Woche für ALLE reduzieren.

Ich weiss, ich werde jetzt vermutlich niedergebrüllt.

Es wäre aber nicht verkehrt, kurz innezuhalten und mein Zitat weiter oben zu den "Idios" nochmals durchzulesen: Sich also kurz ZEIT zum Nachdenken zu nehmen!

Vielleicht nimmt sich einer mal die Zeit und denkt über die Worte der guten Dame mal nach: «Elektrische Haushaltgeräte haben der Sache der Frau mehr genützt als Ideologien.»
(David Signer zitierte Doris Lessing im Artikel "Die verrückte Alte" in der Weltwoche)
Forumsverwaltung: Quellen unbedingt explizit nennen!

Es ist genau das, was ich oben beschrieb: Frauen haben durch die elektrische Haushaltsgeräte, also durch Produktivitätssteigerungen, ihre Arbeitszeit - im Haushalt - empfindlich reduziert. Sie haben also Zeit zum Posten und ihre Ansichten in die Welt zu streuen.

Wie lief es beim Mann, im Falle einer Produktivitätssteigerung? Richtig! Er flog raus! Keine Arbeitszeitverkürzung!

Diese Ungerechtigkeit scheint aber keinem der Männer aufzufallen, denn sie wird niemals thematisiert.

Damit hängt Väterpolitik sicherlich mit der Arbeitsmarktpolitik zusammen, denn Väter brauchen mehr Zeit für ihre Familie. Leider sind die Zeiten vorbei, in denen die Gewerkschaften mit dem Vater argumentierten: "Samstags gehört mein Papa mir!"

Warum sollen in ein hoch zivilisiertes und hoch technisiertes Land nur die Frauen vom technischen Fortschritt profitieren? Warum dürfen die Männer nicht auch daran teilhaben, durch Arbeitszeitverkürzung?

Was noch wichtig ist: Die Väterpolitik bräuchte Multiplikatoren, um solche Erkenntnisse in Medien und Politik zu tragen. Denn nur wenn viele, die Positionen zur Väterpolitik, immer wieder an diese Kreise herantragen, wird ein Mentalitätsumschwung angestossen.

Damit hätten wir die notwendigen Eckpunkte für eine neue Väterpolitik: Zeit, Geld und Multiplikatoren.

Gruß
Michael

--
".. why was it so rare for a hundred women to get together and build a ship ..., whereas men have fairly regularly done such things?" Roy Baumeister. Männer haben aber kaum für ihre Rechte als Väter gekämpft. Es ist Zeit, das zu ändern!


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