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Links-sein und Feminismuskritik

KlausT, Dienstag, 18. Juni 2013, 09:27 (vor 2222 Tagen)

Ich möchte hier eine Diskussion anregen über die Frage, ob und wie man als Linker bzw. Linksliberaler feminismuskritisch sein kann. Besonders interessiert mich natürlich die Meinung derjenigen linken und Linksliberalen hier, die hierzu bereits eine für sie adäquate Position gefunden haben. Oder schließen sich feminismuskritisch-sein und links-sein aus?? 
Ich finde es schwierig, sich als Linker feminismuskritisch zu positionieren: 
1. Alle Parteien, die für mich wählbar sind bzw. als Interessenvertreter in Betracht kommen, haben eine derart einseitige feministische Ausrichtung, dass ich mich zum einen durch sie im Bereich „Geschlechterpolitik“ nicht vertreten fühle, aber auch – mangels Alternative - den Eindruck gewinne, dass man(n) als Linker eben auch NUR (unkritischer) Feminismusbefürworter sein darf. Alles andere ist indiskutabel, „rechts“, rückschrittlich - schlicht voll daneben.
2. Die veröffentlichte Meinung der „Mainstreammedien“ unterstützt den herrschenden Feminismus ganz überwiegend unkritisch. Selten gibt es Berichte oder Kommentare, die relativieren, hinterfragen, widerlegen. Dies geschieht – wenn überhaupt - häufiger in konservativen Medien, die ich als Linker problematisch finde, etwa in der konservativen Springer-Zeitung „Welt“. Mir politisch näher stehende Zeitungen wie „Süddeutsche Zeitung“, „Frankfurter Rundschau“ oder „Tageszeitung“ (taz) sind selten feminismuskritisch.
3. Meine linken und linksliberalen Freunde oder Bekannte haben sich i.d.R. nicht mit der Praxis des aktuellen Feminismus’ beschäftigt, finden Feminismus und Frauenemanzipation aber gut (Letzteres ich natürlich auch). Sagen z.B., dass Frauen immer noch schlechter bezahlt würden, sind gegen häusliche Gewalt (die natürlich von Männern ausgeht) usw. Es ist sozusagen (nach wie vor) unter den meisten Linken oder Linksliberalen selbstverständlich, dass man den aktuellen Feminismus in keinster Weise irgendwie in Frage stellt oder kritisch betracht – allenfalls als exotisch gesehene Geschehnisse wie die Sprachanweisungen an der Leipziger Uni werden mit Kopfschütteln registriert, aber nicht in einen kritischen Gesamtzusammenhang gestellt. Es fällt mir schwer, eine eigene Position zu finden und (offensiv) zu vertreten, mich sozusagen zu emanzipieren von der „herrschenden Meinung“, die auch im Freundes- und Bekanntenkreis herrscht.
4. Viele Männerrechter, von denen ich im Internet etwas gelesen habe, sind „rechts“ und/oder Frauenhasser. Ich finde diese Leute abschreckend und erschreckend. Ich möchte mit denen nichts zu tun haben und kann mich mit denen auch nicht identifizieren. Insbesondere in der Anfangszeit meiner Beschäftigung mit Feminismuskritik hatte ich den Eindruck, dass die ganz überwiegende Zahl der Männerrechtler und Feminismuskritiker rechts steht, sich also links-sein und Feminismuskritisch-sein ausschließen (die Einschätzung „rechts“ bzw. „rechtsextrem“ wird ja auch von interessierten Kreisen verbreitet). Das hat sich etwas relativiert, aber ich habe nach wie vor den Eindruck, „Exot“ zu sein, der „empirische Beweis“, dass sich links-sein und feminismuskritisch-sein nicht ausschließen, ist noch nicht gelungen. 


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