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"Maskuline Muskelspiele" - Sendetermine am Sa und So

Jens, Montag, 03. Juni 2013, 14:40 (vor 2327 Tagen) @ gewege

In einigen Kommentaren legt der Autor Ralf Homann noch mal nach (gefunden ueber Wgvdl), was ich euch nicht vorenthalten wollte:

2.06.2013, 19:44 Uhr | Ralf Homann

Sehr geehrter Herr Baleanu
den von Ihnen dankenswerter Weise aus dem Feature zitierten O-Ton Herrn Rosenbrocks möchte ich um den vorhergehenden Take ergänzen: “Ich würde vielen der Männer, die sich in solchen Männerrechtsgruppen organisieren nicht absprechen, dass sie persönlich betroffen sind. Viele sind tief gekränkt, durch eine Trennung, dadurch, dass ihnen ihre Kinder vorenthalten werden – das ist ein geschlechterpolitisches Minenfeld –
Sie lassen sich sozusagen instrumentalisieren von Ideologen, Demagogen, die ein geschlossenes antifeministisches Weltbild ihnen präsentieren. Also an allen, was sie vielleicht persönlich als Problem wirklich haben, ist dann der Feminismus Schuld, sind die Frauen schuld, ist der Staat, der angeblich von den Feministinnen übernommen ist, Schuld. Das ist das Problem.” (O-Ton Herr Gesterkamp). Das Feature benennt also, dass es aktuelle geschlechterpolitische Herausforderungen gibt, stellt sie nicht in Abrede, sondern Kontextualisiert den “Maskulismus”. Selbstverständlich können auch Männer Opfer sein, warum nicht? Für mich persönlich wäre dann allerdings die vernünftige Anschlussfrage, ob das Kriterium Geschlecht für die Analyse oder für die Entwicklung einer Programmatik zur Lösung eines sozialen Problems tatsächlich hilfreich ist. ES gibt ja immer offensichtliche Phänomene und weniger sichtliche Hintergrundvariablen. Zum Beispiel liefern die Sozialwissenschaften viele weitere Kriterien: Sozialer Status, Bildung, Religion, Staatsbürgerschaft, ökonomische Verhältnisse wie z.B. Arbeitsbedingungen und ihre Wirkungen auf die Familie, usw. Um Ihr Beispiel vom Krieg aufzugreifen: Reicht zur Analyse das Kriterium Geschlecht? Wie ist das Durchschnittseinkommen derjenigen, die gefallen sind und derjenigen, die überlebt haben. Gibt es andere Signifikanzen? Gab es Männer, die auf Grund religiöser Überzeugungen nicht in den Krieg marschiert sind, oder für die Kriegsorganisation, zum Beispiel die Befehlskette, ungeeignet waren? M. E. ist die Anwendung einer Bandbreite an Kriterien oftmals hilfreicher als alles ausschließlich durch das Instrument “Geschlechterbrille” zu betrachten. Das hängt von der Fragestellung ab.
In meinem Feature ist nicht die Rede davon, dass der “soldatische Mann” eine Opferideologie entwickelt, sondern: Er brauche eine „Verschwörungstheorie“, die ihm erklärt, warum er die von ihm theoretisch beanspruchte Machtstellung nicht praktisch ausüben kann. Im 20. Jahrhundert gab es einige solcher Verschwörungstheorien, die darauf zielten die Schuld bei Anderen zu suchen und die die These vertraten, wenn diese Anderen eliminiert seien, dann wäre die Welt endlich in der wahren Ordnung. Ich spreche in meinem Feature davon, dass der Antifeminismus eine solche Verschwörungstheorie für das 21. Jahrhundert bereitstellt. Sie ist Teil der „männlichen Opferideologie“, die besagt, die Feministen, die „Feminazis“, das „Feminat“, die „Femokratie“, der „Staatsfeminismus“ o.ä. ist Schuld, dass ein Mann nicht mehr männlich sein kann, also Opfer dieser Verschwörung ist. Die Vorstellung von der wahren Ordnung und der Männlichkeit bleiben dabei unreflektiert, Hauptsache: Wenn diese Verschwörung beendet ist, dann ist die Welt wieder in Ordnung: Der „soldatische Mann“ Anders Breivik hat entsprechend seiner Verschwörungstheorie gehandelt und am Ende gemordet. Herr Kemper erläutert im Feature diese fatale Weltsicht. Im Feature wird darauf hingewiesen, Breivik hätte als „soldatischer Mann“ theoretisch auch eine andere Verschwörungsideologie benutzen können, hat er aber nicht. Anders Breiviks Ideologie zirkuliert nun auch in der deutschen antifeministischen Szene der „Maskulisten“, d.h. es gibt da auch eine Auseinandersetzung über das Für und Wider. Auf diesen Sachverhalt setzt das Feature seine Gefahreneinschätzung.

2.06.2013, 15:27 Uhr | Ralf Homann

[...]
Ich sehe in ihren Meinungsäußerungen hier auf der Seite einen transparenten Beleg für ein – so heißt es im Feature – “geschlossenes antifeministisches Weltbild”. Ich möchte hier die Betonung auf *geschlossen* legen. Das heißt, alles wird wieder in dieses Weltbild inkorporiert; es gibt keine Lücke, keine Brücke, die eine Dialogfähigkeit fundieren könnte, oder anschlussfähig wäre in einer Diskussion, die nicht auf ein antifeministisches Weltbild setzt. No Interface. Deshalb auch Ihr Freund/Feind-Denken.

31.05.2013, 10:28 Uhr | Ralf Homann

[...]
Feminismuskritik ist nicht Thema des Features, im übrigen sind Antifeministen keine Feminismuskritiker, weil es Ihnen nicht um Kritik, sondern um Bekämpfung geht. Dieser Euphemismus ist m. E. eher propagandistischer Natur.

http://anonym.to?http://web.ard.de/radio/radiofeature/?page_id=2860#awp::?page_id=2860


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