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Was unterscheidet einen Querulanten von einem Untertan?

Sigmundus Alkus, Mittwoch, 20. Februar 2013, 18:08 (vor 2285 Tagen) @ Sandal Tolk

"Also noch ein Prozess. Jetzt stell Dir mal vor, dass der nächste Anwalt mit Deinem Anwalt zusammenarbeitet. Das gibt noch ein Prozess. Usw., usf. Dann wird "Querulant" gebrüllt!"

Ist aber eine reine Vermutung. Ich würde hier allerdings jemanden vorziehen, bei dem man davon ausgehen kann, dass er den bisherigen Anwalt nicht kennt. Außerdem schadet es generell nicht, dem Anwalt ein wenig auf die Finger zu gucken.

"Du musst zugeben, dass bei 37.000 EUR Rückforderung, der Fall von einem anderen Anwalt übernommen werden muss.
Also entweder
a) es bestehen berechtigte Zweifel an der Leistung des ehemaligen Anwalts
oder der neue Anwalt
b) hat ihn in einen unnötigen Prozess verwickelt"

Das ist nicht unbedingt gesagt. Immerhin wäre es ja denkbar, dass der Anwalt Herrn Kachelmann über das Risiko aufgeklärt hat und dieser es eingehen wollte. Bei weitem nicht jeder Mandant schert sich um Ratschläge.

"Was soll nun Kachi machen? Seinen Ex-Anwalt weiter durch die Instanzen jagen?

Oder seinen neuen Anwalt verklagen?"

Kann ich so nicht beurteilen, da diese Frage von der Qualität der Urteilsbegründung und der Ratschläge abhängt.

"Es ist aber eine Tatsache, dass der Zusammenhalt der Juristen insbesondere bei Gebührensachen hoch ist. Was aus dem RVG abzuleiten ist, musst Du zahlen. Soweit ich die Rechtsprechung verfolgt habe, kann man die Verfahren, die dem Mandanten etwas zustanden, an die Finger einer Hand abzählen."

Stimmt nicht ganz. Man kann dem Anwalt nicht einfach die Gebühren kürzen, weil dieser schlecht gearbeitet hat. Vielmehr bedarf es einer Pflichtverletzung und einem daraus resultierenden Vermögensschaden. Bei den Pflichten legt aber die Rechtsprechung einen sehr strengen Maßstab an. Nachlässigkeiten, die man in einem großen Teil der Urteile findet, führen bei Anwälten zur Haftung. Es gibt allerdings ein Risiko: Das Ergebnis eines Haftungsprozesses hängt nicht davon ab, wie ein Gericht zuvor entschieden hat, sondern wie es hätte entscheiden müssen. Der Richter am Landgericht, der sonst nie mit Familiensachen zu tun hat, muss sich also darüber auslassen, wie ein Familienrechtsstreit zu entscheiden gewesen wäre.

"Recht haben und Recht bekommen sind zweierlei", "Auf hoher See und vor Gericht bist du in Gottes Hand" sind doch Sprüche, die belegen, dass es vor Gerichte nicht mit rechten Dingen zugeht. Es soll ja Studien geben, die belegen, dass bis zu 80% der Gerichtsentscheidungen rechtsfehlerhaft sind."

Das mag sein, dies liegt aber nicht nur an schlampig arbeitenden Anwälten oder Richtern, sondern auch und vor allem an völlig verkorksten Gesetzen, die die meiste Arbeit dem Richter überlassen. Das beste Beispiel im Familienrecht ist das berühmte "Kindeswohl".

"Die brauchen sich ja gar nicht zu exponieren. Sie nehmen männliche Mandanten und machen nichts. Ihr Geld bekommen sie immer, siehe den vorhin genannten Fall Kachelmann."

Soweit ich informiert bin, ging es dem Kachelmann nicht darum, dass der Birkenstock nichts gemacht hätte, sondern darum, dass dessen Gebühren überhöht seien.

"Greifst Du sie öffentlich an, bekommst Du noch eine Beleidigungsanklage und Schadensersatzforderungen wegen Rufschädigung."

Solche Klagen bleiben aber meistens erfolglos.

"Der Fall Kachelmann weiter oben spricht doch Bände. Hier noch ein Fall, der ebenfalls Bände spricht: Sexuell missbrauchte Adoptionskinder werden von der Anwaltschaft gnadenlos ausgebeutet, um Gebühren zu kassieren für etwas, was einem jeden Juristen sonnenklar sein müsste: Du kannst selbst Schweineadoptiveltern nicht doppelt in Anspruch nehmen: Einmal aus Unterhalt und einmal aus den Gebühren der Kostenbeitragsverordnung!"

Kannst Du da mal einen Link posten? Sagt mir rein garnichts. Ich habe allerdings einen Fall in Erinnerung, bei dem ein Anwalt versucht hat, Schadensersatz gegen die Polizei geltend zu machen, weil die seine Mandantin hätte früher befreien können (aus dem Haus eines Mannes, der diese Mandantin dort festgehalten und regelmäßig vergewaltigt hat). Hierbei hat der Anwalt 20.000 € pro Vergewaltigung angesetzt (ist ähnlich unseriös, da man so nicht Schmerzensgeld berechnen kann). Was dabei rausgekommen ist, weiß ich allerdings nicht.

"Hallooo! 34 Verfahren bei 6 Geschwistern???
Schon mal von Schikaneverbot was gehört?"

Ja, aber da sage die bloße Anzahl der Verfahren nichts. Das Schikaneverbot besagt nur, dass ein Recht nicht ausschließlich zum Zwecke der Schädigung eines anderen ausgeübt werden darf.

"DAS sind unnötige Verfahren!"

Bei 34 Verfahren müsste sich die Unnötigkeit aber doch jedem Laien aufdrängen. Deshalb bezweifle ich hier insgesamt, dass überhaupt noch unter Effizienzgesichtspunkten entschieden wird. Willst Du mir allen Ernstes erzählen, dass jemand 34 Verfahren nur deshalb führt, weil ihm sein Anwalt dazu rät?


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